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    Bibliotheksporträts

    Stadtbücherei Bad Aibling
    Publikumsmagnet im neuen Aiblinger Rathaus

    Rathausgebäude
    Theke
    Eingangsbereich
    Treppe
    Regale
    Sitzgruppe
    RFID

    Größere Bilder in der Bildergalerie!

    Bad Aibling, eine typische oberbayrische Kleinstadt mit schönen Gässchen und ansprechenden Gebäuden, hat den großen Wurf gewagt und mit dem Rathausneubau auf dem Marienplatz der Ortsmitte ein neues Gesicht gegeben. Der Kubus ist groß und mächtig und Dreischichtplatten aus Lärchenholz in einem Rotton verkleidet. Durch die Verglasung und den nach innen versetzten Gebäudeteilen im Erdgeschoss wirkt er trotzdem leicht und filigran. Das Ortsbild hat gewonnen, das Rathaus mit allen integrierten Funktionen ist moderner und letztendlich auch funktionstüchtiger geworden. Das multifunktionale Gebäude fasst Bürgerservice, Stadtbibliothek, Trauzimmer, Büroräume und Sitzungssäle unter einem Dach zusammen. Das Erdgeschoss wird durch Läden und ein Café bestimmt. Der erste Stock gehört der Bibliothek, die sich nun auf gut 600 m² ausbreiten kann. Die Bibliothek ist eindeutig der Mittelpunkt des Gebäudes, bringt sie doch die meisten Besucher ins Haus. Sie besticht durch Helligkeit, Großzügigkeit im Eingangsbereich und durch die Farben Grün und Weiß. Die Fensterrahmen  aus naturfarbenem Lärchenholz runden das Zusammenspiel der Farben ab.

    Die einzelnen Bereiche des Gebäudes werden im Inneren durch ein Atrium verbunden. Steigt man die lichtdurchflutete Treppe nach oben zur Bibliothek, wird man direkt vom Lesecafé empfangen. Das Lesecafé steht auch außerhalb der Öffnungszeiten den Gästen zur Verfügung, um beim Kaffeegenuss Zeitung zu lesen oder im Internet zu surfen. Ist die Bibliothek geöffnet, kommt der Leser durch eine offene Glastür unmittelbar in den Sachbuch- und Zeitschriftenbereich. Möbliert ist das Lesecafé mit unterschiedlich hohen Tischen und Stühlen in den Farben Grün und Weiß. Die Sessel sind wie im Inneren der Bibliothek in Grau gehalten. Kunstwerke zieren den Raum, und bei gutem Wetter können die Besucher den Balkon und herrlichen Blick nach draußen genießen.

    Die Regale sind in einer klaren Struktur aufgestellt. Die einzelnen Bereiche unterscheiden sich durch verschiedene Farben. Sitz- und Aufenthaltsbereiche, Computerarbeitsplätze, Hörstation und Kinderbereich lockern die klare Anordnung auf. Der Architekt hat sich für verschiedene Grüntöne entschieden: Teppichboden, Wandfarbe und Teile der Regal-Stirnseiten. Den einzelnen Bestandgruppen (Kinder, Belletristik, Sachbücher und Jugend) sind wiederum unterschiedliche Grüntöne zugeordnet. Die Fachböden der Regale sind weiß, die Sessel in einem zarten Grau gehalten. Ein besonderer Blickfang sind die zahlreichen Steh- und Wandleuchten, die eine angenehme „Wohnzimmeratmosphäre“  entstehen lassen. Sie laden ein, die Gegenwart zu vergessen und in der Bibliothek zu verweilen. Ein weiterer Hingucker sind die kleinen, immer wiederkehrenden Wandleisten, auf denen sich die Medien wie Kunstwerke präsentieren lassen.

    Die Infotheke befindet sich in der Mitte des Raumes, sie liegt günstig zum Eingang und bietet einen Überblick über den gesamten Raum.
    Im Eingangsbereich finden sich die AV-Medien, der Jugendbereich, eine Hörstation, der Lernbereich sowie zwei Internet-Arbeitsplätze. Da das gesamte Gebäude wie auch der Marienplatz mit WLAN ausgestattet sind, können die Leser mit ihren eigenen Notebooks und Tablets im Internet surfen, Mails beantworten oder sich auch eMedien herunterladen. Die Belletristik ist an diesen Bereich angegliedert. Die Kinderbibliothek befindet sich in der Nähe der Mitarbeiterbüros – dies ist der einzige Teil, der noch durch Farben und kindgerechte Details optimiert werden wird.

    Hinter der Wand im Eingangsbereich sind die Sachbücher und die Zeitschriften aufgestellt. An der Wand befinden sich die Terminals zur Selbst-Verbuchung und Rückgabe der Medien. Durch die Glastür besteht die direkte Verbindung zum Lesecafé.

    Beschriftung und Leitsystem sind vom Architekten übersichtlich und klar gestaltet. Den Auftrag für den Bau des Gebäudes erhielt die Münchner Dependance des Architekturbüros Behnisch aus Stuttgart, das auch schon für den Bau der Therme Bad Aibling zuständig war.

    In der Soziologie spricht man vom „dritten Ort“, dem Ort, den die Menschen nach ihrem Zuhause und ihrer Arbeitsstelle immer wieder aufsuchen, weil sie sich dort wohlfühlen, verweilen und soziale Bindungen zur Umwelt aufrechterhalten. Gute dritte Orte zeichnen sich dadurch aus, dass Menschen dort einkehren und in dem Gefühl von Behaglichkeit sich in Gespräche begeben. Die Bibliothek in Bad Aibling hat alle Voraussetzungen dafür, diese Faktoren zu erfüllen. Der Besucherstrom ist ungebrochen: Seit dem ersten Öffnungstag am 30.10. hat die Bibliothek Mitte Dezember schon 19.000 Besucher und 250 Neuanmeldungen zu verzeichnen.

    Bad Aibling (gut 18.000 Einwohner, Regierungsbezirk Oberbayern, Landkreis Rosenheim) ist eine der aktivsten Bibliotheken Oberbayerns. Mit 23.000 Medieneinheiten wurden über 150.000 Entleihungen erzielt.

    Das Bibliotheksteam von Bad Aibling mit der Neueröffnung hat eine Zeit des Übergangs abgeschlossen. Gut eineinhalb Jahre war die Bibliothek im Heimathaus und in Containern untergebracht.  Schon in der Übergangszeit wurden die Medien zum Einsatz auf RFID-Selbstverbuchung konvertiert. Auch wurde bereits mit der Umstellung auf die Klartext-Systematik begonnen. Seit März 2012 ist Bad Aibling im Onleihverbund BiblioLoad aktiv.

    Ute Palmer-Horn 

     

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