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    Gemeindebücherei Karlsfeld
    Karlsfelds neue Bücherei

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    Karlsfelds Gemeindebücherei teilte jahrelang das Schicksal vieler anderer Bibliotheken: Sie war den aktuellen Anforderungen und Aufgaben, die Bibliotheken heute zu leisten haben, nicht mehr gewachsen. Jahrelang fristete die Bibliothek ein trauriges Keller-Dasein auf knapp 200 m² Fläche im Untergeschoss des Rathauses. Schon lange sollten das Team und die Medien neue Räumlichkeiten bekommen, immer wieder wurden Standorte geprüft und wieder verworfen. 

    Zuletzt war ein großes Projekt von über 1.000 m² Fläche geplant, was dann aber 2009 am Investor scheiterte. Im Jahr 2013 wurden schräg gegenüber dem bisherigen Standort Sparkassenräume mit einer Fläche von 300 m² frei. Dies entsprach zwar nicht den ursprünglichen Planungen und Wünschen der Gemeinde und des Bibliotheksteams für eine neue Bibliothek. Da jedoch mittelfristig keine andere Lösung in Sicht war, hat die Gemeinde die Gelegenheit ergriffen und die Räumlichkeiten gekauft. Es waren noch einige Hindernisse aus dem Weg zu räumen – so mussten z.B. zwei zimmergroße Tresore entfernt werden, die Toiletten und Büroräume mussten umgebaut werden. Aber es lagen auch einige Vorteile auf der Hand: Die Bibliothek ist nun ebenerdig und damit barrierefrei zugänglich, sie liegt an einem schönen Platz in unmittelbarer Nähe einer Buchhandlung und sie gibt diesem Teil von Karlsfeld einen Hauch von einem Ortskern.

    Die Gemeinde beauftragte den Architekten Robert Spitzhirn aus Poing mit der Planung der Bibliothek. Damit holte sie sich Erfahrung mit an Bord: Er plante vor einigen Jahren die Neu-Einrichtung der Gemeindebücherei Poing. Zusammen mit dem Karlsfelder Bautechniker Alexander Reichl und Bibliotheksleiterin Brigitte Speer ist es gelungen, den ehemals dunklen Sparkassenraum in eine helle, moderne und luftige Bibliotheksfläche zu verwandeln. Es steht genügend Raum für Sitzmöglichkeiten und für die Präsentation der Medien zur Verfügung, was der Aufenthaltsqualität zugutekommt. 

    In der Bibliothek selbst befindet sich rechterhand die Theke mit zwei Arbeitsplätzen, hinter der Theke wurde ein Arbeitsraum für das Bibliotheksteam abgetrennt. So kann flexibel zwischen internen Tätigkeiten und Kundenservice gewechselt werden. Auffällig ist der Schriftzug an der Theke: Service.
    Der eindrucksvollste Bereich, das Herzstück der Bibliothek, befindet sich inmitten des Raumes. Architekt und Gemeinde haben sich nicht gescheut, trotz der nicht optimalen Raumfläche einen großzügigen Lounge-Bereich zu gestalten, der mit modernen Sesseln und eigens gestalteten Lichtelementen zum Lesen und Verweilen einlädt. Um den Bereich herum sind Kaffee-Automat, Zeitschriften, AV-Medien-Tröge, Romane  sowie die Präsentation der Neuheiten angeordnet. Die Lamellen der Lichtelemente finden sich auch in anderen gestalterischen Elementen der Bibliothek wieder – so wurden auch die vorhandenen Säulen im Thekenbereich damit verkleidet.

    Im vorderen Teil der Bibliothek, an der Fensterfront, werden die Jugendmedien präsentiert. Die breite Fensterbank mit Sitzkissen bietet Platz zum Schmökern. Der Kinderbereich bekam eine großzügige Fläche am hinteren Ende der Bibliothek zugedacht. Ein Lesepodest, umrahmt von Bilderbuchtrögen, und eine großzügige Kissenlandschaft in ungewöhnlichen Farben geben dem Bereich seine besondere Note. Einige der Kissen sind mosaikartig an der Wand befestigt. So entsteht in diesem Bereich ein ganz eigenes Raumgefühl.

    Viele technische Details machen die Bibliothek zukunftstauglich. