Eine Bibliothek wie aus dem Bilderbuch: hell, groß, gemütlich und absolut dem bibliothekarischen Standard entsprechend. Die Bibliotheksbetreuer wollten keine halben Sachen machen, als es im Jahr 2008 daran ging, die Bibliothek ihres Gymnasiums zu reorganisieren.
Der Altbestand, der gnadenlos ausgesondert wurde, lässt heute eine luftige Aufstellung der ca. 5500 Medien auf rund 140 m² zu. Das Besondere: Bei der fstellung nach ASB legte man einen Farbspiegel nach einzelnen Fächern zugrunde und die erzählende Literatur inklusive der Erwachsenenliteratur steht aufgefächert nach Altersstufen. In der kombinierten Schülerlesebücherei und Studienbibliothek finden sich neben zahlreichen roten Sitzsäcken der Marke Fatboy, vier kubische, leuchtend rote Sessel, die direkt neben dem Non-Book-Bereich zum Verweilen einladen, natürlich auch Arbeitsplätze für eine Klasse und etliche Computerplätze zum Recherchieren.
Die zentral in der Schule gelegene Bibliothek ist vorbildlich in den Schulalltag eingebunden: Gemäß dem Projekt „Mehr lesen, mehr verstehen" findet in der Unterstufe wöchentlich eine Stunde „Freies Lesen" in der Schulbibliothek statt. Auch wird hier regelmäßig Unterricht gehalten, der auf die Infrastruktur der Bibliothek zurückgreift und damit sowohl die Lese- als auch die Informationskompetenz der Schüler stärkt.
Auf Anraten der Landesfachstelle in Nürnberg nahmen die beiden Bibliotheksbetreuer zunächst Kontakt zur Stadtbücherei Roth auf und schlossen schließlich einen für beide Seiten äußerst fruchtbaren Kooperationsvertrag. Dank dieser Vereinbarung bekam das Gymnasium übrigens auch einen beträchtlichen Prozentsatz an Fördergeldern bewilligt, um die komplette Umstrukturierung und Neumöblierung der alten Bibliothek durchführen zu können.
Heute profitieren beide Seiten – öffentliche Bibliothek und Schule - von dieser Kooperation. „Für uns ist die Zusammenarbeit mit dem Gymnasium ein Glücksfall, denn es kommen viel mehr Jugendliche als früher in die Stadtbücherei", sagt die Leiterin Susanne Höcker. Die Stadtbücherei übernimmt übrigens für die Schule bei Bedarf den Einkauf und die Einarbeitung der Medien. Dafür ist der Bestand der Schulbibliothek über den Katalog der Stadtbücherei ausleihbar. Schulfremde Personen findet man aber dennoch nicht in der Schulbibliothek, denn den Transport der eher selten angeforderten Schulmedien übernimmt ein Transportdienst der Stadt.
Mirjam Liebel
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