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    27.10.10

    Jugendliche im „Kaufrausch“ machten das Medienangebot der Bibliothek attraktiver

    Das „Kaufrausch“-Team prä-
    sentierte seine Ergebnisse
    (Foto: Stadtbibliothek
    Aschaffenburg)

    Um eine Nutzergruppe anzusprechen, die die Bibliothek weniger intensiv bis überhaupt nicht nutzt, hat die Stadtbibliothek Aschaffenburg im Mai 2010 das Projekt „Kaufrausch“ für Jugendliche zwischen 12 und 16 Jahren angeboten. Unter dem Motto „Ihr sucht aus, wir zahlen!“ durften vier zwölfjährige Mädchen für die Jugendabteilung der Stadtbibliothek Bücher, CDs und DVDs auswählen, einkaufen und anschließend unter Anleitung für die Ausleihe in der Jugendabteilung vorbereiten. Anknüpfend an gute Erfahrungen mit ähnlichen Projekten in anderen Bibliotheken, z.B. in der Stadtbibliothek Solingen, sollte die Aktion dazu beitragen, das Medienangebot für diese Altersgruppe attraktiver zu gestalten. Zunächst ging es darum, die Interessen der Jugendlichen kennenzulernen und herauszufinden, womit sie sich gern beschäftigen.  

    Projektverlauf: Auswahl, Einkauf, Erfassung, Präsentation

    Betreut wurden die vier Mädchen bei dem viertägigen Projekt von der Bibliothekarin Annette Seiller und der Studentin Elke Lüdecke, die als Praktikantin in der Bibliothek tätig war. Für den Medienkauf standen 500 Euro aus dem Etat der Jugendabteilung zur Verfügung.

    Am ersten Projekttag besprach das Team, nach welchen Kriterien die Medien ausgewählt wurden. Diese sollten, so die Vorgabe, für die Altersgruppe ab 12 Jahren (FSK ab 12) geeignet sein, nicht im Bestand der Bibliothek stehen, nicht einseitig politische Meinungen propagieren, keine Gewalt verherrlichen oder pornographische Inhalte haben.
    Zur Recherche dienten Prospekte der Buchhandlung und die Websites der online-Buchhandlungen. Anschließend wurde im OPAC der Stadtbibliothek geprüft, ob der gewünschte Titel bereits im Bestand vorhanden ist.

    Am nächsten Tag war der Einkauf in der örtlichen Buchhandlung und in einem Kaufhaus mit einer großen DVD- und CD-Abteilung angesagt. Damit nicht versehentlich Dubletten ausgesucht werden, prüften die Mädchen anhand der Bestandsliste, ob die ausgewählten Bücher, DVDs oder CDs nicht bereits zum Bestand der Bibliothek gehören. Eine Zwischenrechnung ergab, dass das Budget bereits überschritten war, so mussten einige DVDs leider wieder in das Regal gestellt werden. 18 Bücher, 18 DVDs und 5 CDs konnten jedoch im Einkaufskorb bleiben.

    Der dritte Projekttag diente der Vorbereitung der eingekauften Medien für die Ausleihe. Die Mädchen staunten, wie viele Arbeitsschritte notwendig sind, bevor ein Buch oder eine DVD in das Regal der Bibliothek gestellt werden kann:

    • Inventarisierung
    • Vergabe der Zugangsnummer
    • Anbringen der Signatur
    • Stempeln 
    • Katalogisieren
    • Einbinden
    • Wahl der Interessenkreise
    • Rückenschilder aufkleben
    • Barcode aufkleben
    • Verknüpfen

    Die Mädchen waren sehr konzentriert und eifrig bei der Sache. Mit Unterstützung der Bibliothekarinnen wurden die Bücher in Folie eingebunden und mit Aufklebern versehen. Am Ende des Tages waren bis auf die Schlusskontrolle alle Arbeitsschritte erledigt.

    So konnte das „Kaufrausch“-Team die Neuerwerbungen am letzten Projekttag an einem zentralen Platz in der Abteilung „Free-Style“ zur Ausleihe präsentieren. Bereits 2 Tage später war das Regal bis auf zwei Titel leer. Das beweist wohl, dass diese Auswahl den Geschmack der Zielgruppe getroffen hat!

    Fazit
    Allen Beteiligten hat die Aktion viel Spaß gemacht und eine Wiederholung wird ausdrücklich gewünscht, wie eine Befragung zur Auswertung des Projekts ergab.

    Hinsichtlich der Interessen der Projektteilnehmerinnen zeigte sich, dass Fantasy und Mystery-Romane besonders beliebt sind. Die Ausleihzahlen der Bibliothek bestätigen dieses Ergebnis. Hörbücher scheinen dagegen für die 12- bis 13-Jährigen weniger interessant zu sein, denn im Rahmen des Projektes wurden keine ausgewählt, dafür teilweise sehr dicke Bücher und viele DVDs. Das hängt möglicherweise mit dem Freizeitverhalten dieser Altersgruppe zusammen. Man trifft sich, um gemeinsam eine DVD anzuschauen, dafür sind Hörbücher eher nicht geeignet.

    Die beiden knapp 13-jährigen Mädchen interessierten sich bereits überwiegend für die Erwachsenenliteratur. Die Bibliothek gewann daraus die Erkenntnis, dass fliessendere Übergänge zwischen den Abteilungen „Jugend“ und „Romane“ für diese Zielgruppe günstiger wären. Ein Schritt in diese Richtung wurde bereits mit der Aufstellung des Jugendbereichs im ersten Stock neben der Literatur für Erwachsene getan.

    Bei einer Wiederholung, eventuell mit Jungen in den Herbstferien, soll das Projekt noch einen Untertitel erhalten: „Blick in die Kulissen der Stadtbibliothek“.

    Quelle: Lesen in Deutschland

     

    Bibliothek:Stadtbibliothek Aschaffenburg
    Anschrift:Schlossplatz 2

    63739 Aschaffenburg
    Tel.:0 60 21 / 33 94 - 0
    Fax: 0 60 21 / 33 94 - 33
    E-Mail:stadtbibliothek@stadtbibliothek-aschaffenburg.de
    Ansprechpartner:Petra Reuter-Bulach
    Internet:

    Homepage der Stadtbibliothek


    Weblog der Stadtbibliothek


    Von: Elke Lüdecke

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    Aschaffenburg, Stadtbibliothek

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