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    Nachrichten aus Bibliotheken

    23.11.12

    Wege zum Buch - Lesung, Musik, Kabarett und ambitionierte Gespräche bei den 17. Laufer Literaturtagen

    Heinz Rudolf Kunze zu Gast
    bei den Laufer Literatur-
    tagen 2012
    (Fotos Stadtbücherei Lauf)

    Bremer Altbürgermeister Henning
    Scherf plädierte für ein lebendiges
    Miteinander von Jung und Alt

    Felicitas Hoppe, die charmante
    Büchnerpreisträgerin (l.), gab
    sich im Gespräch mit Dirk
    Kruse, Moderator des BR,
    auskunftsfreudig

    In diesem Jahr waren zu den Laufer Literaturtagen so unterschiedliche Präsentationsformen geboten wie nie zuvor. Nicht nur die Veranstalter hatten sich im Vorfeld Gedanken gemacht, auch einige der Gastautoren hatten sich überlegt, wie sich das geschriebene Wort und der Schriftsteller am besten Gehör verschaffen können. Während die musikalischen Lesungen – drei davon waren im Programm vertreten – schon zur guten Tradition gehören, wurde mit zwei professionellen Moderatoren-Gesprächen ebenso Neuland betreten wie mit einer freien Rezitations-Performance und einem Fantasy-Nachmittag für alle Altersstufen. Das Publikum honorierte das Angebot, zwischen 400 und 600 Besucher kamen Abend für Abend in die Bertleinaula. Insgesamt 3.500 Besucher wurden bei neun öffentlichen Lesungen gezählt. Ergänzend lauschten 1.400 Teilnehmer bei 23 Schullesungen in 49 Klassen und 16 Kursen den Jugendbuchautoren Werner Egli, Cornelia Franz, Joachim Friedrich und zwei Autoren des Abendprogramms.

    Zweimal ausverkauft

    Vor vollem Haus eröffnete Heinz Rudolf Kunze am 5.11.2012 das Festival mit einer sarkastisch-spitzzüngigen Kabarettlesung aus “Vor Gebrauch schütteln. Kein Roman”. Percussion-Profi Jan Drees begleitete den Deutschrocker und Sprachakrobaten mit sphärischen Rhythmen. Am Schluss ließ es sich Heinz Rudolf Kunze nicht nehmen, eigene Songs zum Besten zu geben. Henning Scherf begrüßte fast jeden im ausverkauften Saal persönlich, beim anschließenden Vortrag blieb er auf Tuchfühlung mit dem Publikum. Frei sprechend ging der agile Bremer Altbürgermeister gleich vom Parkett aus in medias res, plädierte für ein lebendiges Miteinander von Jung und Alt und regte an, das Seniorenleben als chancenreichen Unruhestand zu begreifen und ebenso in der Altenbetreuung unkonventionelle Wege zu beschreiten. Eher in klassischer Manier stellte Ulrike Schweikert ihren historischen Roman “Das kastilische Erbe” vor, der den Auftakt bildet zu einem Dreiteiler.

    Literarische Hochkaräter

    Felicitas Hoppe gab sich im Gespräch mit Dirk Kruse über ihre fiktive Biografie “Hoppe” ausgesprochen auskunftsfreudig. Die charmante wie eloquente Büchnerpreisträgerin blieb keine Antwort schuldig, auch nicht der Frage des Moderators vom Bayerischen Rundfunk, ob sie sich an ihren ersten Kuss erinnern könne. Wer die Antwort von Felicitas Hoppe nachhören möchte, kann sich die Lesung vom 8.11.2012 unter www.literaturtage-lauf.de als Podcast downloaden.
    Ilija Trojanow versetzte sich souverän rezitierend und sprachlich höchst elegant in die Hauptperson seines jüngsten Romans “EisTau”. Darin leidet der leidenschaftliche Gletscherforscher Zeno am Abschmelzen der Gletscher und der unumkehrbaren Zerstörung der Natur. Es wurde eine monologische Performance sondergleichen vorgeführt, die im Zusammenklang mit eingespielten Toncollagen eine Gesamtkomposition bildete – das Buch schlug der Autor ausschließlich zum Signieren auf. Jan Costin Wagner stellte seinen jüngsten Krimi um den finnischen Ermittler Kimmo Joentaa nicht nur lesend und erzählend, sondern auch gemeinsam mit der Sängerin Elke Diepenbeck und dem Gitarristen Stefan Scheid musikalisch vor. Mit einem Sound, der sicher auch Kimmo Joentaa gefallen würde – leise, melancholisch und schwingend melodisch. Bernhard Vogel bestritt die politische Sonntagsmatinee und beantwortete profund, unbefangen und humorvoll die Fragen des Moderators Thomas Viewegh vom Bayerischen Rundfunk.

    Phantastisches für jedes Alter

    Mit Markus Heitz war ein Literat ganz anderer Art zu den Literaturtagen gekommen. Dem zurzeit erfolgreichsten deutschsprachigen Fantasy-Autor war es gelungen, 160 überwiegend junge Leute zwischen 15 und 25 Jahren in die Stadtbücherei zu locken – eine Besucherschaft, die eher nicht zum traditionellen Lesungspublikum zählt. Witzig, schlagfertig und durchaus - in seinem Gothik-Outfit - kompatibel mit seinen phantastischen Welten, die er in immer neuen Bestsellerrunden entwirft, durchreiste Markus Heitz den dritten Band der “Legenden der Albae”. Aber auch die Kleinen kamen nicht zu kurz: Joachim Friedrich wurde nach seiner Kinder-Lesung aus dem neuesten 4 1/2-Freunde-Band von zahlreichen Fans der bekannten Kinder-Krimi-Reihe umringt. Geduldig erfüllte der namhafte Jugendbuchautor auch den letzten Autogrammwunsch.

    Podcast und Foto-Impressionen

    Für alle, die Laufs größtes Lesefest von überregionaler Bedeutung nicht miterleben konnten, gibt es wieder die Möglichkeit, bis Mitte Januar 2013 auf der Internetseite www.literaturtage-lauf.de die Abende per Podcast nachzuverfolgen. Dort sind auch live aufgezeichnete Interviews zu hören, die von Schülern des Christoph-Jacob-Treu-Gymnasiums intensiv vorbereitet und kurz vor Veranstaltungsbeginn durchgeführt wurden. Ebenfalls auf der Festival-Website unter „Impressionen“ geben Fotos die Stimmung der Abende wieder.

    Bibliothek:Stadtbücherei Lauf
    Anschrift:Turnstr. 11
    91207 Lauf
    Tel.:0 91 23 / 1 83 45 - 0
    Fax: 0 91 23 / 1 83 45 - 29
    E-Mail:info@stadtbuecherei-lauf.de
    Ansprechpartner:Renate Grabmeier M.A.
    E-Mail:r.grabmeier@stadtbuecherei-lauf.de
    Internet:Homepage der Stadtbücherei


    Von: Renate Grabmeier M.A.

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