• Start
  • >Bibliotheken
  • >Nachrichten aus Bibliotheken
  • Partner


    Bayerische Staatsbibliothek
    Bibliothekarische Fortbildung in Bayern
    Bibliotheksportal Fachstellen-Server
    Leseforum Bayern
    Stadtkultur Netzwerk bayerischer Städte e.V.

    Nachrichten aus Bibliotheken

    03.06.19

    "Open", wohnlich und kommunikativ – die neue Hubland-Zweigstelle ist eröffnet

    Bild (von links): Anja Flicker, Leiterin der Stadtbücherei, Kulturreferent Achim Könneke, Architekt Aat Vos und Oberbürgermeister Christian Schuchardt in der Leseecke der neuen Stadtteilbücherei.
    Foto: Christian Weiß

    Sitzlandschaft (alle weiteren Fotos LFS Würzburg/tg, Design Aat Vos)

    Beschilderung

    Jugendecke

    Liegefläche im UG

    Polster für gemeinschaftliches Sitzen im Ufo

    "Wohnzimmer"

    Kühlschrank

    Spielbereich für die Kinder mit überspanntem Ballon

    Tower

    Am Donnerstag, den 30. Juni 2019 ist die neue Stadtteilbücherei Hubland gemeinsam mit zahlreichen Gästen eröffnet worden. Sie befindet sich im ehemaligen Flugplatz-Tower aus den 20er Jahren. 2018 richtete die Stadt auf dem Gelände die Landesgartenschau aus, nun wird dort ein neuer Stadtteil mit viel Grünfläche sowie Wohnmöglichkeiten erschlossen und die neue Bibliothek kann eine integrative Rolle übernehmen.

    Heute ist häufig von der Funktion einer Bibliothek als "Dritter Ort" (nach dem amerikanischen Soziologen Ray Oldenburg ein Platz zwischen Arbeit und Privatwohnung) die Rede. Genau das will die neue Stadtteilbücherei sein, eine Einrichtung, in der man sich wohl, sicher und zugehörig fühlt. Hier kann jeder alleine hingehen, Freunde treffen oder neue Bekannte kennenlernen – quasi zugleich ein bisschen Heimat finden.

    Dazu laden die zahlreichen Sitz- und Liegemöglichkeiten, gemütliche Tische und Bänke, bequeme Stühle, schön gemusterte Polster, der Wohnzimmerbereich, ein kreisrundes Ufo mit Kissen zum gemeinsamen Sitzen, eine Spiellandschaft für Kinder uvm. ein.

    Unterstützt wird diese Idee von dem Konzept der "Open Library". Mit einem gültigen Bibliotheksausweis kann jeder, der über 16 Jahre alt ist, auch außerhalb der Öffnungszeiten eintreten - täglich von 7 bis 22 Uhr. Die Bibliothek ist somit ein Eldorado für Berufstätige oder Menschen, die die Freizeitfläche Hubland nutzen möchten.
    Ist die Bücherei "unbemannt", stehen die meisten Angebote trotzdem wie gewohnt zur Verfügung: Medienausleihe und –rückgabe via Selbstverbuchung, Verlängerungs- und Vormerkfunktion, Kundenkataloge … oder die Besucher können einfach nur in den Räumen verweilen, sich wohlfühlen und sich mit anderen unterhalten. Um Hunger und Durst zu überbrücken, ist sogar ein Kühlschrank im Einsatz.

    Während der Öffnungszeiten stehen immer zwei Personen eines sechsköpfiges Teams, das im Wechsel vor Ort ist und bereits Kontakt zur Hubland-Bevölkerung hat, für Fragen bereit. Die Hubland-Kolleg*innen nehmen gerne weitere Anregungen auf, um die Bibliothek gemäß dem Prinzip der Partizipation weiterzuentwickeln.

    In der neuen Bibliothek, die sich auf das Erd- und ein Untergeschoss erstreckt, werden nicht nur Bücher und audiovisuelle Medien bereitgehalten. Hier gibt es für die Besucher*innen auch PCs mit Internetanschluss, VR-Brille, 3D-Drucker, einen Makerspace und natürlich WLAN.

