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Deutscher Hörbuchpreis 2020: Lest! – und hört!

Die Gewinner der Auszeichnung "Deutscher Hörbuchpreis" für das Jahr 2020 stehen fest. In einer festlichen Preisverleihung werden die Preisträger am 10. März 2020 in den folgenden Kategorien ausgezeichnet: Beste Interpreten, Bestes Hörspiel, Bestes Sachhörbuch, Beste Unterhaltung, Bestes Kinderhörbuch, Bester Podcast.

Logo Deutscher Hörbuchpreis

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Die Gewinner der Auszeichnung „Deutscher Hörbuchpreis“ für das Jahr 2020 stehen fest. In einer festlichen Preisverleihung werden die Preisträger am 10. März 2020 im Kölner Funkhaus am Wallrafplatz ausgezeichnet. Gastgeber ist der Westdeutsche Rundfunk. Der Deutsche Hörbuchpreis ist in jeder Kategorie mit 3.333 Euro dotiert.

Beste Interpreten

Schauspielerin Camilla Renschke gewinnt den Preis als „Beste Interpretin“ für ihre von  „spürbarer Lust am Text“ getragene Lesung des Romans „Gilgi – eine von uns“ von Irmgard Keun (Der Audio Verlag [DAV] / SR). „Leichtfüßig und mädchenhaft“ sei sie in den Charakter der jungen Protagonistin geschlüpft, lobt die Preisträgerjury. Ihre „klare und schnörkellose Interpretation“ verleihe dem Text von 1931 zugleich das „Flair der 20er-Jahre“ und „zeitgemäße Modernität“.

Als „Bester Interpret“ wird Schauspieler Christian Berkel ausgezeichnet. Dank seiner  „meisterhaften Interpretation“ des Romans „Serotonin“ von Michel Houellebecq (DAV) ist dessen gescheiterte Hauptfigur „vor allem Mensch“, urteilt die Jury. Indem Berkel „mit beiläufiger Eleganz“ sowohl die „intellektuelle Dimension“ des Textes als auch seine „ergreifende Melancholie“ zum Klingen bringe, mache er auch die „vielen Zwischentöne“ von Houellebecqs Zivilisationskritik erfahrbar.

Bestes Hörspiel

Ebenfalls französischen Ursprungs ist die Vorlage für das „Beste Hörspiel“: Regisseurin Luise Voigt und Komponist Björn SC Deigner werden für ihre „eindrucksvolle Hörspielfassung“ des Romans „Die Jahre“ von Annie Ernaux geehrt (DAV / hr). Durch die „einzigartigen Stimmen“ des vierköpfigen Ensembles und die „vielschichtige minimalistische Komposition“ finde der autofiktionale Text in der Kunstform des Hörspiels „seinen idealen Aggregatzustand“, meint die Preisträgerjury. 

Bestes Sachhörbuch

Den Preis in der Kategorie „Bestes Sachhörbuch“ erhält Moderator Jürgen von der Lippe. Er hat für den Verlag Schall & Wahn „Eine kurze Geschichte der Trunkenheit“ von Mark Forsyth eingelesen, die „in Wahrheit eine recht lange ist“, so die Jury. Mal „unterhaltsam, aber ohne wohlfeilen Klamauk“, mal mit dem gebotenen Ernst nehme von der Lippe „seine Hörerinnen und Hörer mit durch die Jahrtausende, aber eben nicht aufs Korn“ – in den Ohren der Juror*innen ein „preiswürdiges Kunststück“.

Beste Unterhaltung

Schauspieler Matthias Matschke hat die Preisträgerjury als Sprecher des Hörbuchs „Achtsam morden“ von Karsten Dusse überzeugt (Random House Audio). Seine Lesung der „amüsanten Geschichte“ um einen Anwalt auf der kriminellen Karriereleiter wird als „Beste Unterhaltung ausgezeichnet. „Mit sanfter Stimme“ verstehe es Matschke, die unsympathische Hauptfigur zu einem „Sympathieträger“ zu machen - in den Ohren der Juror*innen ein „großes Vergnügen“.

Bestes Kinderhörbuch

Das „Beste Kinderhörbuch“ wählt traditionell eine Kinderjury aus. Ihr gehörten diesmal fünf Landesfinalist*innen des Vorlesewettbewerbs des Deutschen Buchhandels an. Sie kürten Sascha Maria Icks zur Preisträgerin für ihre Interpretation von „Agatha Merkwürdens Racheblumen“ von Nicola Skinner (HarperCollins bei Lübbe Audio). Jeder Figur des „spannenden Hörbuchs“ verleihe die Sprecherin den passenden Ausdruck, urteilten die jungen Juror*innen. Das Hörbuch habe außerdem eine „schöne Botschaft“ und könne Jungen genauso gut gefallen wie Mädchen.

Bester Podcast

Zum zweiten Mal wird beim Deutschen Hörbuchpreis der „Beste Podcast“ ausgezeichnet. Die Podcast-Jury entschied sich für die fünfteilige Produktion „Leonora – Mit 15 zum IS“ (NDR Info, Redaktion Thilo Guschas / Ulrike Toma). Das Autorenteam Lena Gürtler, Britta von der Heide und Volkmar Kabisch erzähle „akustisch so spannend wie ein Krimi“ von Leonora, die sich mit 15 der Terrormiliz in Syrien anschließt, und von ihrem in Sachsen-Anhalt lebenden Vater, den die Reporter vier Jahre lang begleitet haben. Der herausragende Podcast habe eine „thematisch hohe Relevanz“ und entwickle einen „Sog“, dem man sich nicht entziehen könne und wolle, so die Jury. Der Podcast „Leonora“ ist abrufbar unter www.ndr.de/nachrichten/info/podcast4584.html

Der Gewinner / die Gewinnerin des Publikumspreises wird erst während der Preisverleihung bekannt gegeben. Hierzu lief bereits eine Online-Abstimmung.

Die Verleihung wird live auf WDR 5 und auf Bayern 2, Deutschlandradio Kultur, hr2-kultur,  MDR Kultur, NDR Kultur, SR 2 und SWR2 sowie im Internet und als Audio- und Videostream auf www.wdr5.de  übertragen.

Fotos finden Sie unter www.ard-foto.de

Mehr Informationen zum Deutschen Hörbuchpreis und den Preisträger*innen unter www.deutscher-hoerbuchpreis.de

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