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    Nachrichten aus Bibliotheken

    07.12.10

    Französische Nacht „Wein-Lese(n)“ begeistert das Publikum

    Französisches Buffet
    (Fotos Jürgen Minnich und
    Hans Mair)

    Peter Schwedes - Musiker

    Annerose Moser (Leserin
    der Bücherei und Vorleserin)

    Bürgermeister Albert Lohner
    bei der Weinverkostung

    Die Verbindung zwischen Mertingen und Frankreich ist schon deshalb intensiv, weil das Dorf an der Schmutter seit 35 Jahren eine Partnerschaft zu Sainte-Pazanne pflegt. Seit der Veranstaltung „Französische Nacht: Wir laden zum Wein-Lese(n)“ in der Gemeindebücherei Mertingen ein, dürfte die Liebe zum Nachbarland noch heißer brennen. Die rund 50 Gäste, die an jenem Samstagabend, den 30. Oktober 2010, in die Bücherei strömten, konnten viel Gutes aus „la France“ mit allen Sinnen genießen. Fürs Gefühl gab es Lesungen aus sieben Romanen. Geschmacks- und Geruchssinn regten edle Tropfen und süße wie deftige Leckereien an. Peter Schwedes’ Stimme und Gitarre erfreuten die Ohren des Publikums und jedermanns Auge fand die Dekoration schön dezent und stimmungsvoll. 
     
    Ein Zimmer zum Stehen, Essen, Trinken, Plaudern und Zuhören – ein Zimmer zum Sitzen bei Musik und Literatur, so sorgten die Büchereimitarbeiterinnen Conni Mair und Heike Minnich für Abwechslung und Kurzweil.

    Die erste lange Büchereinacht vor vier Jahren fand noch in den ehemaligen Büchereiräumen des Kath. Pfarrheims „St. Martin“ statt und die Besucherzahl war relativ überschaubar. Für die Veranstaltung 2010 in den Räumen der neuen Gemeindebücherei stand zwar etwas weniger Platz zur Verfügung, der Büchereievent war aber prompt ausverkauft.

    Nach dem Krimi-Abend 2006 und der italienischen Nacht 2008 wurde „Wein-Lese(n)“ Mertingens bislang gelungenste Bibliotheksnacht, ein besonderer Beitrag zur bundesweit stattfindenden Aktion: „Treffpunkt Bibliothek – Information hat viele Gesichter“.
    Besonders dienlich war, dass Albert Lohner, Erster Bürgermeister der Gemeinde Mertingen, sich als humorvoller und fachkundiger Moderator in Sachen Wein erwies.
    So ging es am Abend los mit einem Schluck Muscadet, Fotos, Karten und wissenswerten Informationen über Frankreichs Weinanbaugebiete. „Wie kommt der Wein zu seiner Farbe?“ – „Was sagten Berühmtheiten wie Goethe, Dante und Wilhelm Busch zu edlen Tropfen?“ – „Wie genießt man welche Sorte idealerweise?“. Auf solche Fragen kennen die Gäste der langen Büchereinacht nun die Antworten und zudem einige gute Jahrgänge, die es in der ortsansässigen Getränkehandlung Graf zu kaufen gibt.
     
    Für den Lesegenuss sorgten die Gemeindebücherei und die Buchhandlungen. So war Nicolas Greno vom Buchhaus Greno Donauwörth in bewährter Tradition einer der Vorleser des Abends. Mitgebracht hatte er den Roman „Der Schaum der Tage“ von Boris Vian, ein poetisches, immer wieder überraschendes Meisterwerk. Er spielt 1947 und lässt an der Liebe von Colin und Chloé teilhaben. Ausgelassen und exzentrisch feiern sie das Leben, bis Chloé erkrankt – ihr wächst eine Seerose in der Lunge. Im Paris von heute angesiedelt ist hingegen die Erzählung  „Ich hatte vergessen, dass ich verwundbar bin“ von Delphine de Vigan. Hier geht es um eine im Beruf gemobbte Frau und einen unglücklich verliebten Mann, die sich am Rande des Zusammenbruchs durch Paris und aufeinanderzubewegen. Mit „Die Eleganz des Igels“ von Muriel Barbery lernten die Mertinger dank Heike Kamm, die das Buch vorstellte, ein besonderes Werk kennen. Seine Helden unter anderem: eine hässliche Concierge mit einem beachtlichen Wissen und ein todessehnsüchtiger, reicher Teenager.
    Auch Krimis, die in Frankreich spielen, fanden an diesem Abend viel Gehör: Dieter Schütze machte Appetit auf „Trüffelträume“ von Peter Mayle, Petra Lenk stellte Leonie Swanns zweiten Schafskrimi „Garou“ vor und Hans Mair las aus dem Dordogne-Krimi „Wer Lügen sät“ von Michelle Wan, an dessen Anfang ein mumifiziertes Baby gefunden wird. Wer Marc Levy bisher nur von seinen Liebesromanen kennt, weiß dank Annerose Mosers Präsentation des Buches „Am ersten Tag“ nun auch, dass Levy Liebe und Krimi prima verbinden kann.
     
    Zwischen zwei Büchern steckte in Mertingen immer Musik. Genauer: Französische Musik, wunderbar vorgetragen von Peter Schwedes.  Er ließ es sich nicht nehmen, bisweilen einen eigenen deutschen Text zum Gitarrenklang einzuflechten und lud bei „Allouette“ alle zum Mitsingen ein.

    Als Buffet zum krönenden Abschluss gab es unter anderem Croque Monsieur, Quiche und Entenbrust nebst Rezepten zum Mitnehmen. Kein Wunder also, dass fünf Stunden lang Gelächter und fröhliche Stimmen aus der Bücherei zu vernehmen waren. Viele ließen sich dazu anregen, französische oder in Frankreich spielende Romane näher in Augenschein zu nehmen.

    Die Büchereimitarbeiterinnen Heike Minnich und Conni Mair dankten allen, die mitgeholfen hatten einen äußerst gelungenen Abend zu veranstalten und die Gäste mit Wort und Musik, Essen und Trinken zu verwöhnen. Sie kündigten an, dass die nächste lange Büchereinacht in Mertingen im Jahr 2012 stattfinden wird.

     

    Bibliothek:Gemeindebücherei Mertingen
    Anschrift:

    Dr.-Steichele-Straße 26

    86690 Mertingen

    Tel.:0 90 78 / 96 80 00
    E-Mail:buecherei@mertingen.de
    Ansprechpartner:Conni Mair und Heike Minnich
    Internet:Homepage der Gemeindebücherei


    Von: Petra Plaum

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    Mertingen, Gemeindebücherei

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