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Mitgliederforum am 24. Oktober in Oberhaching: "Arbeiten in der Bibliothek von morgen" und 50-jähriges Jubiläum des BBV

50 Jahre Bayerischer Bibliotheksverband sind ein Grund zu feiern – viel wurde in den vergangenen Jahrzehnten geleistet. Nun gilt es nach vorn zu blicken. Welche Herausforderungen stehen an? Beim Mitgliederforum gingen Cornelia Vonhof (Hochschule der Medien, Stuttgart) und Dr. Hannelore Vogt (Stadtbibliothek Köln) der Frage nach, wie Bibliotheksarbeit in Zukunft und der Wandel erfolgreich gestaltet werden können.

 

Blick innen / © Gemeinde- und Schulbibliothek Oberhaching

© Gemeinde- und Schulbibliothek Oberhaching

Am 24. Oktober, dem Tag der Bibliotheken, fand zeitgleich das Mitgliederforum des Bayerischen Bibliotheksverbandes e.V. (BBV) in der Gemeinde- und Schulbibliothek Oberhaching statt.

„Das bayerische Bibliothekswesen steht aktuell vor großen Herausforderungen“, Themen wie Digitalisierung, Informationskompetenz oder künstliche Intelligenz würden die Bibliotheksarbeit in Zukunft nachhaltig verändern, stellte der Vorsitzende des BBV, MdL Dr. Gerhard Hopp, anlässlich des Mitgliederforums fest. Einen besonderen Rahmen bildete das 50-jährige Jubiläum des Vereins, das am Ende mit einer kleinen Feierstunde begangen wurde.

Gerade in Zeiten von Fake News, „alternativen Fakten“ und Bots werde die kritische Reflexion von digitalen Medieninhalten zu einer immer wichtigeren Fähigkeit, die jede Altersgruppe sicher beherrschen müsse, um in der heutigen Informationsgesellschaft bestehen zu können. Bibliotheken nehmen hier eine wichtige Schlüsselrolle ein, indem sie die Förderung von Informations- und Medienkompetenz in den Mittelpunkt ihrer Arbeit rücken und sich mit schulischen und außerschulischen Einrichtungen vernetzen.

Wie Dr. Hopp weiter ausführte, sind Bayerns Bibliotheken am Puls der Zeit und up to date. „Sie sind Lehr-, Lern- und Begegnungsorte, die vielfältige Möglichkeiten zur Information und Bildung bieten. Damit nehmen sie eine wichtige gesellschaftliche Rolle ein“, unterstrich der BBV-Vorsitzende.

Auch wenn in den letzten 50 Jahren viel erreicht wurde, richtet der Vorsitzende seinen Blick in Richtung Zukunft. Arbeitsschwerpunkte sieht Dr. Hopp in der Stärkung der örtlichen Bibliotheken als Lern- und Begegnungsorte, der Schaffung regionaler Netzwerke und der Auseinandersetzung mit dem sich ständig wandelnden Berufsbild des Bibliothekars in Fachtagungen wie beim Mitgliederforum.

In den anschließenden Vorträgen behandelten Prof. Cornelia Vonhof (Hochschule der Medien, Stuttgart) und Dr. Hannelore Vogt (Stadtbibliothek Köln) die Zukunft der Bibliotheksarbeit und gingen der Frage nach, wie der Wandel erfolgreich gestaltet werden könne. Prof. Vonhof fokussierte die Veränderungen in der Arbeitswelt und Dr. Vogt – Preisträgerin der Karl-Preusker-Medaille 2019 – berichtete von ihrem erfolgreichen Bibliotheksalltag und betonte, dass innovative Denkansätze mehr denn je gefragt seien. Bürgerbeteiligung und aktive Teilhabe stünden im Vordergrund. Neu konzipierte Veranstaltungsreihen wie MINT-Vorlesepaten, „Virtual Reality“-Kurse oder „Science Slams“ würden über traditionelle Lernformate hinausgehen und die digitale Bildung in den Fokus stellen.

„Wir gehen zuversichtlich und gestärkt in die Zukunft. Bibliotheken sind keine beliebigen Orte. Sie bringen Menschen und Medien zusammen: sie sind Lebensorte! Als Bibliotheksverband nehmen wir die Herausforderungen unserer Zeit mutig an. Gerade die Digitalisierung eröffnet dem Bibliothekswesen neue Chancen und Perspektiven“, ist sich Dr. Hopp sicher. „Für jene Büchereien, die sich diesen Herausforderungen stellen und den Wandel aktiv gestalten, planen wir daher die Etablierung eines Bayerischen Bibliothekspreises.“

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