Open Library

    Bücherhallen Hamburg
    Unter dem Namen FlexiBib starten die Bücherhallen eine Werbekampagne mit Plakaten, Grafiken und Logos, um auf den flexiblen Zugang zu den Bibliotheksstandorten präsenter zu machen. Bibliotheken sind eingeladen, die Wortmarke und das Logo der FlexiBib zu nutzen. Weitere Informationen finden Sie hier (externer Link, PDF)

    Die Rolle der Öffentlichen Bibliotheken und die Aufgaben des Bibliothekspersonals sind einem steten Wandel unterworfen. Sie verändern sich durch gesellschaftliche und technologische Entwicklungen. Auch strukturelle Änderung in der Bibliothekslandschaft haben Auswirkungen auf die Einführung neuer Konzepte. Die Wichtigkeit von Bibliotheken als ein Ort der Konsumfreiheit, der Information und Kommunikation gewinnt zunehmend an Bedeutung. Bibliotheken werden zu einem zeitgemäßen Begegnungsort. Neue Serviceleistungen sollen den Ansprüchen einer modernen Gesellschaft gerecht werden.

    Eine Möglichkeit ist das in Dänemark entwickelte und bereits in zahlreichen Ländern der Welt erfolgreich umgesetzte Konzept der „Open Library“. Eine Open Library ist eine erweiterte Form der automatisierten Selbstbedienungsbibliothek. Sie ermöglicht es Ihren Nutzer*innen, außerhalb personalbesetzter Zeiten die Räume zu nutzen. Der Fokus liegt dabei auf einer einladenden und attraktiven Raumgestaltung. Personalfreie Öffnungszeiten sollten in einem größeren Rahmen als Baustein eines neuen institutionellen Selbstverständnisses betrachtet werden, das die Eigenverantwortlichkeit der Nutzer*innen betont und öffentliche Bibliotheken als Lern-, Kultur- und Begegnungsräume begreift. Die Einführung personalfreier Betriebszeiten ist zum einen ein technologiebasierter und bauliche Maßnahmen umfassender Prozess. Die Basis dafür ist Vertrauen und die soziale Regulation innerhalb einer Gesellschaft. Zum anderen kommen in hohem Maße auch organisatorische Aspekte hinzu. Die frühe Einbeziehung der Mitarbeiter*innen in diese Veränderungsprozesse ist dabei wesentlich.

    Bereits 2014 eröffnete in Hamburg-Finkenwerder die erste Open Library und hat somit Vorbildcharakter. Insbesondere in ländlichen Gebieten wird in dem Konzept eine Chance gesehen, die Angebotsattraktivität der Bibliotheken deutlich zu erhöhen.

     

    Vorüberlegungen

    Die Landesfachstelle berät zum Thema. Wenden Sie sich an die/den jeweiligen Ansprechpartner*in Ihres Regierungsbezirkes. In den verschiedenen Gremien der Gemeinden findet mit dem entsprechenden Hintergrundwissen eine sachorientierte Diskussion statt mit folgenden Fragestellungen:

    Besteht Bedarf für ein derartiges Serviceangebot?
    Welche technischen Maßnahmen müssen vorgenommen werden, damit ein sicherer Betrieb der Bücherei im Rahmen der Open Library erfolgen kann? (auch: Brandschutz)
    Welche Rolle spielt Vandalismus?
    Welche datenschutzrechtlichen Vorgaben und Anforderungen müssen erfüllt werden?
    Welche finanziellen Auswirkungen auf die laufenden Kosten haben die Umsetzung und Einführung der Open Library?
     

    Technische Voraussetzungen

    Eine Open Library funktioniert nur, wenn die Bibliothekshardware und -software für eine selbstbediente Nutzung angepasst werden. Alles in allem besteht die Open-Library-Technik aus einem Zusammenspiel mehrerer Komponenten. Folgende Elemente sind für eine Open-Library notwendig:

    Selbstverbucher: Die Bibliotheksnutzer*innen müssen ihre Medien zu Open-Library-Zeiten ohne Personal verbuchen und zurückgeben können. Hierfür wird RFID-Technologie benötigt.

    Zugangscomputer (Entry Panel): Der Zugang erfolgt durch Einschieben der Bibliothekskarte am Eingang in den Schlitz eines Zugangscomputers und der Eingabe eines PIN-Codes (optional). Der Zugangscomputer ermöglicht nach der Zugangskontrolle die automatische Öffnung und Schließung der Eingangstür. Der Eingang ist zudem mit einem Sicherungsgate ausgestattet.

    Beleuchtung: Die Beleuchtung und Schaltung der Lichttechnik erfolgen zu den Open-Library-Zeiten automatisch.

    Lautsprecher: ein Audiosystem für zeitgesteuerte Durchsagen zur Benutzerinformation; Lautsprecherdurchsagen kündigen zu Informationszwecken den Anfang und das Ende der Open-Library-Zeiten an.

    Alarmanlage und Kameras: Kameras zeichnen die Nutzeraktivität in den Bibliotheksräumen zu den Open-Library-Zeiten auf. Die Alarmanlage sichert die Bibliothek zu den Schließzeiten und schützt vor Einbrüchen.

    Schilder: Um den Bibliotheksbesuchern Hilfestellungen zur Open-Library-Nutzung zu geben, werden Schilder und Aushänge benötigt. Außerdem muss auf die Videoüberwachung hingewiesen werden.

    Open-Library-Software: Auf die technische Umsetzung haben sich einige Dienstleistungsunternehmen für Bibliotheken spezialisiert.

    Raum/Möbel: Die Gestaltung des Theken- und Informationsbereiches wird entsprechend angepasst. Lösungen für Telefon, Registrierkasse, Drucker/Fax, EC-Geräte, Schlüsselbox und/oder Entsicherungsgerät für Konsolenspiele. Ausreichende Anzahl von Bücherwagen oder freien Regalflächen sollte für die Rückgabe von Medien bereitstehen. Evtl. Einbau von Rückgabeautomaten. Sicherung von Büros. Extra Regal im Publikumsbereich für Vormerkungen. Zugang Toiletten klären und Sicherung Fenster baulich einplanen.

     

    Rechtliche & organisatorische Fragen

    Wer darf die Open Library benutzen? (Altersgrenze)
    Welche technischen Geräte dürfen die Kund*innen während der Open Library-Zeiten nutzen? (Zugang OPAC-Platz, Arbeitsplätze, Bibliothek der Dinge)
    Was ist mit gesperrten Bibliotheksausweisen?
    Wie verlassen die Kund*innen die Bibliothek nach Schließung? (Sicherheitsdienst)
    Wurde die Benutzungsordnung entsprechend angepasst?

    Werden Datenschutzbestimmungen für Personal und Kundschaft eingehalten?
    Bei Vorhandensein eines Betriebsrates: Wurde eine Vereinbarung unterzeichnet?
     

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