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    Nachrichten aus Bibliotheken

    14.05.13

    7. Pegnitzer WortSpiele

    Figurentheater mit Thomas
    Glasmeyer (Fotos 1 u. 2:
    Nordbayerischer
    Kurier/Ralph Münch)

    Faszinierte kleine Zuschauer

    Cornelia Gutermann-Bauer
    als "Kassandra"
    (alle anderen Fotos Martina
    Hofmann)

    Leseabend mit Friedrich Dönhoff

    Kinder- und Jugendbuchautor
    Thomas J. Hauck

    Gerd Berghofer trägt Texte
    von Erich Kästner u.a. vor

    Robert Lampis begleitet Gerd
    Berghofer musikalisch

    Zum vierten Mal lud der Bezirk Oberfranken zu seinem überregionalen Literaturfestival „Wortspiele“ ein, das alle zwei Jahre stattfindet. In der Zeit vom 17. Februar bis 24. März 2013 standen vor allem die Jubilare Jean Paul und Richard Wagner im Mittelpunkt; dementsprechend lautete das Motto „Luftschiffer und Luftschlösser“.
    In diesem Rahmen bot das Kulturamt der Stadt Pegnitz sechs Veranstaltungen an - dabei durfte ruhig dreimal um die Ecke gedacht werden. Die Veranstaltungen fanden alle in der Stadtbücherei statt, wurden aber vom Kulturamt organisiert, das sich alle zwei Jahre in die Reihe des Bezirks Oberfranken "einklinkt" und in der gleichen Zeit die Pegnitzer WortSpiele aufführt. Eröffnet wurden die 7. Pegnitzer WortSpiele am 27. Februar mit dem „kleinen König in der Hutschachtel“, einem Figurentheater von und mit Thomas Glasmeyer.

    Wenn der Würzburger Puppenspieler seine Erzählmütze aufsetzt, sind Gameboy, Computerspiele und Co. ganz schnell vergessen, stattdessen leuchten Kinderaugen wie große Murmeln. Der Würzburger Puppenspieler brauchte keine Minute, um Klein und Groß in seinen Bann zu ziehen, denn auch die Erwachsenen hatten viel Spaß an den vielschichtigen Aussagen seines Stücks. In der anrührenden, liebevoll gestalteten Geschichte zeichnete Glasmeyer ein facettenreiches Bild von Freundschaft, Verantwortung und sozialer Kompetenz.
    Das Faszinierendste bei dieser Aufführung aber sind die wunderbar gestalteten Puppen, die z.T. mit spanischem Akzent und im schönsten Sächsisch unter der genialen Führung und Moderation von Glasmeyer reden und agieren.
    Der Auftakt der WortSpiele war mit dieser gut besuchten Veranstaltung (über 100 Kinder und Erwachsene) ein voller Erfolg.

    Auch mit der zweiten Veranstaltung verließ das Kulturamt die eher klassische Variante der WortSpiele als Leseforum und präsentierte einen Roman von Christa Wolf in einer autorisierten Bühnenfassung.
    Mit einer packenden Vorstellung zog “Kassandra” die Zuschauer in den Bann. Cornelia Gutermann-Bauer (Turmalin-Theater) gelang es, mit ihrer fesselnden Vortragskunst, wenigen Requisiten und einer hervorragenden Beleuchtungstechnik (Günter Bauer), den antiken Stoff zu einem unter die Haut gehenden Theaterereignis zu machen. Als Instrument fungierte lediglich ihre Stimme: hörbar leise, laut, heiser, schallend, schreiend, traurig, brechend, schmeichelnd oder durchdringend. Ihre ausdrucksstarke Mimik und effektvollen Gesten unterstrichen den dramatischen Charakter des Geschehens um die Thebener Königstochter, die zur Seherin wird und angesichts der bevorstehenden Kriegsereignisse in Opposition und Widerstand gerät.

    Einen eindrucksvollen Leseabend konnten die Zuschauer am 13. März mit Friedrich Dönhoff erleben. Der Großneffe von Marion von Dönhoff stellte in der Stadtbücherei mit “Zeichen ihrer Zeit” eine Auswahl von Artikeln und Reportagen von Deutschlands prominentester Journalistin vor. Mit dem Buch “Die Welt ist so wie man sie sieht” präsentierte er anschließend auch die private Seite der Gräfin: seine Tagebuchaufzeichnungen über die zahlreichen persönlichen Gespräche zeugen von einer tiefen Freundschaft zwischen zwei Generationen, von gegenseitigem Respekt und der Neugier auf die Lebenswelt des anderen. Der sympathische Autor, der sich auch als Krimiautor einen Namen gemacht hat, beantwortete im Anschluss an die Lesung noch zahlreiche Zuhörerfragen und signierte die Bücher.

    Ein Seeungeheuer in der Kaffeetasse und andere unglaubliche Geschichten „zelebrierte“ der Kinder- und Jugendbuchautor Thomas J. Hauck vor rund 50 Kindern in der Stadtbücherei. Dabei kam ihm sein schauspielerisches Talent bestens zugute; denn Hauck beherrscht nicht nur das Schreiben einfallsreicher und humorvoller Kinderbücher, sondern hat auch eine ganze Palette an Geräuschen, Gesten, Gesichtern und Grimassen im Gepäck. Kleine und große Leseratten waren sich einig: die Vorstellung war Spitze!

    Das “verflixte 7. Lesejahr” hat er fast geschafft: den letzten Termin der Pegnitzer WortSpiele am 20. April bestritt Gerd Berghofer und trug in unnachahmlicher Manier Heiteres, Bissiges, Originelles, Erstaunliches, aber auch Nachdenkliches von Erich Kästner, Heinrich Heine, Kurt Tucholsky, Gustav Meyrink, Ephraim Kishon und anderen Sprach- und Gedankenakrobaten vor. Den Streifzug vom Tierischen zum Zwischenmenschlichen begleitete Robert Lampis einfühlsam und virtuos mit seiner Gitarre. 
     

    Bibliothek:Stadtbücherei Pegnitz
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    E-Mail:buecherei@stadt-pegnitz.de
    Ansprechpartner:Martina Hofmann
    E-Mail:Martina.Hofmann@stadt-pegnitz.de
    Internet:Homepage der Stadtbücherei
    Kulturamt mit Pegnitzer WortSpiele


    Von: Martina Hofmann

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