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    Deutschland liest. Treffpunkt Bibliothek 2009

    01.12.09

    Staatsminister Dr. Wolfgang Heubisch in Augsburg

    Staatsminister Dr. Heu-
    bisch in der Neuen
    Stadtbücherei Augsburg
    (Foto Klaus Dahm)

    Staatsminister Dr. Heu-
    bisch in der Universitäts-
    bibliothek Augsburg.
    Rechts: Georg P. Salzmann
    (Foto UB Augsburg)

    Anlässlich des 6. bundesweiten Vorlesetags zum Abschluss der Aktionswoche "Deutschland liest. Treffpunkt Bibliothek" las der Bayerische Staatsminister für Wissenschaft, Forschung und Kunst, Dr. Wolfgang Heubisch, in der Universitätsbibliothek Augsburg und in der Neuen Stadtbücherei Augsburg.

    In der Neuen Stadtbücherei Augsburg begrüßten Schülerinnen und Schüler der St.-Georg-Volksschule Dr. Heubisch mit einem eigens komponierten Lied, um dann gespannt zuzuhören, wie er aus dem prämierten Buch „Rico, Oskar und die Tieferschatten“ von Andreas Steinhöfel vorlas. Die zahlreichen Fragen der Kinder beantwortete der Staatsminister mit viel Humor und Begeisterung.

    Er nahm den Vorlesetag auch als Anlass, sich durch den im Juni 2009 eröffneten Neubau führen zu lassen. Bei einem Rundgang erläuterten Stadtbüchereileiter Manfred Lutzenberger und Architekt Dr. Stefan Schrammel das zukunftsorientierte Bibliothekskonzept und die moderne Architektur. Der Minister  beglückwünschte die Stadt Augsburg zu diesem außergewöhnlichen Projekt.

    Anschließend lud die Universitätsbibliothek Augsburg (Direktor Dr. Ulrich Hohoff) zur einer Veranstaltung ein, bei der die im Juli  angekaufte Sammlung Salzmann erstmals präsentiert wurde. Diese bietet einen repräsentativen Überblick über die in der NS-Zeit geächtete deutschsprachige Belletristik ( "Archiv der verbrannten Bücher") . Über ein Vierteljahrhundert lang hat Georg Salzmann in München etwa 10.000 Bücher, darunter viele wertvolle Erstauflagen zusammen getragen. Entstanden ist eine einzigartige Sammlung jener Werke, die von den Nationalsozialisten 1933 dem Feuer übergeben wurden. Dr. Heubisch und der Sammler Georg P. Salzmann lasen zum Anlass des Vorlesetags aus Werken der Sammlung. Als Dritter im Bunde beteiligte sich der Assistent am Lehrstuhl für Neuere Deutsche Literaturgeschichte, Jörg Adam, selbst ein literarisches Talent.

    Aus rund 10.800 Bänden wählten die Vorleser Texte von Erich Kästner, Oskar Maria Graf, Ernst Toller, Stefan Zweig, Else Lasker-Schüler und Lion Feuchtwanger aus. Die Veranstaltung war überfüllt. Dr. Heubisch trug zeitgenössische Stimmen der Schriftsteller zur Bücherverbrennung vom 10. Mai 1933 vor, darunter Oskar Maria Grafs berühmten Aufruf "Verbrennt mich!" und Stefan Zweigs Brief von 1933 an den Grafiker Frans Masereel, der die Leiden der kommenden Exiljahre bereits heraufbeschwört.


    Von: Manfred Lutzenberger und Ulrich Hohoff (gekürzt)


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