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Diverse Kinder- und Jugendmedien in der Bibliothek?!

Das Thema (kulturelle) Vielfalt wird aktuell viel diskutiert. Bibliotheken stellt sich die Frage, wie divers u.a. ihr KJ-Bestand ist.

Interkulturelles Vorlesen / © Stadtbibliothek im Bildungscampus Nürnberg, DIFOG-Gruppe CCN 50+

Interkulturelles Vorlesen / © Stadtbibliothek im Bildungscampus Nürnberg, DIFOG-Gruppe CCN 50+

(Kulturelle) Vielfalt und Diversität werden aktuell gerade viel diskutiert. In diesem Zusammenhang stellt sich auch für Bibliotheken im Allgemeinen die Frage, wie divers ihr Bestand ist und im Speziellen, wie divers der Bestand im Kinder- und Jugendbereich ist.

Bei der Medienauswahl achtet man normalerweise auf das Cover, die Beliebtheit des Themas, die Aktualität oder den Bekanntheitsgrad von Autor*in oder Künstler*in. Aber wird auch auf eine realitätsnahe und vor allem vielfältige Darstellung geachtet? Diese ist aber wichtig und entscheidend für eine diverse Sozialisierung der Kinder von Anfang an.

Bereits 2019 hatte sich die „Süddeutsche Zeitung“ in einem umfassenden Bericht über mehrere Seiten mit dem Gender-Thema „Blaue Bücher, Rosa Bücher“ beschäftigt. Wie sieht es mit den Themen gleichgeschlechtliche Elternpaare, Alleinerziehende, Patchworkfamilien, Eltern mit Behinderung, People of Color oder sogar Transgender im Kinderroman oder Bilderbuch aus?  Bücher sind identitätsstiftend und sollen die Gesellschaft abbilden, in der wir leben.

Eliane Fischer (Schweizer Buchbloggerin; www.mintundmalve.ch) wünscht sich: „Es sollte nicht nur Kinderbücher geben, die deshalb divers sind und mit Klischees brechen, weil sie genau das zum Thema haben: die unerschrockene Frauenrechtlerin of Color, das eingeschüchterte Flüchtlingskind in seiner neuen Klasse oder das Mädchen, das sich plötzlich in einer Patchworkfamilie wiederfindet. Denn so werden diese Menschen ja gerade als große Ausnahmen, als Sonderfälle dargestellt. Es geht vielmehr darum, dass es normal wird, in Kinderbüchern People of Color zu begegnen, mit Mädchen Abenteuer zu erleben, einen Jungen in Blümchenstrumpfhosen oder im Feenkostüm zu begleiten und Papa und Papi beim Frühstück mit ihren Kindern zuzuschauen. Nur so nehmen die Kinder Diversität mit der Zeit als alltäglich war und fühlen sich auch die Kinder mit zwei Mamas oder Kinder of Color in Bilder- und Vorlesebüchern abgebildet. Denn heute suchen sie sich darin leider allzu oft noch vergebens.“ (Mint & Malve)

Die Landesfachstelle regt an, sich näher mit dem Thema Diversität auseinanderzusetzen und den Bestandsaufbau dementsprechend vielfältig anzupassen. Mittlerweile gibt es eine Vielzahl von Auswahlverzeichnissen und Beiträgen. Die hier aufgeführten Quellen und Links stellen nur eine Auswahl ohne Anspruch auf Vollständigkeit dar.

Beiträge zum Thema Diversität in Kinderbüchern:

Auswahlverzeichnisse auf der Website der Landesfachstelle in der Rubrik „Medienlisten - Weitere Themenlisten“
(z. B. Koffer der Vielfalt des Landkreises Ansbach oder die Auswahlliste „Himmelblau und Rosarot“ des Schweizer Präsidialdepartement des Kantons Basel-Stadt)
https://www.oebib.de/medien/medienlisten/weitere-themenlisten/

Süddeutsche Zeitung
Gender: Wie gleichberechtigt sind Kinderbücher? (sueddeutsche.de)

Mintundmalve.ch
Vorlesen am Schweizer Vorlesetag 2020? Ja, bitte! Aber klischeefrei! (mintundmalve.ch)

Weitere Infos:
https://judetta.de/schone-diverse-kinderbucher-fur-mehr-vielfalt/

https://vielfalt-in-kinderbuechern.de/buchfilter/

https://diversity-is-us.de/weg-mit-den-ollen-buechern-her-mit-vielfalt-in-kinderbuechern/

https://situationsansatz.de/fachstelle-kinderwelten/ (Fachstelle Kinderwelten)

Siehe zum Thema auch: Eselsohr Ausgabe Mai 2019 „Genderklischees ade"

 

 

 

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