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Amartya Sen erhält den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 2020

Der Wirtschaftsphilosoph setzt sich unermüdlich für Demokratie, Freiheit und globale Gerechtigkeit ein.

Amartya Sen /  © Fronteiras do Pensamento via Flickr

Foto: Amartya Sen / © Fronteiras do Pensamento via Flickr CC BY-SA 2.0, creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0

Der Stiftungsrat des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels e.V. hat den indischen Wirtschaftswissenschaftler, Philosophen und Nobelpreisträger Amartya Sen zum diesjährigen Träger des Friedenspreises gewählt.

In der Begründung des Stiftungsrats heißt es:

„Wir ehren mit Amartya Sen einen Philosophen, der sich als Vordenker seit Jahrzehnten mit Fragen der globalen Gerechtigkeit auseinandersetzt und dessen Arbeiten zur Bekämpfung sozialer Ungleichheit in Bezug auf Bildung und Gesundheit heute so relevant sind wie nie zuvor … Amartya Sen hebt Solidarität und Verhandlungsbereitschaft als essentielle demokratische Tugenden hervor und beweist, dass Kulturen keine Quelle des Streits um Identitäten sein müssen. In eindringlichen Darstellungen zeigt er, wie Armut, Hunger und Krankheit mit fehlenden freiheitlichen Strukturen zusammenhängen ...“

Amartya Kumar Sen wurde am 3. November 1933 in Shantiniketan, Indien geboren. Geprägt haben ihn die Unabhängigkeitsbewegungen in Indien während der 1940er Jahre sowie die damaligen Auseinandersetzungen zwischen Hindus und Moslems und die große Hungersnot in Bengalen 1943.

Nach einem Studium der Wirtschaftswissenschaften am Presidency College in Kalkutta, wurde er 1959 am Trinity College in Cambridge/England promoviert und widmete sich gleichzeitig dem Studium der Philosophie, was sich in einer Vielzahl seiner späteren Arbeiten niederschlägt: Problemstellungen der ökonomischen Theorie treffen auf Moralphilosophie und Ethik.

Seit den 1960er Jahren lehrte Amartya Sen an zahlreichen Hochschulen, hierunter Delhi, Stanford, Berkeley, Oxford und Cambridge. Seit 2004 ist er als Professor an der Harvard Universität tätig und lebt in Cambridge (Massachusetts).

Der Wirtschaftsphilosoph, zu dessen Forschungsthemen auch Public Health und Gender Studies gehören, setzt sich unermüdlich für Demokratie, Freiheit und globale Gerechtigkeit ein.
Er geht davon aus, dass sich die Qualität einer Wirtschaftsordnung weniger am Wachstum bemessen sollte, sondern diese vor allem von den Entwicklungsmöglichkeiten der Menschen abhängt sowie von ihrer Freiheit, ein selbstbestimmtes Leben zu führen.

Mit seinem vielfältigen wissenschaftlichen Werk leistet er bedeutende Beiträge unter anderem zur Wohlfahrtsökonomie, Sozialwahltheorie, Entscheidungstheorie, zur Analyse von Hunger und Armut sowie zur Entwicklungsökonomie.

Für sein einflussreiches Wirken und seine in über 30 Sprachen übersetzten Bücher erhielt der Wirtschaftsphilosoph zahlreiche Auszeichnungen, darunter 1998 den Nobelpreis für Wirtschaft, sowie über 100 Ehrendoktortitel.

Die Verleihung des Friedenspreises findet am Sonntag, 18. Oktober 2020, unter den zu diesem Zeitpunkt geltenden Gesundheitsbestimmungen in der Frankfurter Paulskirche statt und wird live im Fernsehen übertragen. Der Friedenspreis wird seit 1950 vergeben und ist mit 25.000 Euro dotiert.

Bei den Preisträger*innen handelt es sich laut Statut um Persönlichkeiten, die in hervorragendem Maße, vornehmlich durch ihre Tätigkeit auf den Gebieten der Literatur, Wissenschaft und Kunst, zur Verwirklichung des Friedensgedankens beigetragen haben.

2019 wurde der Fotograf Sebastião Salgado mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet.

Weitere Informationen:

Infos und Bibliografie zum Preisträger (Website "Friedenspreis des Dt. Buchhandels")

Pressemeldung s.o.

Website von Amartya Sen (engl.)

Amartya Sen (Wikipedia)

 

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