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    Bibliotheksporträts

    Stadtbibliothek Bayreuth
    RW21  -  „Ein Haus des lebenslangen Lernens“

    Gebäude
    Selbstverbuchung
    Jugendsachbücher
    Kinderbereich
    Freestyle - Jugendbereich
    Lernstudio
    Lesecafé
    Hörsessel
    Kreativwerkstatt

    Größere Bilder in der Bildergalerie!

    Hinter diesem Kürzel verbirgt sich das neue Bildungszentrum, in dem nun Stadtbibliothek und Volkshochschule gemeinsam untergebracht  sind. Damit schließt sich auch historisch ein Kreis, denn beide Bildungseinrichtungen wurden vor 90 Jahren gegründet. Schon damals sollten die Kursteilnehmer der 1919 gegründeten Volkshochschule durch die 1921 gegründete Stadtbibliothek in die Lage versetzt werden, „den in Kursen und Vorlesungen bei der Volkshochschule gelernten Stoff zu sichern und zu vertiefen“, so der damalige Leiter von Volkshochschule und Stadtbibliothek Dr. Georg Jost.

    Unter diesem Leitgedanken wurde nun mit RW21 ein Ort geschaffen, an dem Lesen und Lernen, Vorträge und Seminare, Veranstaltungen und Ausstellungen unter einem gemeinsamen Dach angeboten werden und sich einem umfassenden Bildungsgedanken verschreiben.

    Für Volkshochschule und Stadtbibliothek Bayreuth ist mit RW21 ein jahrzehntelanger Traum von einer räumlichen Verbesserung in Erfüllung gegangen.

    Im Juni 2006 bot die Firma Oberpaur ihr an der Richard-Wagner-Straße gelegenes Gebäude der Stadt Bayreuth zum Kauf an, der dann im Jahr 2008 erfolgte. Dem Hochbauamt der Stadt wurde die Aufgabe übertragen, gemeinsam mit der Stadtbibliothek unter Einbeziehung der Volkshochschule aus einem ehemaligen Bekleidungskaufhaus ein „Haus des lebenslangen Lernens“ zu formen. In nur 14 Monaten Bauzeit wurde zusammen mit der Innenarchitektin Doris Meyer eine Stadtbibliothek geschaffen, die über die Stadtgrenzen hinweg ausstrahlen wird.

    Buch und Buchrücken waren der Anstoß für eine klare und einfache Formensprache, die möglichst allen gestellten Anforderungen seitens des Nutzers an die Einrichtung genügen sollte.

    Das Gestaltungsprinzip findet sich in Form eines „U“s zum Beispiel in den zentralen Tischanlagen, den Deckenelementen, in Informationstheken, in Bankanlagen mit integrierter Hörtechnik oder Sitzbänken, die zur Raumgliederung eingesetzt werden können. Schon im Eingangsbereich erkennt man das fest vorgegebene Blau der Volkshochschule und das Grün der Stadtbibliothek an der zentralen Hauptinformation. Daran angebunden sind die Selbstverbuchungsterminals, der Kassenautomat, Informationsständer alle grün eingefasst ebenso wie die Infostellen in den einzelnen Geschossen. Der zentrale „Marktplatz“ im Erdgeschoss bietet die Möglichkeit einer flexiblen Darstellung aktueller Themen seitens VHS und Stadtbibliothek.

    Die seit 1956 in einem separaten Gebäude untergebrachte Kinder- und Jugendbibliothek ist auch mit ins RW21 gezogen und hat ihren Platz im Erdgeschoss und im Untergeschoss als „freestyle“-Bereich für die älteren Jugendlichen ab 13 Jahren. Ein sonniges Gelb bestimmt neben bunten, kindgerechten Spiel- und Sitzelementen, die sich um eine Zirkusmanege mit Zeltdach gruppieren, die Kinderabteilung. Vorleseaktionen oder Filmdarbietungen können nebenan im kleinen „Theater“, dem Gruppenforum stattfinden. Eine Besonderheit ist die räumlich abgetrennte Kreativwerkstatt, in der die kleinen Besucher experimentieren und basteln können. In der Leitfarbe türkis, optisch abgesetzt durch ein luftiges Metallgerüst konnten die Jugendlichen sich im Untergeschoss mit einbringen, wo sie ein Wand-Graffiti selbst gestaltet haben.

