
Gütesiegel für Petra Walbrunn
(Oberhaching)

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v.l.: Hermann Ruch,
Elfriede Ohrnberger,
Klaus Dahm

Das Team in Gunzenhausen
Im Rahmen einer Festveranstaltung wurde am 26. März 2009 im Simon-Marius-Gymnasium (SMG) in Gunzenhausen zum dritten Mal das Gütesiegel "Bibliotheken – Partner der Schulen" verliehen. Ca. 200 Gäste aus Bibliotheken, Schulen, Politik und Verwaltung feierten ein buntes und fröhliches Bibliotheksevent.
Mit dem Gütesiegel würdigen das Bayerische Staatsministerium für Unterricht und Kultus und das Bayerische Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst alljährlich das Engagement bayerischer Bibliotheken, die in den Bereichen Leseförderung, Vermittlung von Informationskompetenz und bibliotheksfachlichen Dienstleistungen besonders beispielhaft mit Schulen kooperieren. Nach dem schwäbischen Donauwörth (2006) und dem niederbayerischen Deggendorf (2008) war nun das mittelfränkische Gunzenhausen der Ort, wo die Ausgezeichneten die begehrten Urkunden mit dem lachenden gelb-blauen Löwen in Empfang nahmen.
In ihren Grußworten demonstrierten die Gastgeber die enge Verbundenheit von Stadt, Gymnasium und Bibliothek in Gunzenhausen: der Erste Bürgermeister Joachim Federschmidt, Schulleiter OStD Ernst Weidl und Monika Wopperer, Leiterin der Stadt- und Schulbücherei.
Klaus Dahm, Leiter der Staatlichen Landesfachstelle für das öffentliche Bibliothekswesen, betonte in seiner Rede, dass Bibliotheken und Schulen schon von ihrer Aufgabenstellung her zu einer konstruktiven Partnerschaft verpflichtet seien. Ziel des Gütesiegels sei, dies bewusst zu machen und in konkretes Handeln umzusetzen. Besonders hob er die Möglichkeiten der Bibliotheken als Lernorte bei der Unterstützung der Ganztagsschulentwicklung und den vielfältigen Schulreformbemühungen hervor. Eine gut ausgestattete öffentliche Bibliothek könne, am besten in Kooperation mit einer Schulbibliothek, ein außerschulischer Lernort sein, der die bildungspolitischen Ziele einer zeitgemäßen Schule hervorragend unterstütze.
Allein im vergangenen Jahr habe die Landesfachstelle für 267 schul- und bildungsaffine Projekte in Bayern staatliche Mittel bewilligt, darunter für den Aus- und Aufbau von Lernzonen, so genannten "Schülercentern", den Erwerb von Lernhilfen, Klassensätzen und thematischen Lesekisten und für das Antolin-Projekt.
Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle, der aus Termingründen an der persönlichen Teilnahme verhindert war, sprach in einer Pressemitteilung zur Gütesiegelverleihung Bayerns Bibliotheken sein Lob aus. Vertreten wurde er durch Ltd. Ministerialrätin Elfriede Ohrnberger, die den Festvortrag hielt. Sie verwies darauf, dass die Leseförderung in Bayern von jeher ein zentrales schulpolitisches Anliegen gewesen sei. Dies dokumentiere das hervorragende Abschneiden der bayerischen Schülerinnen und Schüler im nationalen und internationalen Vergleich. Ein Kernanliegen des schulischen Bildungsauftrags seien Angebote im Bereich „Bibliotheks- und Informationskompetenz": die Befähigung zur selbstständigen Medienrecherche. So würden die Jugendlichen auf lebenslanges Lernen vorbereitet: "Der lesende Schüler von heute – der beste Bibliothekskunde von morgen!" Den bayerischen Bibliotheken sei es gelungen, ihr Profil als Bildungspartner auszubauen.
Die Moderation des weiteren Veranstaltungsverlaufes übernahm StD Hermann Ruch, Referent für Leseförderung und Schulbibliotheken im Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung (ISB) und Verantwortlicher des Leseforums Bayern.
