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Wechsel der Bibliotheksdirektorin Anja Flicker von Würzburg nach Essen

Nach zehn Jahren in Würzburg machte sich Anja Flicker auf den Weg, um ab 1. Juni 2020 die Stadtbibliothek Essen zu leiten.

Anja Flicker, Direktorin der Stadtbücherei Würzburg 2010 - 2020 / © Anja Flicker

Anja Flicker, Direktorin der Stadtbücherei Würzburg 2010 - 2020 / © Anja Flicker

Am 4. Januar 2010 übernahm Anja Flicker als Nachfolgerin von Dr. Hannelore Vogt (jetzt Direktorin der Stadtbibliothek Köln) die Leitung der Würzburger Stadtbücherei.
Die Diplom-Bibliothekarin war zunächst in der Münchner Stadtbibliothek, anschließend als Wissensmanagerin in zwei Wirtschaftsunternehmen tätig gewesen und sagte damals: „Ich freue mich, wieder in eine Bibliothek zu wechseln, und möchte in Würzburg die erfolgreiche Arbeit meiner Vorgängerin fortführen.“

Nach zehn Jahren machte sich Anja Flicker erneut auf den Weg, um ab 1. Juni 2020 die Stadtbibliothek Essen zu leiten.

„Gemeinsam mit dem großartigen Team der Stadtbücherei habe ich richtig viel bewegen und tolle Projekte sowie wegweisende Innovationen realisieren können“, zieht Anja Flicker ein Resümee der vergangenen Jahre.

Die Implementierung von Wissensmanagement in der Stadtbücherei war eines der ersten Projekte. Sie begründete ein  internes Wiki, das sich mit seinem gesammelten Wissen über die Bibliothek, die Veranstaltungen und  Services etc. als unverzichtbar erwiesen hat. Auch in den Räumen der Landesfachstelle der Bayerischen Staatsbibliothek hat Frau Flicker dankenswerterweise ihr Konzept zur Nachnutzung für andere Bibliotheken vorgestellt.

Weiter war die Stadtbücherei eine Vorreiterin bei der Entwicklung einer Social-Media-Strategie. Die Mitarbeitenden „bespielen“ die verschiedenen Kanäle Facebook, Twitter, Instagram sowie Weblog mit informativen und kreativen Inhalten, schaffen so eine Bindung zur Einrichtung und erreichen damit selbst bibliotheksfernere  Zielgruppen. Als einige Bibliotheken in der Region sich an die Einführung von Facebook wagten, konnten sie sich an der Stadtbücherei orientieren.

Eine große Maßnahme war die Einführung der Selbstverbuchung und automatisierten Rückgabe mit RFID-Technik Anfang 2017 im Falkenhaus. Die Bibliothek erhielt einen neuen Eingangsbereich und flankierend wurden viele Abläufe im Haus umgestellt, nicht zuletzt, um Kapazitäten für die vielen Veranstaltungen zu schaffen.

2019 fanden in der Stadtbücherei Würzburg 801 Veranstaltungen für alle Altersgruppen statt. Neben den Lesungsreihen „Literarischer Frühling“ und „Literarischer Herbst“ entwickelte sich die Lernwerkstatt als facettenreiche Plattform lebenslangen Lernens für Erwachsene weiter. In der Kinder- und Jugendbücherei gibt es traditionell schon immer viele Veranstaltungen zur Leseförderung für alle Altersgruppen (z.B. während der Jugendbuchwoche), für ältere Kinder steht das Thema Medienkompetenz mit auf der Agenda.

Besonders hervorhebenswert ist die Konzeption der neuen  Stadtteilbücherei Hubland, die im Mai 2019 offiziell ihrer Bestimmung übergeben wurde und seither viel öffentliche Aufmerksamkeit deutschlandweit und international gefunden hat.

Zum Einsatz kam die Methode Design Thinking, die Bürger*innen wurden beteiligt (Stichwort Partizipation) und die Planung erfolgte gemeinsam mit Creative Guide Aat Vos.
Es war zudem gelungen, die erste Open Library in Bayern umzusetzen.
Im ersten Jahr kamen im Durchschnitt täglich 250 Besucher*innen vorbei, die Stadtteilbücherei ist zum öffentlichen Wohnzimmer des neuen Stadtteils geworden. Das Programm „Bibliothek als Ort“ wurde sowohl konzeptionell, als auch in der Umsetzung vorgelebt.

Nach einem Stadtratsbeschluss sollen künftig auch andere Stadtbücherei-Standorte nach dem partizipativen Konzept umgestaltet werden. Es wurde ein Bibliotheksentwicklungsplan für mehrere Jahre beschlossen, um Dritte Orte zu schaffen.

Der Kulturreferent der Stadt Würzburg, Achim Könneke, stellte rückblickend fest: „Frau Flicker hat die Würzburger Stadtbücherei mit Hauptstelle im Falkenhaus und den Stadtteilbüchereien mit strategischem Weitblick und großer Sensibilität weiterentwickelt und dabei ihre Mitarbeiter*innen in vorbildlicher und teamorientierter Weise geführt.“

Als Landesfachstelle haben wir ebenfalls viel Grund, ein großes Dankeschön an Frau Flicker zu richten: mehrfach für die Gastfreundschaft in den Räumen der Stadtbücherei, aber auch für die Bereitschaft, unsere Arbeitskreise, Fortbildungen und überregionalen Veranstaltungen (z.B. Bayerischer Bibliothekstag) zu unterstützen. Oft vermittelte Frau Flicker persönlich, welche neuen Angebote der Stadtbücherei wegweisend - für andere Bibliotheken - waren. Aber sie stellte auch Mitarbeitende aus ihrem engagierten und motivierten Team für Veranstaltungen der Landesfachstelle bereit. Hinzu kommt die Beteiligung beim Verbund e-Medien Franken usw.

Wir verabschieden uns mit einem weinenden Auge und freuen uns für Frau Flicker mit einem lachenden Auge über die neue Chance! Wir wünschen ihr alles Gute und viel Erfolg in Essen!

Weitere Informationen:
Blog der Stadtbücherei Würzburg

Neuer Eingangsbereich mit Selbstverbuchung in der Stadtbücherei Würzburg (Meldung auf OeBiB.de)

Eröffnung der neuen Hubland-Zweigstelle in Würzburg (Meldung auf OeBiB.de)

Bibliotheksporträt: Hubland-Zweigstelle in Würzburg (OeBiB.de)


Quellen: Blog der Stadtbücherei Würzburg, Redaktion BFB, Pressematerial der Stadt Würzburg
 

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