Die größte Neuerung bei der Preisvergabe des bekanntesten Spielepreises weltweit ist sicher die nun kontinuierlich vergebene Auszeichnung „Kennerspiel des Jahres“. Dies ist die Konsequenz aus der immer einmal wieder erfolgten Vergabe des Sonderpreises Komplexes Spiel oder Spiel des Jahres plus aus dem Jahr 2010. Angebot und Nachfrage bei den Gesellschaftsspielen mit höheren Anforderungen sind stark gestiegen. Wenn auch heute das Familienspiel im Mittelpunkt der Preisvergabe steht - die Förderung anspruchsvollerer Spielideen war ursprünglich ja auch einer der Auslöser für die Gründung des eingetragenen Vereins „Spiel des Jahres“.
Im Spielejahrgang 2011 sprechen Qualität und Quantität für sich, neue Trends sieht die Jury unter anderem in der häufigen Präsenz von logischen Denksportaufgaben und Legespielen. Spieltechnisch gesehen sind Elemente wie Zeitdruck oder gleichzeitiges Spielen auffallend. Nicht zuletzt wurden erfolgreiche Bestandteile aus Kinderspielen wie Geschicklichkeit, Akustik oder Haptik vermehrt auch in Spiele für Ältere integriert.
Bereits am 27. Juni 2011 wurden auf einer Pressekonferenz in Berlin die Gewinner der Kategorien „Spiel des Jahres“ und „Kennerspiel des Jahres“ bekannt gegeben, die Preisvergabe für das „Kinderspiel des Jahres“ erfolgte am 25. Juli 2011 in Hamburg.
Eine weiter gefasste Empfehlungsliste zu allen Kategorien wird auch 2011 wieder im Spätsommer auf der Website Spiel des Jahres zum Download erhältlich sein. Alle Spiele werden dort bereits jetzt schon kurz vorgestellt.
Kinderspiel des Jahres 2011
DA IST DER WURM DRIN von Carmen Kleinert (Zoch)
Spannungsreiches Wettwühlen für 2 bis 4 glücksverwöhnte Erdwürmer ab 4 Jahren;
ca. 15 Min.
In diesem Spiel wühlen sich bunte Würmer durch den doppelten Spielplan – und zwar um die Wette. Ein Farbwürfel bestimmt bei jedem Zug, mit welchem von 6 unterschiedlich langen Teilen man gerade den eigenen Wurm verlängern darf. Lange Stücke sind besonders beliebt, denn es gewinnt derjenige, dessen Wurm am Komposthaufen als Erster seinen Kopf aus der Erde reckt. Doch schon auf dem Weg dorthin stecken alle Würmer zweimal ihre Nasen aus dem Boden. Kurz davor geben die Spieler Tipps ab, welcher Wurm diese Zwischenstopps wohl am schnellsten erreicht. Wer richtig wettet, darf seinen Wurm mit Gänseblümchen und Erdbeeren füttern, damit sich dieser noch schneller durch die Erde wühlt. Ein einfach erlernbares, sehr lustiges Wurm-Wettwühlen, das nicht nur kleinen Kindern Spaß macht!
Begründung der Jury:
„Da ist der Wurm drin“ ist ein spannender Wettlauf, der sich durch einfache Regeln und den außergewöhnlichen, wunderbar gestalteten Spielplan besonders für jüngere Kinder eignet.
Nominiert waren außerdem:
DIE KLEINEN ZAUBERLEHRLINGE von Thomas Daum und Violetta Leitner (Schmidt / Marke Drei Magier Spiele)
Magisches Magnet-Abenteuer für 2 bis 4 trittsichere Zauberschüler ab 5 Jahren; ca. 20 Min.
MONSTER-FALLE von Inka und Markus Brand (Kosmos)
Aktionsreicher Schiebespaß für 2 bis 4 geschickte Monsterfänger ab 6 Jahren;
ca. 20 Min.
