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Clemens J. Setz ist Georg-Büchner-Preisträger 2021

Der Schriftsteller sei ein Sprachkünstler, der mit seinen Romanen und Erzählungen immer wieder menschliche Grenzbereiche erkunde.

© Suhrkamp

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Der Georg-Büchner-Preis gilt als wichtigste literarische Auszeichnung in Deutschland und wird alljährlich mit Spannung erwartet. 2021 verleiht die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung die Auszeichnung an den Schriftsteller Clemens J. Setz.

Die Jury begründete ihre Auswahl damit, dass  Setz ein Sprachkünstler sei, der mit seinen Romanen und Erzählungen immer wieder menschliche Grenzbereiche erkunde. Seine bisweilen verstörende Drastik steche ins Herz unserer Gegenwart, weil sie einem zutiefst humanistischen Impuls folge. Darüber hinaus verfüge der Preisträger über ein „enzyklopädisches Wissen und einen Reichtum der poetischen und sprachschöpferischen Imagination.“

Clemens J. Setz wurde 1982 in Graz geboren, studierte von 2001 bis 2009 Mathematik und Germanistik an der Universität in Graz und lebt heute in Wien. Sein Oeuvre umfasst Romane, Erzählungen, Gedichte und Theaterstücke. Darüber hinaus veröffentliche er über Twitter und übersetze aus dem Englischen.

2007 erschien sein Erstlingsroman „Söhne und Planeten“, bekannt sind außerdem die Romane „Die Frequenzen“ (2009) und „Indigo“ (2012). Neben Prosatexten publizierte Setz auch den Gedichtband „Die Vogelstraußtrompete“ (2014) . Zuletzt ist von ihm der Band „Die Bienen und das Unsichtbare“ (2020) erschienen, in dem es um die Ergebnisse eines Selbstversuchs beim Erlernen von Plansprachen wie Esperanto, Volapük oder Blissymbolic geht.

Für den Erzählband „die Liebe zur Zeit des Mahlstädter Kindes“ (2011) erhielt Setz den Preis der Leipziger Buchmesse. Sein 1000-Seiten-Werk „Die Stunde zwischen Frau und Gitarre“ (2015) – eine Art philosophischer Psycho-Thriller - wurde mit dem Wilhelm-Raabe-Literaturpreis ausgezeichnet. 2020 wurden ihm der Heinrich-von-Kleist-Preis und der Jakob-Wassermann-Literaturpreis zuerkannt.

Die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung verleiht den Georg-Büchner-Preis seit 1951 an herausragende Schriftsteller*innen. Die Auszeichnung ist mit 50.000 Euro dotiert und wird am 6. November 2021 in Darmstadt überreicht. Die Finanzierung übernehmen die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst und die Stadt Darmstadt.

Ausgezeichnet werden lt. Satzung Schrift­steller*innen, „die in deutscher Sprache schreiben, durch ihre Arbeiten und Werke in besonderem Maße hervor­treten und die an der Gestaltung des gegen­wärtigen deutschen Kultur­lebens wesentlichen Anteil haben.“

Im Jahr 2020 wurde die Lyrikerin Elke Erb mit dem Georg-Büchner-Preis geehrt. Weitere bekannte Preisträger waren Max Frisch (1958), Günter Grass (1965) und Heinrich Böll (1967).

Weitere Informationen:
Clemens J. Setz bei suhrkamp.de
Dt. Akademie für Sprache und Dichtung
Bisherige Preisträger

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