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    KuK – das neue Kultur- und Kommunikationszentrum in Dettelbach eröffnet
     

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    Nach 2 Jahren Bauzeit wurde am 1. August 2008 im Zentrum von Dettelbach das KuK eröffnet und eingeweiht.

    Den Namen „Kultur- und Kommunikationszentrum“ will sich das neue Herz der Weinbaugemeinde Dettelbach (ca. 7.000 EW) in Unterfranken durch eine ungewöhnliche Multifunktionalität verdienen, neben der Stadtbibliothek mit Mediathek sind die Touristinformation mit „Schaufenster der Region“ und ein Diözesanmuseum untergebracht.

    Im Rahmen der feierlichen Eröffnung erläuterte 1. Bürgermeister Reinhold Kuhn, der die Geschicke der Stadt bereits seit 26 Jahren lenkt, den langen planerischen Weg zur Vollendung des Projektes. Zwischen 1974 und 2000 wurden im Ortszentrum insgesamt drei historische Gebäude erworben, das Bedeutendste war das aus dem Jahr 1478 stammende älteste Bürgerhaus der Stadt, das so genannte „Baumannsche Haus“ das die Keimzelle des neuen Areals wurde. 2002 hatte ein Bürgerworkshop ein Leitbild für die Stadt erarbeitet, der in 3 Hauptzielen für den Stadtrat mündete: neue Unterbringung der Stadtbücherei, Stärkung der Altstadt für Bürger und Touristen, sowie die Bedeutung der Wallfahrt in Dettelbach hervorzuheben. 2003 wurde ein europäischer Architektenwettbewerb durchgeführt, an dessen Ende im Jahr 2004 das Stuttgarter Architekturbüro Käppel + Klieber als Sieger fest stand. Im Jahr 2006 war der Baubeginn des Siegerentwurfs, der Alt und Neu aufs Hervorragende verbindet.
    In nur 2 Jahren Bauzeit, die von allen Beteiligten höchsten Einsatz forderte, wurde das visionäre Projekt Realität.
    Durch das Ausschöpfen zahlreicher Fördermittel gelang es der Stadt das Projekt finanziell zu stemmen, von den 6,4 Mio. € Gesamtvolumen wurden 4,2 Mio. € durch Zuschüsse finanziert, den größten Anteil hatten die Leader+ Mittel der EU, die sich auf 1,4 Mio. € summierten, auch der Freistaat Bayern engagierte sich für das Projekt und gewährte Zuschüsse aus dem Kulturfonds, der Städtebauförderung und der Bibliotheksförderung. Die Landesfachstelle für das öffentliche Bibliothekswesen unterstützte die Anschaffungen von Bibliothekseinrichtung, RFID, EDV und Medien in Höhe von 160.891 € mit staatliche Fördermitteln in Höhe von 56.800 €.

    Zum Schluss zitierte der Bürgermeister Erich Fried mit den Worten: „Status quo. Wer will, dass die Welt so bleibt, wie sie ist, der will nicht, dass sie bleibt.“

    Staatsminister Eberhard Sinner zitierte am Anfang seiner Festrede Thomas Morus mit den Worten  „Es kommt niemals ein Pilger nach Hause, ohne ein Vorurteil weniger und eine neue Idee mehr zu haben.", und betonte damit die Wallfahrtstradition Dettelbachs und beglückwünschte die Bürger und die Gemeinde zu ihrem neuen Zentrum. Der vielfältigen Kultur- und Museumslandschaft in Bayern ist ein weiterer Kulturbaustein zugewachsen.
    Domkapitular Dr. Jürgen Lenssen legte in seiner Rede den Schwerpunkt auf die Bewertung des neuen Diözesanmuseums „Museum.Dettelbach – Pilger und Wallfahrer“, dass das Phänomen Wallfahrt präsentiert und die lokale Geschichte mit 500 Jahren Wallfahrtsgeschichte in Dettelbach in Bezug setzt zur Tradition des Wallfahrens. Die Planung des Museums war geprägt vom „Miteinander“ – vor allem von Kommune und Diözese, eine besondere Leistung wurde vollbracht, um die vielfältigen Exponate in nur 10 Tagen an Ort und Stelle zu präsentieren.

    Bei der anschließenden Podiumsdiskussion die weitere Aspekte und Funktionen des Gebäudes thematisierte, konnte auch der Leiter der Außenstelle Würzburg der Landesfachstelle für das öffentliche Bibliothekswesen, Ralph Deifel, auf Besonderheiten der neuen Bibliothek hinweisen. Zum ersten Mal wird in einer kleinen bayerischen öffentlichen Bibliothek RFID Technologie eingesetzt – durch die offene Bauweise werden die Bibliotheksbestände an 7 Tagen für die Bevölkerung zugänglich sein, dies wäre ohne den Einsatz eines RFID-Systems mit Selbstverbuchung und Mediensicherung nicht möglich gewesen, da eine Abdeckung der wesentlich verlängerten Öffnungszeiten mit dem vorhandenen Bibliothekspersonal nicht möglich gewesen wäre.
    Neben einem Lesecafé mit aktuellen Zeitungen und Zeitschriften bietet die neue Mediathek auch Hörbücher und DVDs und einen Internetzugang, über den auch der Zugriff auf den Web-OPAC der Bibliothek möglich ist.

    Nach Jahren der provisorischen und unzureichenden Unterbringung ist die Bibliothek jetzt die Visitenkarte des KuK und befindet sich überwiegend im lichtdurchfluteten Neubau, der durch Glas und Stein (Muschelkalk aus der Region) geprägt ist. Auf 4 offenen Etagen stehen die Medien für die Benutzer zur Verfügung, in den kommenden Jahren ist eine Aufstockung des Bestandes auf 11.000 Medieneinheiten geplant. Optisch besonders gelungen sind die Lese-Lounge, in der aktuelle Krimis zum Schmökern vor Ort einladen, die Eisenbahn und eine Lese-Höhle in der Kinderbibliothek sowie die eingehängte Holzkonstruktion in der die Neuerwerbungen präsentiert werden. Das Lesecafé soll auch für Veranstaltungen genutzt werden.
    Ein Aufzug ermöglicht den behindertengerechten Zugang zu allen Ebenen des Gebäudes.

    Die Entscheidung für die Mediensicherung und Selbstverbuchung ermöglicht den Benutzern auch in den Zeiten, wenn kein Bibliothekspersonal zur Verfügung steht, die Ausleihe. Es ist geplant das Personal der verschiedenen Bereiche in allen Funktionen des Hauses zu schulen, so dass die Benutzer während der gesamten Öffnungszeiten kompetente Ansprechpartner für alle Fragen rund um das KuK finden können.

    Nicht nur in den 3 Tagen der offenen Tür besuchten Bürger aus Dettelbach und der Region das KuK, seit der Eröffnung kamen täglich mehrere Hundert Besucher ins KuK, viele konnten bereits als Leser neu gewonnen werden!

    Sibylle Ebner

     

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