    Auf derselben Ebene befindet sich auch die Musik- und Filmbibliothek, die eine, der Adresse gemäße und dem großen Sohn der Stadt gewidmete „Wagnerecke“ beinhaltet. Daran schließt sich der Multifunktionsraum „black box“ für Veranstaltungen aller Art an, der ebenso wie die Volkshochschule auch außerhalb der Stadtbibliotheks-Öffnungszeiten separat zu erreichen ist.
    Bereits im Erdgeschoss, aber noch stärker ins Auge fallend, sind in den oberen Geschossen die markanten Tischanlagen signifikantes Element, um die sich die Sachbereiche der Bibliothek gruppieren. Als zentrale Anlaufstellen mit beleuchtetem Baldachin und OPACs, dienen sie als Arbeits- und Lesetische oder werden als Ausstellungs- und Präsentationsflächen genutzt. Sie heben sich farblich sowohl von den Raumflächen wie auch von den Regalen und der losen Möblierung ab, die mit Holz und in Weiß-, Grau- und Schwarztönen bewusst zurückhaltend konzipiert wurden. So ist auch der Großteil der Bodenflächen mit grauem akustisch wirksamem Teppichboden belegt, wobei besonders frequentierte Flächen einen Kautschukbelag erhielten.

    Im ersten Obergeschoss wurde ein Ton zwischen Rosé und Pink für die „internationale Bibliothek“ und die Sachbücher als Leitfarbe gewählt und auf den freien Wandflächen gibt es Platz für Ausstellungen.

    Für die Belletristik-Abteilung, die sich im zweiten Obergeschoss ebenso wie der Fortbildungsbereich und das Lesecafé befindet, fiel die Farbentscheidung auf Rot. Gemeinsam genutzt werden das von der Sparkasse gesponserte Lernstudio ebenso wie die entsprechenden Einzelkabinen von VHS und Stadtbibliothek und erhielten als „Markenzeichen“ die aktive Farbe Orange.
    Eine Besonderheit bildet das Lesecafé, das in den Hausfarben des Cafés „Samocca“, nämlich Brauntönen in Kombination mit Naturholz, eingerichtet wurde und das gemäß dem Konzept „beste Kaffeehaustradition mit frisch gerösteten Kaffeebohnen“ durch die Diakonie Bayreuth mit behinderten Menschen betrieben wird. Dieser zentrale Treffpunkt bietet mit flexiblen Sitzbänken und der losen Möblierung die Möglichkeit, Lesungen und Vorträge zu veranstalten. Ihre Mittagspause können die Bayreuther jetzt bei schönem Wetter in besonderer Atmosphäre auf der zum Café gehörenden Dachterrasse verbringen. Lese- und Hörplätze an den Fensterfronten laden ebenso zum Verweilen ein wie die hier zur Verfügung stehenden Zeitungen und Zeitschriften.

    Menschen mit Behinderung hat sich das Bildungshaus besonders gewidmet; sie organisieren nicht nur den Cafébetrieb, sondern erhalten neben dem optischen auch eine taktiles Leitsystem. Für Sehbehinderte bietet die Stadtbibliothek darüber hinaus besonders abgeschirmte Hörplätze an.

    Was erinnert jetzt noch an das ehemalige Bekleidungskaufhaus Oberpaur? : Die abgehängten Metallrasterdecken mit integrierter flächendeckender Beleuchtung ebenso wie die, die Geschosse verbindenden Rolltreppen.
    Der neue Standort RW21 = Richard-Wagner-Straße 21 für das „Haus des lebenslangen Lernens“ liegt am Schnittpunkt der Fußgängerzone und der so genannten „Kulturrunde“ mit Einrichtungen wie dem Markgräflichen Opernhaus, der Synagoge, dem Richard-Wagner-, dem Liszt- und dem Jean-Paul-Museum, dem Hofgarten und dem Neuen Schloss. Hinter der Fassade des historischen Eckhauses verbirgt sich jetzt ein Bildungs- und Kulturkaufhaus, das die östliche Innenstadt beleben und Menschen aus der Stadt und von nah und fern in seinen Bann ziehen wird.

    Barbara Delcker-Wirth

     

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