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    12.03.12

    Bilderbuchkino live für Lesepaten

    Günter Katheder-Göllner
    und Heike Minnich
    (Foto Conni Mair)

    Ein dunkler Raum, leise surrt ein Diaprojektor, eine Schar Kinder harrt mucksmäuschenstill der Dinge – in Mertingen kann das nur eines bedeuten: Bilderbuchkino. Was sich hinter diesem Begriff verbirgt, das erfuhren etwa 20 Lesepatinnen und Lesepaten vor kurzem aus erster Hand. Heike Minnich, Mitarbeiterin der Gemeindebücherei Mertingen und seit vielen Jahren selbst begeisterte Vorleserin, setzt diese Variante, Kindern vorzulesen seit langem erfolgreich ein.

    Leseförderung als gemeinschaftliche Aufgabe
    Zum dritten Mal hatte das Lokale Bündnis für Familie Donau-Ries Lesepatinnen und Lesepaten zum Informations- und Erfahrungsaustausch eingeladen, dieses Mal in die Gemeindebücherei nach Mertingen. Ein bisschen Theorie, viele Erfahrungen aus der Praxis und Bilderbuchkino zum Anfassen erwarteten die Lesepatinnen und Lesepaten an diesem Nachmittag. In vielen Kindergärten, Schulen, Büchereien und anderen Orten lesen mittlerweile ehrenamtliche Lesepaten Kindern vor. „Da liegt es doch nahe, Erfahrungen und Tipps untereinander auszutauschen und Anregungen für Neues zu geben“, berichtet Günter Katheder-Göllner, Familienbeauftragter und Bündniskoordinator des Landratsamtes. Für ihn und Landrat Stefan Rößle ist das Bündnisprojekt „Leseland Donau-Ries“ eines der schönsten Puzzleteilchen für einen familienfreundlichen Landkreis. Bürgermeister Albert Lohner sah es als Selbstverständlichkeit an, die Teilnehmer persönlich zu begrüßen, denn, so der Gemeindechef, „Lesen ist Zukunft, Lesen fördern heißt Zukunft sichern!“  Er dankte den Vorlesern für ihr Engagement als Lesepaten und gab ihnen ein Zitat von Otto Kuchenbauer, Ehrenbürger der Stadt Donauwörth, mit auf den Weg: „Wer dem Buche dient, dient dem Geiste, wer dem Geiste dient, dient der Welt.“

    Ist Bilderbuchkino wirklich Kino?
    „Ist Bilderbuchkino wirklich Kino?“ Diese Frage beschäftigte die meisten der Teilnehmer an diesem Nachmittag. Heike Minnich gab deshalb gleich zu Beginn ihres Vortrags die Antwort. „Bilderbuchkino ist anders“, erklärte sie, „denn es geht nicht um bewegte Bilder, sondern um die Bilder aus einem Bilderbuch." Vorgelesen werde natürlich auch hier und im Mittelpunkt stehe nach wir vor die Sprache. Die Bilder an der Wand seien aber eine tolle Ergänzung zum puren Lesen – und vor allem erlaubten sie allen Kindern ein optimales Betrachten.
    „Bilderbuchkino macht den Kindern Spaß und es ist einfach mal etwas anderes“, beschrieb sie ihre Erfahrungen damit. Durch die Verdunkelung entstehe richtige Kinoatmosphäre und die Kinder seien viel aufmerksamer. Durch die Beschäftigung mit Bilderbüchern werde die Phantasie der Kinder angeregt, sie lernen, selbst Bilder im Kopf entstehen zu lassen. „Lesen ist Kino im Kopf – und genau dazu werden Kinder beim Bilderbuchkino angeregt“, ergänzte Minnichs Kollegin Conni Mair.

    Diaprojektor - was ist denn das?
    Wenn Heike Minnich ihren Diaprojektor anwirft, dann ist das für viele Kinder eine völlig neue Erfahrung. „Die können es kaum glauben, dass aus diesen kleinen Dingern so große Bilder entstehen“, berichtete Heike Minnich. Ein Diaprojektor und eine Leinwand, das sei eigentlich alles, was man für Bilderbuchkino benötige. Alles andere könnten die Lesepaten kostenlos über die Büchereien bestellen und ausleihen: Dias, Anleitungen für den Einsatz, Anregungen für ergänzende Aktionen und Spiele – und natürlich die Bilderbücher selbst. Über 100 verschiedene Bücher stehen zur Auswahl.
    Dass sich der Aufwand für Vorbereitung und Technik lohnt, davon waren die Teilnehmer spätestens dann überzeugt, als sie Bilderbuchkino live erlebt hatten.
    Die bezaubernden Bilder zu Pascal Biets Geschichte „Der kultivierte Wolf“ sorgten ebenso für Schmunzeln und Begeisterung wie die Figuren aus dem Buch „Für Hund und Katz ist auch noch Platz“, einer hübsch gereimten Märchenballade von Axel Scheffler und Julia Donaldson.

    Hintergrund

    • Das Projekt „Leseland Donau-Ries“ wurde vom Lokalen Bündnis für Familie ins Leben gerufen. Mittlerweile gehören etwa 100 Lesepatinnen und Lesepaten zum Kreis, dazu Initiativen (z.B. RainLesen) und die Bibliotheken im Landkreis.
    • Ziel ist es, Kinder für das Lesen zu interessieren, ihnen das Lesen „schmackhaft“ zu machen und so einen Beitrag zur aktiven Sprachentwicklung von Kindern zu leisten.
    • Dazu kommen die ehrenamtlichen Lesepaten in Kindergärten und Grundschulen und lesen dort regelmäßig oder bei besonderen Anlässen einer Gruppe von Kindern oder einer Klasse vor.
    • Seit 2010 gibt es auch „Sprachpaten“, die durch gemeinsames Lesen und Vorlesen gezielt die Sprachentwicklung und Lesekompetenz einzelner Schülerinnen und Schüler unterstützen.

    Weitere Informationen:
    Bericht in Bibliotheksforum Bayern 3/2012, S. 213f. (PDF)
    Bilderbuchkinos auf OeBiB.de

    Bibliothek:Gemeindebücherei Mertingen
    Anschrift:Dr.-Steichele-Str. 26
    86690 Mertingen
    Tel.:0 90 78 / 96 80 00
    E-Mail:buecherei@mertingen.de
    Ansprechpartner:Conni Mair und Heike Minnich
    Internet:Homepage der Gemeindebücherei

     



    Von: Günter Katheder-Göllner

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    Mertingen, Gemeindebücherei

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