Partizipation

Partizipation umfasst qua Definition Elemente wie z. B. Teilhabe, Mitwirkung, Mitbestimmung bzw. Einbeziehung. Mit Blick auf Bibliotheken stellt sich somit in erster Linie die Frage, auf welche Weise Nutzer*innen in die Entscheidungen (Medienauswahl, Veranstaltungsprogramm, räumliche Gestaltung etc.) „ihrer“ Bibliothek miteinbezogen werden und wie sie an deren Services teilhaben können.

Grundsätzlich kann „Partizipation“ in Bibliotheken auf unterschiedliche Weise erfolgen:

1. Umfragen

Eine Möglichkeit, um den Nutzer*innen einer Bibliothek Gelegenheit zu geben, an der Arbeit „ihrer“ Bibliothek zu partizipieren, sind Umfragen (schriftlich, mündlich, elektronisch). Hier kann gezielt nach Wünschen gefragt werden, wenn es z. B. darum geht, dass ein bestimmter Bereich der Bibliothek neu gestaltet werden soll (z. B. Gamingbereich: welche Konsolen sind erwünscht etc.). Aus dem Bereich „Umfragen“ existieren bereits zahlreiche Best Practice Beispiele:

  • Stadt- und Schulbücherei Gunzenhausen: Gefragt wurde hier nach den Gewohnheiten der Nutzer*innen sowie nach der Zufriedenheit mit den Öffnungszeiten. Ein zweiter Fragebogen eruierte die Zufriedenheit mit Service und Bestand (mehrstufiges Befragungsverfahren). Befragt wurden alle Nutzer*innen über 16 Jahre (Experteninterviews). Nach Abschluss der Befragung wurden die Ergebnisse über die Homepage der Stadtbücherei kommuniziert.
  • Stadtteilbücherei Hubland (Würzburg): Neugestaltung der Stadtteilbücherei in einem ehemaligen Fliegerhorst. Um die Interessen/Bedürfnisse der Nutzer*innen in Erfahrung zu bringen, kam die Methode „Design Thinking for Libraries“ zum Einsatz (bereits andernorts erfolgreich erprobt, z. B. DOKK1 in Aarhus). Hauptaufgabe des Planungsteams war es, intensive Gespräche und Interviews mit der Bevölkerung vor Ort zu führen. Auch wurden sämtliche im Planungsprozess entworfenen Modelle den Nutzer*innen der Bibliothek präsentiert, um auf diese Weise an Feedback zu gelangen.  Informationen zur Methode „Design Thinking for Libraries“ mit zahlreichen Best Practice Beispielen (Aarhus) sind über die Homepage der Initiative verfügbar.
  • Franken-Onleihe: Nutzerumfrage zur Franken-Onleihe, um Nutzer*innen die Möglichkeit zur Meinungsäußerung zu geben.

 

Weitere Informationen in der Unterrubrik Nutzerforschung

2. Feedback/Evaluation:

  • Feedback/Evaluation kann v. a. dazu genutzt werden, die Services einer Bibliothek durch die Nutzer*innen bewerten zu lassen. Diese erhalten so die Möglichkeit, sich in der Bibliothek persönlich mit ihren Ideen einzubringen bzw. Kritik an herrschenden Zuständen zu äußern.
  • die Firma Ramboll bietet als Dienstleistung „Kundenmonitoring Bibliotheken“, das bereits von den Öffentlichen Bibliotheken Berlin bzw. den Bücherhallen in Hamburg genutzt wurde. Um von den Nutzer*innen Feedback zu erhalten, kamen z. B. QR-Codes auf Postern, Interviewer und Internetlinks zum Einsatz.
  • Stadtbibliothek Berlin-Lichtenberg: Unter dem Schlagwort „Wie war ich?“ können Nutzer*innen der Stadtbibliothek mittels eines „Kundenbarometers“ ihre Meinung zum Angebot der Stadtbibliothek (Medienangebot, Service, Personal, Räumlichkeiten etc.) äußern.

 

3. Social Bookmarks & Tags

Nutzer*innen können Bewertungen, Rezensionen und Kommentare zu einzelnen Titeln verfassen, im Idealfall: inhaltliche Erschließung durch die Nutzer*innen!

4. Mitarbeiten:

Bürgerengagement durch freiwillige Mitarbeit von Ehrenamtlichen: v. a. in den Bereichen Leseförderung oder generationenübergreifende Angebote.

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