Stellvertretend für alle Preisträger präsentierten vier Bibliotheken unterschiedlicher Größenordnung ihre Rolle als Bildungspartner. Die Gruppe der kleinen Bibliotheken vertrat Rita Walker-Ruppert, ehrenamtliche Leiterin der Gemeindebücherei Frensdorf (ca. 4.000 Einwohner, Landkreis Bamberg), die mit großem Engagement und Kreativität vor allem die Leseförderung für die Hauptschüler unterstützt. Dazu zählen Aktivitäten wie Lesenächte, Begegnungen mit Autoren, ein hochwertiges Veranstaltungsprogramm und Beratung der Eltern bei der Buchauswahl.
Die bereits zum dritten Mal mit dem Gütesiegel prämierte Stadt- und Schulbücherei Gunzenhausen übersprang im Jahr 2008 die Marke von 200.000 Entleihungen, die Kinder- und Jugendliteratur wurde sogar fünfmal umgesetzt. Bibliotheksleiterin Monika Wopperer erläuterte die vielfältigen Angebote für Schüler, Lehrer und Eltern, darunter 124 Klassensatzentleihungen und 68 Medienpakete in 2008, Spiralcurriculum für Grund- und Hauptschulen, themenorientierte Klassenführungen, Büchereiführungen für Pädagogen, die AG Lesen mit engagierten Grundschullehrern und gemeinsame Veranstaltungen. Eine umfassende Darstellung findet man auf der Bibliotheks-Website unter www.buecherei.gunzenhausen.de
Über drei Jahrzehnte erfolgreicher Zusammenarbeit mit den Schulen berichtete Waltraud Auinger, Leiterin des Sachgebiets Schulbibliotheken und der Schulbibliothekarischen Arbeitsstelle (SBA) in Nürnberg. Die Palette reicht vom kostenlosen Bibliotheksausweis für jeden Erstklässler über Schulbesuche und Arbeitskreise, Fortbildungen bis zu Medienkisten, Bilderbuchkinos und medienwirksame Aktionen. Die SBA koordiniert die Arbeit in vier Schulbibliotheken, die der Stadtbibliothek angegliedert sind, und ist gleichzeitig Ansprechpartnerin für alle Schulen der Stadt bei Fragen zu Schulbibliotheken und Leseprojekten.
Schließlich gab Dr. Fabian Franke, Direktor der Universitätsbibliothek Bamberg und Vorsitzender der AG Informationskompetenz im Bayerischen Bibliotheksverbund, einen Einblick in die Bibliotheksangebote für Schülerinnen und Schüler. Innerhalb eines Jahres nahmen 775 Gymnasiasten an 49 Veranstaltungen teil, die eigens für sie durchgeführt wurden und sie in einem dreistufigen Programm mit der Benutzung der Bibliothek vertraut machten. Darüber hinaus hält die UB Bamberg spezielle Fortbildungsangebote für die neue gymnasiale Oberstufe (G 8) und Lehrkräfte bereit.
Die Leiterinnen und Leiter von 53 öffentlichen und vier wissenschaftlichen Bibliotheken (zum Vergleich: 23 Bibliotheken in 2006) nahmen schließlich die Auszeichnung aus den Händen von Ltd. Ministerialrätin Ohrnberger entgegen. Die Auswahl hatte eine Jury, bestehend aus Vertretern der Staatlichen Landesfachstelle, des ISB, des Sankt Michaelsbundes und des Bayerischen Bibliotheksverbandes, aus ca. 90 eingereichten Bewerbungen getroffen.
Musikalisch umrahmten den Festakt die "Big Band" und der Chor des Simon-Marius-Gymnasiums sowie ein Konzert der Flötengruppe der Grundschule Süd. Eine Gruppe Gymnasiasten formte mit bekannten und weniger bekannten Zitaten von Schriftstellern eine "Stimmskulptur" und Zehntklässler der Stephani-Hauptschule boten auf sehr amüsante Weise "Die Bücherei für alle Fälle" dar. Mit "Lebenden Büchern" zeigten Schüler der Stephani-Grundschule das breite Leistungsspektrum der Stadt- und Schulbücherei Gunzenhausen auf. Den Ausklang bildete ein von Monika Wopperer und ihrem Team gestalteter Empfang.
Weitere Informationen zum Gütesiegel in der Rubrik Fachinformation/Lese- und Literaturförderung/Bibliothek und Schule/Gütesiegel für Bibliotheken
Liste der Gütesiegel-Preisträger im Jahr 2009