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    Nachrichten aus Bibliotheken

    16.04.09

    Nacht.aktiv - Die 1. Bayreuther
    Kinder- und Jugendliteraturnacht

    Blick in den Zuschauerraum
    (Foto Stadtbibliothek Bayreuth)

    Die Warteschlange vor
    dem Historischen Museum
    (Foto Stadtbibliothek Bayreuth)

    Orangerie
    (Foto Stadtbibliothek Bayreuth)

    Ebenfalls in der Orangerie
    (Foto Stadtbibliothek Bayreuth)

    Der Saal im Kunstmuseum
    (Foto Stadtbibliothek Bayreuth)

    Im Autorencafé
    (Foto Stadtbibliothek Bayreuth)

    Peter Freund signiert im
    Kunstmuseum
    (Foto Stadtbibliothek Bayreuth)

    Das Veranstaltungskonzept

    Bisher erstreckte sich das Engagement der Stadt Bayreuth meist auf Angebote für Erwachsene. Im letzten Jahr fand zum ersten Mal eine Literatur-Großveranstaltung statt, die sich ganz speziell an Kinder und Jugendliche zwischen 6 und 15 Jahren richtete. Am 11. Juli 2008 veranstalteten die Stadtbibliothek und Jugendbücherei als Hauptorganisatoren die erste Bayreuther Kinder- und Jugendliteraturnacht. Daneben wirkten die Stadt Bayreuth, die bayerische Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen, der Nordbayerische Kurier und Engin’s Ponte am Canale Grande mit, ebenso der Loewe Verlag. Engin’s Ponte war der zentrale Treffpunkt der Kinder- und Jugendliteraturnacht und an diesem Abend für alle Besucher geöffnet. Dort stand die Abendkasse und es war möglich, Informationen zu besorgen und offene Fragen zu klären. Zum Preis von 5,50 Euro für Kinder und 7,70 Euro für Erwachsene (Abendkasse im Ponte: Kinder 6,– Euro/Erwachsene 8,– Euro) konnte jeder bei Nacht.aktiv dabei sein. 11 Autorinnen und Autoren lasen zu ungewöhnlicher Stunde an außergewöhnlichen Orten unter bestimmten thematischen Gesichtspunkten live aus ihren aktuellen Büchern: Ulrike Baier, Christian Tielmann, Vanessa Walder, Andreas Schlüter, Isabel Abedi, Christoph Marzi, Peter Freund, Hermien Stellmacher, Patricia Schröder, Antonia Michaelis und Rainer Strecker. Jeder Veranstaltungsort stand unter einem bestimmten Motto und die jeweiligen Lesungen waren daran thematisch angelehnt: Abenteuer im Urweltmuseum, Zeitreisen im Historischen Museum, Fantasy im Kunstmuseum, Schattenwelten im Schlosskeller und Starke Mädchen im Hofgarten.

    Eine Lesung dauerte etwa 30 Minuten, gut 15 Minuten stand der Autor im Anschluss daran für Fragen zur Verfügung. Zum Wechsel der Veranstaltungsorte war ca. 30 Minuten Zeit. An den jeweiligen Leseorten hatten die Bayreuther Buchhandlungen Büchertische aufgebaut. Nach den Lesungen waren die Autorinnen und Autoren in Engin’s Ponte zu finden und es bestand Gelegenheit, Autogramme zu holen oder die Bücher signieren zu lassen. Leider wurde das Autorencafé vom Publikum nicht so richtig wahrgenommen.

    Im Ergebnis stellte Jörg Weinreich, der Leiter der Stadtbibliothek, fest, dass die 1. Bayreuther Kinder- und Jugendliteraturnacht ein Projekt von überwältigendem Erfolg war. Alle Veranstaltungsorte wurden gleich zu Beginn des Abends schier überrannt. Statt der erwarteten 500 waren an die 1.000 Kinder, Eltern und Literaturbegeisterte erschienen. Die Befürchtung, die Veranstaltung könnte für Bayreuth eine Nummer zu groß sein und die Besucher würden ausbleiben, hat sich als unhaltbar erwiesen.

     

    Die Vorbereitung

    Die Idee zu der Großaktion entstammte einem dreiseitigen Marketingkonzept, das zwei Mitarbeiterinnen der lokalen Tageszeitung und eines großen Kinder- und Jugendbuchverlags aus einem Nachbarort entworfen und sowohl dem Ober­bürgermeister als auch dem (noch neuen) Kulturreferenten vorgelegt hatten. Eine darauf ausgerichtete Besprechung mit dem Kulturreferenten und Vertreterinnen von Zeitung und Verlag verließ das Bibliotheksteam trotz Vorbehalten als frisch gebackener Großveranstalter, immerhin mit der Zusage von größtmöglicher Unterstützung durch die Erfinder des Projekts. Natürlich mussten alle Vorbereitungen bereits angelaufen sein, bevor die 10.000 Euro für den Haushalt der Bibliothek überhaupt genehmigt werden konnten.

