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Online-Workshop "Neue Services öffentlicher Bibliotheken: Die Krise als Innovationsmotor"

Während der Pandemie haben Bibliotheken Herausforderungen gemeistert, Lösungen gefunden und viele kreative Angebote auf den Weg gebracht.

Online lernen / © Binder

Online lernen / © Binder

Ende 2020 fand in drei Teilen mit jeweils zwei Stunden Dauer der Online-Workshop „Neue Services öffentlicher Bibliotheken: Die Krise als Innovationsmotor“ statt.

Zuerst diskutierten die 15 Teilnehmenden, was mit dem Begriff „Innovation“ überhaupt gemeint ist. Innovation ist nämlich mehr als nur eine Weiterentwicklung.

Dann stand auch schon der Austausch der Teilnehmenden zu neuen Angeboten bayerischer öffentlicher Bibliotheken in Zeiten von Corona im Mittelpunkt: Welche Services wurden auf den Weg gebracht? Mit welchen Herausforderungen war dies verbunden? Welche Lösungen wurden dafür jeweils gefunden? Die Berichte der einzelnen Bibliotheksleitungen wurden vom Trainer Andreas Mittrowann live in einer Online-Mindmap dokumentiert.

Bei vielen wurde natürlich das Angebot an E-Medien stark ausgebaut: es wurden mehr E-Books angeschafft, Brockhaus online wurde auch für Nicht-Nutzer*innen freigeschaltet oder das Streaming-Portal Freegal Music durch mehr Playlists besser erschlossen.

Einige ermöglichten auch eine Online-Anmeldung für Neukund*innen.

Vielerorts wurde während des Lockdowns und teilweise darüber hinaus ein Lieferservice angeboten. Eine Bibliothek bot in diesem Rahmen Wundertüten an, eine andere individuell gepackte Leserucksäcke für Kinder.

Als wieder eine eingeschränkte Öffnung möglich war, war der Einfallsreichtum nach wie vor groß, z.B. mit „Urlaub daheim“-Tüten, die Infos zum Landkreis enthielten. Um die örtlichen Kulturschaffenden zu fördern, gab es ein „Band-Regal“, in dem sich lokale Bands mit Plakaten und CDs vorstellen konnten.

Um die ausgefallenen Veranstaltungen zumindest teilweise ersetzen zu können, gab es viele kreative Ideen: Basteltüten zur Abholung, YouTube-Kamishibai-Vorführung, Online-Vorlesestunden, Facebook-Posts mit Beschäftigungsideen, Linksammlungen im OPAC und digitale Klassenführungen sind nur einige davon.

Eine Bücherei engagierte für den digitalen Adventskalender der Stadt eine Märchenerzählerin.

Als Hausaufgabe stand das Durcharbeiten einer eigens für den Kurs erstellten Synopse zu Dienstleistungen von Bibliotheken auf der ganzen Welt während der Pandemie auf dem Plan.

Anschließend standen die Planung neuer Ideen und ihrer Umsetzung in der Zukunft an. Die Teilnehmenden tauschten sich dazu in virtuellen Arbeitsgruppen aus und konkretisierten ihre jeweiligen Vorhaben in Ideensteckbriefen, z.B. zu folgenden Themen:

  • Adventskalender, bei dem es jeden Tag online den nächsten Teil einer Geschichte zum Hören gibt
  • Online-Buch-Vorstellungen zur Bestimmung der nächsten Klassenlektüre
  • Vorstellung der Bücherei mit Hygiene-Maßnahmen im regionalen TV
  • Stadtspaziergang: Anhand eines Bilderbuchs wird die Stadt erkundet

Danach standen die Öffentlichkeitsarbeit und der Austausch zu Erfahrungen mit einzelnen PR-Maßnahmen, von der Pressemeldung bis zu Postings in sozialen Medien, im Fokus. Abschließend erhielten die Teilnehmenden noch Tipps und Linklisten mit Hinweisen, wie Bibliotheken auch in Zukunft –  unabhängig von ihrer Größe – am „Innovationsball“ bleiben können.

Fazit: Die Corona-Pandemie hat auf die Mehrzahl der Bibliotheken in diesem Online-Kurs tatsächlich als Katalysator für Innovation gewirkt und neue Angebote angestoßen, die auch weiterhin fortgeführt werden sollen.

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