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    Bibliotheksporträts

    Stadtbibliothek Füssen: „Das ist die Zukunft“

     

    Orangerie
    Lesecafé und Zeitschriften
    Klosterküche: Sachbücher
    AV-Medien
    Gebäudeansicht

    Größere Bilder in der Bildergalerie!

    Die Stadtbibliothek Füssen, untergebracht im ehemaligen Barockkloster St. Mang, kann endlich ihre räumliche Erweiterung der Öffentlichkeit zugänglich machen. Am 23. Juli wurde die Bibliothek nach fünfwöchiger Schließzeit wieder eröffnet. Die Neugier der Füssener war groß – zahlreiche Besucher wohnten der Eröffnung bei und freuten sich über die Schönheit der neu gestalteten Räume. Bürgermeister Paul Iacob gab in seiner Eröffnungsrede einen Rückblick über den Verlauf der Erweiterung und stellte nach den positiven Reaktionen der Besucher zur neuen Bibliothek fest: „Das ist die Zukunft." Klaus Dahm überbrachte als Leiter der Landesfachstelle die Glückwünsche der Bayerischen Staatsbibliothek und dankte besonders den „Bibliothekspaten“ Thomas Riedmiller (Kulturamtsleiter) und Sabine Frey (Bibliotheksleiterin) für ihren langjährigen engagierten Einsatz für den Ausbau der Bibliothek.

    Die Stadtbibliothek wurde mit fast 400 qm um mehr als das Doppelte erweitert und verfügt nun insgesamt über 756 qm. Neu hinzu kamen die ehemalige Klosterküche, die Orangerie und das Komediehaus. Somit entstand aus den ehemals beengten Räumlichkeiten eine moderne und klar strukturierte Bibliothek.

    Der Bestand von circa 26.000 Medieneinheiten war bisher in kleinen, unterteilten Räumen untergebracht. Romane, Sachliteratur und Jugendmedien standen beengt und unübersichtlich in „zergliederten Zimmern“. Alle Bereiche wiesen verschiedene und veraltete Bodenbeläge auf. Lediglich die Kinderbibliothek wurde vor einigen Jahren großzügig und kindgerecht gestaltet und mit einem Holzfußboden versehen.

    Mit der jetzigen Erweiterung haben sich die Probleme gelöst. Es entstand eine großzügig wirkende Bibliothek mit klar zugeordneten Bereichen. Die Klosterküche mit dem alten Steinfußboden beherbergt einen Großteil der Sachliteratur. Im ehemaligen Komediehaus befinden sich die kulturgeschichtliche Studienbibliothek mit den Schwerpunkten Regionalia, internationale Totentanzforschung und Geschichte des Geigen- und Lautenbaus sowie einige Gruppen des Sachbuchbestandes. Große Teile dieses Bestands sind für die präsente Nutzung vorgesehen. Dafür gibt es Fenster-Arbeitsplätze mit einem herrlichen Ausblick in den ehemaligen Klostergarten. Das Studium der Medien wird somit  nach dem Motto CARPE DIEM zu einem Vergnügen. Die Regale im Komediehaus sind auf Rollen montiert, so dass der Raum auch für Vorträge und ähnliche Veranstaltungen genutzt werden kann.

    Das Herzstück der Bibliothek, der schönste Raum, ist zweifelsohne die Orangerie. Rote ovale Teppiche, klassische edle dunkle Ledersessel und gemütliche Stühle laden zum Lesen, Verweilen und Atemholen ein. Für die Aufbewahrung der Zeitschriften wurden die vorhandenen, denkmalgeschützten Schränke genutzt. Maßgefertigte Zeitschriftenkästen verbinden altes Mobiliar mit zeitgemäßen Anforderungen. Eine Kaffeemaschine zur Selbstbedienung steigert die Aufenthaltsqualität. Die Orangerie eignet sich bestens für Veranstaltungen wie Lesungen und kleine Konzerte. Auf minimalem Raum im Durchgang zum Flur ist eine kleine Küchenzeile mit Schränken, Spülmaschine und Spülbecken untergebracht. Eine planerische und schreinerische Meisterleistung ist die kleine Theke auf Rollen: Wird sie nicht als Theke benutzt, rollt man sie zur Seite und dreht sie um. So können ihre auf der Rückseite eingebauten Fächer gebrauchtes Kaffeegeschirr aufnehmen. Durch ihre halbrunde Form fügt sie sich nahtlos in die Rundung der Wand ein und wird somit bei Nicht-Gebrauch fast unsichtbar.

    Um auch die bisherigen Bibliotheksräume in die Neugestaltung zu integrieren,  bekamen diese einen einheitlichen Bodenbelag aus dunkelgrauem Nadelfilz. Die Regale werden weiter verwendet. Doch wurden alle Fachböden einheitlich jeweils auf eine Höhe verlegt. Durch die Umorganisation des Bestandes kann der oberste Fachboden frei gelassen werden. Diese Maßnahmen lassen auch den „alten“ Trakt der Bibliothek moderner, luftiger und aufgeräumter wirken. Die bisherigen Räumlichkeiten beherbergen die Belletristik und die Jugendmedien. Für die Kinder gibt es nun im Anschluss an die Kinderbibliothek  ein eigenes „Vorlesegewölbe“.

    Wunderschön sind immer wieder die Ausblicke aus den Fenstern: Klostergarten, Alpen, Blicke  auf den Lech und auf dessen Brücke – Inneres und Äußeres bilden ein wunderbar animierendes Wechselspiel.

    Die Füssener Bibliothek zeigt wieder einmal, wie viel Atmosphäre in alten Gemäuern steckt. Dies kann von neuen Gebäuden nur schwer erreicht werden. Trotz Denkmalschutz und Unwägbarkeiten bei der Sanierung lohnt es sich, in alte Gebäude zu investieren. Allerdings  war hier der Einsatz eines Innenarchitekten eine Voraussetzung für das gute Gelingen – diese Funktion übernahm die Firma „institut für bibliothek design GmbH“. Füssen reiht sich nun in die Reihe der bayerischen Vorzeigebibliotheken ein.

    Füssen (Regierungsbezirk Schwaben, Landkreis Ostallgäu) hat ca. 14.500 Einwohner. Die Stadtbibliothek verfügt über einen Bestand von circa 25.000 Medieneinheiten, als Zielbestand sind 28.000 vorgesehen.

    Ute Palmer-Horn

     

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