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KIM-Studie 2020 zum Medienverhalten Sechs- bis 13-Jähriger veröffentlicht

Trotz der Einschränkungen durch die Pandemie wird eine hohe Stabilität im Mediennutzungsverhalten der Kinder festgestellt.

Medien- und Informationskompetenz / © BSB - H.-R. Schulz

Medien- und Informationskompetenz / © BSB - H.-R. Schulz

Ausgangslage:

Das Thema Digitalisierung, Mediennutzung und -konsum von Kindern ist im Jahr 2020 durch die Corona-Pandemie noch stärker in den Vordergrund gerückt. Zum Zeitpunkt der Befragung für die KIM-Studie im frühen Herbst 2020 waren die Kinder zum größten Teil wieder im Präsenzunterricht, drei Viertel der Schüler*innen hatten aber bereits Erfahrungen mit Homeschooling gemacht (74%).

Zwischenzeitlich war Deutschland von einer zweiten und dritten Pandemie-Welle und strikten Beschränkungen betroffen, erst seit März sind schrittweise und inzidenzabhängig wieder Lockerungen möglich. Am Erfahrungshintergrund der Befragten dürfte sich währenddessen wenig geändert haben.

Zentrale Aussagen:

Das Fernsehen ist weiterhin die häufigste mediale Freizeitbeschäftigung der Kinder, 70 Prozent sehen täglich fern. 68 Minuten werden im Durchschnitt täglich für die klassische Fernsehnutzung verwendet. Dabei dient Fernsehen auch der Wissensvermittlung, die Hälfte der Sechs- bis 13-Jährigen sehen sich Wissensformate an, 27 Prozent Nachrichtensendungen. Neben dem herkömmlichen Fernsehen spielt die Nutzung von Streaming-Diensten eine immer wichtigere Rolle: Die Verfügbarkeit von Streaming-Diensten in den Haushalten ist deutlich angestiegen. Inzwischen haben 44 % der Haushalte mit Kindern ein entsprechendes Abo. Die erstmals erhobene Nutzungsdauer zeigt mit durchschnittlich 24 Minuten, dass Netflix & Co. einen klaren Platz im Medienalltag von Kindern erobert haben.

71 Prozent der Sechs- bis 13-Jährigen nutzen das Internet. Mit dem Alter der Kinder nimmt auch der Anteil an Internetnutzer*innen zu. So sind es bei den Sechs- bis Siebenjährigen noch ein Drittel, die zumindest selten das Internet nutzen, während es bei den Zwölf- bis 13-Jährigen mit 97 Prozent nahezu alle sind. Im Hinblick auf die Tätigkeiten im Internet, werden insbesondere WhatsApp, Suchmaschinen, Filme/Videos und YouTube am häufigsten genutzt. Die beliebteste Internetseite der Kinder ist YouTube, gefolgt von Google. Trotz der besonderen Situation im Jahr 2020 hatte sich zumindest während des Befragungszeitraumes im Herbst keine relevante Änderung der täglichen Internetnutzungszeit ergeben, sie lag bei den Sechs- bis 13-Jährigen durchschnittlich bei einer Dreiviertelstunde (46 Minuten). Insgesamt zeigt die aktuelle KIM-Studie eine hohe Stabilität im Mediennutzungsverhalten der Sechs- bis 13-Jährigen.

Weitere Ergebnisse:

Auch die Pandemie-Situation im Jahr 2020 fand Eingang in den Fragenkatalog. So wurde der Schulalltag unter Covid-19-Bedingungen differenziert betrachtet und und lt. Studie war Corona mehrheitlich oft in der Familie Gesprächsthema.
Als liebste Freizeitaktivitäten werden "Freunde treffen" und "Draußen spielen" genannt, "Freunde/Freundschaft" zählt zu den beliebtesten Themeninteressen.
"Bücher lesen" steht noch gut im Kurs. Insgesamt lesen 16% jeden oder fast jeden Tag und 39% ein-/mehrmals pro Woche. Dabei liegen die Mädchen leicht vorn. Quer durch alle Altersklassen von 6 bis 13 Jahre lesen derzeit 36 bis 55% ein Buch. Ein Lieblingshörspiel haben vor allem die Altersgruppen 6/7 und 8/9 Jahre.
Gefragt wurde auch nach dem Kommunikationsverhalten der Kinder in Bezug auf Eltern und Freund*innen sowie Problemen mit dem Internet, unangenehmen Inhalten oder Bekanntschaften im Netz.

Zum Hintergrund:

Die Studienreihe KIM (Kindheit, Internet, Medien) wird vom Medienpädagogischen Forschungsverbund Südwest seit 1999 in Zusammenarbeit mit dem Südwestrundfunk durchgeführt. Die repräsentative Studie bildet das Medienverhalten der Sechs- bis 13-Jährigen in Deutschland ab. Für die KIM-Studie 2020 wurden rund 1 200 Kinder und deren Haupterzieher*innen vom 31. August bis zum 14. Oktober 2020 zu ihrem Mediennutzungsverhalten befragt.

Alle Ausgaben der KIM-Studie von 1999 bis 2020 sind als PDF auf www.mpfs.de abrufbar. Der Medienpädagogische Forschungsverbund Südwest ist eine Kooperation der Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg (LFK) und der Medienanstalt Rheinland-Pfalz. Die Durchführung der Studie erfolgt in Zusammenarbeit mit dem Südwestrundfunk (SWR).

Die gesamten Ergebnisse der Studie (Text und Grafiken)

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