    Von Beginn an hatte die Leiterin der Stadtbücherei, Anja Flicker, die Bürger*innen an den Planungen der neuen 400 Quadratmeter großen Bibliothek beteiligt und dafür zusammen mit Trainerin Julia Bergmann die Methode "Design Thinking" eingesetzt. Zugleich wurde der international erfahrene Architektur- und Design-Guide Aat Vos mit der Konzeption beauftragt. Im Mittelpunkt stehen die Bedürfnisse und Wünsche der zukünftigen Zweigstellen-Kund*innen. Drei Jahre hat der gemeinschaftliche Planungsprozess gedauert.

    "Diese Einrichtung hat nichts mehr mit 'heiligen Bücherhallen' zu tun", betonte Oberbürgermeister Christian Schuchardt bei der Eröffnung. Die Bücherei am Hubland sei vielmehr Stätte der Begegnung, des Lernens, der Bildung, der Erlebnisse, des Selbermachens, aber auch ein "Ort der Demokratie". Es brauche bei der zunehmenden Individualisierung Stätten, wo "wir die Vereinzelung aufgeben."

    "Das Leben in der Stadt ändert sich, auch die Institutionen müssen sich ändern", stellte Würzburgs Kulturreferent Achim Könneke fest. Die Stadtteilbücherei auf dem Hubland sei da ein erster Schritt in die richtige und vor allem auch notwendige Richtung. Die neue Bücherei habe eine hohe Aufenthaltsqualität und sei auch ein Labor für soziale Gerechtigkeit, doch vor allem soll sie das neue "Wohnzimmer" des Hublandes sein.

    Alles in dieser neuen Bücherei dreht sich um das Thema Kommunikation und Inspiration. Die Regale sind an die Wände gerückt, in der Raummitte bleibt Platz zum Wohlfühlen. Man kann in Gruppen zusammensitzen oder sich zurückziehen, gemütlich lesen oder mit anderen Kaffee trinken. Wichtig sei aber nicht nur, in den Räumen der Bücherei eine Erlebniswelt zu schaffen, sondern sie auch "un-perfekt" zu gestalten, betont der niederländische Architekt Aat Vos, der seit 30 Jahren international Bibliotheken einrichtet. Improvisiert, unaufgeräumt und leicht abgenutzt - so soll und darf das Mobiliar aussehen, ein zusammengeschweißtes Auto beispielsweise wurde als Kaffeebar umfunktioniert. Trotz inszeniertem Werkstattcharakter ist jedes Detail durchdacht. Der ursprünglich Kontext des Towers, "Fliegen", wird im übertragenen Sinne bei einzelnen Elementen wieder aufgenommen (z.B. der Heißluftballon für Kinder).
    Technischer Partner von Aat Vos war Klaus Dossler von dossler.design u.a. in Zusammenarbeit mit FacilitylinQ (Anbieter für freistehende, innovative und moderne Möbel) sowie Bibliotheca ("Open Library"-Konzept).

    Anja Flicker bedankte sich bei allen, die am Gelingen der Bücherei mitgewirkt und den Bau finanziell gefördert haben. Dazu zählten unter anderem der Kulturfonds Bayern, die VR Bank, allobjekt Gewerbeimmobilien, die Sparkassenstiftung wie auch der Verein der Würzburger Gästeführer*innen und der Inklusionstopf des städtischen Sozialreferates.

    Die Landesfachstelle Würzburg hatte die Kulturfonds-Bewilligung durch eine Stellungnahme unterstützt.

    Weitere Informationen: Bibliotheksporträt der Stadtteilbücherei Hubland

    Anschrift:Stadtbücherei Würzburg
     Stadtteilbücherei Hubland
     Rottendorfer Str. 71
     97074 Würzburg
    Tel.:+49 931 41792111
    E-Mail:zweigstelle.hubland@stadt.wuerzburg.de
    Ansprechpartnerinnen:Anja Flicker, Eva Eichhorn
    Internet:Homepage der Stadtbücherei

     



    Von: Nach einer Pressemitteilung der Stadt Würzburg / tg

    Mehr Bibliotheksnachrichten über:
    Würzburg, Stadtbücherei

    zurück zur Übersicht

    Weitere Nachrichten


    Keine News in dieser Ansicht.

    © Bayerische Staatsbibliothek