Spiel des Jahres 2011
QWIRKLE von Susan McKinley Ross (Schmidt)
Farbenfrohe Kombinationen für 2 bis 4 Legefüchse ab 8 Jahren; ca. 45 Min.
Schnell wächst auf dem Tisch die Auslage mit schwarz lackierten und bunt gemusterten Holzsteinen. In einer Reihe dürfen dabei nur Steine angelegt werden mit Mustern der gleichen Form, aber unterschiedlicher Farbe: zum Beispiel lauter Kreise. Oder unterschiedliche Symbole in einer Farbe: etwa Kreis, Quadrat und Stern in Rot. Jeder Spieler kann stets mehrere Steine anlegen. Diese müssen zwar in einer Reihe liegen, doch können sie zugleich Punkte bringend auch weitere Reihen erweitern. Am meisten zählt der Qwirkle – eine auf sechs Steine komplettierte Reihe. Die eigenen Steine vor Augen und die simple Regel im Kopf, suchen die Spieler nach den lohnendsten Plätzen in diesem bunten, schnellen und ein wenig hinterlistigen Spiel. Zum Sieg trägt letztlich auch Glück beim Ziehen der Spielsteine bei.
Begründung der Jury:
Einfache und logische Regeln bestimmen dieses nahezu selbst erklärende Legespiel, das sofort gefangen nimmt und neben ein bisschen Glück auch taktische Überlegungen erfordert. Die griffigen und farbig bedruckten Holzsteine regen dazu an, eine Partie nach der nächsten zu spielen. Zudem spricht „Qwirkle“ alle Generationen gleichermaßen an.
Nominiert waren außerdem:
ASARA von Wolfgang Kramer und Michael Kiesling (Ravensburger)
Sagenhafter Turmbau für 2 bis 4 Architekten ab 9 Jahren; ca. 60 Min.
DIE VERBOTENE INSEL von Matt Leacock (Schmidt)
Gemeinsame Schatzsuche für 2 bis 4 Abenteurer ab 10 Jahren; ca. 30 Min.
Kennerspiel des Jahres 2011
7 WONDERS von Antoine Bauza (Repos Production / Vertrieb: Asmodee)
Zivilisation im Zeitraffer für 2 bis 7 Kartenschieber ab 10 Jahren; ca. 30-40 Min.
Jeder Bauherr errichtet im Laufe von drei Zeitaltern eines von sieben Weltwundern. Doch in diesem Strategiespiel für kleinere und größere Runden bringen nicht nur Jahrtausendbauwerke, sondern auch „Profanbauten“ Punkte. Die Spieler nutzen die Ressourcen der antiken Städte, handeln mit Nachbarn und treiben die Wissenschaft voran. Die zunächst komplex erscheinende Aufgabe zieht zunehmend in Bann, lässt planen und investieren, um so manches Bauwerk kostenlos errichten zu können. Als Befehlshaber der Städte achten die Spieler auf deren Verteidigungskraft und wählen clever Gebäudekarten aus, bevor alle gleichzeitig einen Kartenstapel an den Nachbarn weitergeben. Obwohl jeder die eigene Stadt erweitert, sind doch Kooperationen notwendig, damit Weltwunder entstehen können.
Begründung der Jury:
Ein positives Spielerlebnis: Das Spiel funktioniert in allen möglichen Besetzungen wunderbar und hat in seinem Variantenreichtum Suchtpotenzial.
Nominiert waren außerdem:
LANCASTER von Matthias Cramer (Queen Games)
Mittelalterliches Machtspiel für 2 bis 5 Burgleute ab 12 Jahren; ca. 60 Min.
STRASBOURG von Stefan Feld (Pegasus Spiele)
Packende Bietrunden für 3 bis 5 Zunftmeister ab 12 Jahren; ca. 75 Min.
Die Spiele DIE KLEINEN ZAUBERLEHRLINGE und 7 WONDERS finden Sie übrigens bereits auf unserer Empfehlungsliste Gesellschaftsspiele 2010.
Weitere Informationen:
Spiel des Jahres
Gesellschaftsspiele auf OeBiB.de