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Monatsthema zum Internationalen Frauentag am 8. März in der Stadtbibliothek Neumarkt: „Sei frech und wild und wunderbar!“

Die in der Ausstellung präsentierten Bücher handeln von starken Mädchen und Frauen und geben Tipps und Informationen aus weiblicher Sicht.

Internationaler Frauentag / © Stadtbibliothek Neumarkt - Lisa Niebler

Internationaler Frauentag / © Stadtbibliothek Neumarkt - Lisa Niebler

Dieses Zitat, das Astrid Lindgren zugeschrieben wird und sich vorzüglich als Beschreibung von Pippi Langstrumpf, dem stärksten Mädchen der Welt, eignet, passt auch zum Weltfrauentag, dem 8. März. Schließlich ist es den Frauen nach Jahrhunderten des Patriarchats in vielen Bereichen gelungen, aufzuholen und gleichzuziehen. Das gilt nicht für alle Frauen in allen Ländern, und auch bei uns gibt es noch Nachholbedarf.

Die in der Ausstellung präsentierten Bücher handeln von starken Mädchen und Frauen, darüber hinaus bieten die Autorinnen aber auch aus weiblicher Sicht Tipps und Informationen zu Problemen des Arbeitsalltags und beschäftigen sich mit den Unterschieden, die man da zwischen Männern und Frauen macht, zu deren Lösung sie beitragen wollen.

Zunächst sind Werke aus dem Bereich der erzählenden Literatur zu nennen. In Barry Jonsbergs Kinderbuch „Das Blubbern von Glück“ geht es um eine Zwölfjährige, die versucht, die Welt glücklich zu machen, was ihr in ihrem eigenen Umfeld auch gelingt. Dass dies nicht nur im Roman, also in der Fiktion möglich ist, wird am zweiten Beispiel deutlich: Sharon Camerons „Das Mädchen, das ein Stück Welt rettete“ beruht nämlich auf einer wahren Begebenheit. Die Geschichte spielt in Polen im Jahr 1939, die Heldin versteckt Menschen vor der Verfolgung durch die Nazis und rettet somit Leben.

Die beiden folgenden Romanbiographien haben natürlich auch einen wahren Kern: Laura Baldinis „Ein Traum von Schönheit“ schildert das Leben von Estèe Lauder, die zum großen Teil aus eigener Kraft ein Kosmetik-Imperium schuf. Auf einem ganz anderen Gebiet, nämlich der Politik, war Clementine Churchill, die Frau des früheren englischen Premiers Winston Churchill, tätig. Als starke Frau hinter ihrem Mann war sie seine wichtige Beraterin.

Das Thema liefert aber natürlich auch viel Stoff für Sachbücher. Unter dem Titel „Adventure Girls“ macht Nicole Duggan für neugierige Mädchen ab 8 Jahren inspirierende Vorschläge, wie sie aktiv tätig werden können, sei es beim Basteln, bei Outdoor-Aktivitäten oder dadurch, dass sie sich Vorbilder unter den vorgestellten zehn tollen Frauen suchen.

Ein zumindest in früheren Zeiten grundlegender Aspekt hinsichtlich der Rolle der Frauen in unserer Gesellschaft wird von Rebekka Endler genannt. Der Titel ihres Buchs – „Das Patriarchat der Dinge“ verweist schon darauf, dass – und auch heute noch - vieles an den Männern orientiert ist, ob das die Temperatur in öffentlichen Gebäuden oder die Vorgaben zur Medikamentendosierung angeht. Dass sich vor allem im beruflichen Bereich schon vieles geändert hat, wird in den folgenden Werken sichtbar, so in dem Ratgeber von Martina Hesse und Ute Hamelmann, der „Unsere Zeit ist jetzt!“ heißt und vor allem für Frauen hilfreich ist, die ihre berufliche Karriere beginnen oder an eine Umorientierung denken.

Carolin Kebekus und Mariella Tripke stellen in ihrem Ratgeber „Es kann nur eine geben“ die Bedeutung der Solidarität unter Frauen heraus. Sie betonen, dass man sich nicht mit einer Vertreterin für bestimmte Aufgaben begnügen darf, eine Frau im Aufsichtsrat z.B. nicht reicht, sondern dass  Frauen sich untereinander unterstützen und eigene Netzwerke bilden sollen.

Die Self-made-Millionärin Stephanie Raiser will in ihrem Buch „Die Millionärin von nebenan“ anhand ihres eigenen Beispiels Frauen dazu motivieren, nicht nur zu arbeiten, sondern auf finanziellen Erfolg zu achten. Sie gibt auch Tipps dazu, wie man Familie und Beruf gerecht werden kann. Dass das Ganze phasenweise an eine Selbstdarstellung ihrer eigenen Erfolgsgeschichte geraten ist, ist nicht überraschend. Einen Finanzratgeber speziell für Frauen haben Helma Sick und Renate Fritz verfasst. Ihre Tipps zielen vor allem darauf ab, Frauen finanziell unabhängig zu machen und sie in für weibliche Lebensverläufe typischen Situationen zu beraten, also in Fragen zur Elternzeit, bei einer Scheidung oder hinsichtlich der Abwendung einer bei viel Teilzeitarbeit möglichen Altersarmut.

Fränzi Kühne widmet sich einem speziellen Unterschied, den Männer und Frauen im Berufsleben erfahren. Ihr Buch ist betitelt: „Was Männer nie gefragt werden“. Sie selbst wurde, als sie 2017 ihre Stelle als jüngste Aufsichtsrätin in einem börsennotierten Unternehmen antrat, häufig um Interviews gebeten, wobei ihr Fragen gestellt wurden, z.B. die nach der Bedeutung optischer Attribute für ihre Karriere, die Männer so nicht zu beantworten hatten. Sie drehte den Spieß um und entwarf einen Fragebogen für Männer, eben: „Was Männer nie gefragt werden“. Mit dem interviewte sie den Sänger Axel Bosse, den Heimwerker Fynn Kliemann, den Sternekoch Christian Rach und die Politiker Heiko Maas und Gregor Gysi. Die Gesprächssammlung ist lesenswert, nicht zuletzt wegen der verwunderten Gesprächspartner.

Ein weiterer Bereich, in dem man das Patriarchat der Dinge an Bedeutung verliert, ist der Sport. Stacy T. Sims, selbst Sportlerin und Ernährungsberaterin, beschäftigt sich in ihrem Ratgeber „Peak – Performance für Frauen“ mit dem Einfluss der weiblichen Physiologie auf Training, Ernährung und Leistungsfähigkeit von Sportlerinnen, die damit die Form ihres Lebens erreichen können. Auf zu neuen Rekorden!

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