    Weitere Aufgaben mussten verteilt werden: Auswahl der Autoren, Anfrage an die Schulen, die Universität, den Förderverein und die Buchhandlungen zur Mitwirkung. Die Zuständigkeit und die Verantwortung für die einzelnen Leseorte erhielt jeweils ein/e Bibliothekar/in der Stadtbibliothek. Die Auswahl der Autoren gestaltete sich nicht ganz einfach, da neben den Genres auch das Alter der Zielgruppe berücksichtigt werden musste, war doch geplant, zuerst Lesungen für Jüngere, später für Ältere anzubieten. In der Zwischenzeit entwarf die Grafikerin des Verlags Programmheft, Plakat und Eintrittskarten. Als Auflage für die Werbematerialien wurde festgelegt: 500 Plakate A1, 5.000 Programmhefte und 1.000 Eintrittskarten.

     

    Kooperationspartner

    Der Rücklauf der Schulen war leider gering: es meldeten sich vier Lehrerinnen und ein Lehrer aus drei Schulen für eine 5., zwei 6., eine 7. und eine 8. Klasse an. Für die Pädagogen veranstaltete die Stadtbibliothek einen Infoabend, bei dem die Beteiligung abgesprochen wurde: z. B. erklärten sich erstere bereit, mit ihren Schülern für die Dekoration eines Veranstaltungsortes zu sorgen, Autoren vom Hotel abzuholen, sie anzu­moderieren, Interviews zu führen, eine Plakatwand zu gestalten oder die Einlass­kontrolle zu übernehmen. Die mitwirkenden Schüler wurden dann ebenfalls zu einer Infoveranstaltung in die Jugendbücherei geladen.

    Die Buchhandlungen waren einfacher zur Zusammenarbeit zu bewegen. An allen 5 Leseorten wurden später Bücher der beteiligten Autoren präsentiert bzw. verkauft.

    Eine Berichterstattung in der örtlichen Presse war durch die Beteiligung der einzigen lokalen Tageszeitung am Konzept der Literaturnacht von vornherein gewährleistet. Allerdings verlangte der Nordbayerische Kurier den Abschluss eines Vertrags über eine exklusive "Medienpartnerschaft" mit vereinbarten Leistungen und Gegenleistungen von Zeitung und Bibliothek.

     

    Manöverkritik

    Kleine Unannehmlichkeiten blieben nicht aus. Da eine Autorin gleich zu Beginn ausfiel, mussten die Besucher der ersten Leseschicht auf 4 statt 5 Lesungen verteilt werden, was dazu führte, dass die Räume relativ schnell (über)belegt waren. Die für die Einlasskontrolle eingesetzten Schülerinnen und Schüler wurden der Situation kaum noch Herr. Eltern, die mit ihren Kindern von einem zum anderen Veranstaltungsort geschickt wurden und auch dort keinen Platz mehr fanden, reagierten verärgert - durchaus verständlich, aber leider nicht zu ändern. Die überfüllten Räume waren laut und stickig, ungünstig wirkte sich das regnerische, äußerst schwüle Wetter an diesem Abend aus - und trotzdem wollten alle "ihre" Autoren sehen und hören! Ein weiteres kleines Manko im Zusammenhang mit den ausgefallenen Lesungen: es gab Verschiebungen im Zeitplan, die nicht von allen Besuchern wahrgenommen wurden. Wichtigstes Utensil am Abend war das Handy, ohne das eine Abstimmung zwischen den einzelnen Verantwortlichen für die Veranstaltungsorte kaum möglich gewesen wäre.

     

    Ausblick

    Mittlerweile fanden zwei weitere Treffen mit allen Beteiligten statt, einmal um Bilanz zu ziehen, das zweite Mal dann schon, um eine 2. Bayreuther Kinder- und Jugend­literatur­nacht auf den Weg zu bringen. Eine Aufstellung der geleisteten Arbeitsstunden für die Kinder- und Jugendliteraturnacht ergab die enorme Summe von 852 Stunden, davon bewältigten die Mitarbeiter/-innen der Stadtbibliothek ca. 16 Wochen aus ihrem Arbeitszeitbudget, also beinahe vier Monate. Aufgrund des Organisationsaufwands beschloss das Team, die Veranstaltung nicht jährlich, wie von vielen Besuchern gewünscht, sondern höchstens in zweijährigem Rhythmus zu wiederholen, beim nächsten Mal allerdings mit einer verstärkten organisatorischen Unterstützung durch die Buchhandlungen.

    Einen ausführlichen Werkstattbericht zur 1. Bayreuther Kinder- und Jugend­literatur­nacht sowie das Programm finden Sie hier zum Download.

     

    Bibliothek: Stadtbibliothek Bayreuth
    Anschrift: Luitpoldplatz 7
                   95444 Bayreuth
    Tel.: 09 21 / 25 15 01 
    Fax: 09 21 / 25 14 39 
    E-Mail: stadtbibliothek@stadt.bayreuth.de
    Ansprechpartner: Jörg Weinreich
    E-Mail: joerg.weinreich@stadt.bayreuth.de
    Internet: Website der Stadtbibliothek


    Von: Jörg Weinreich

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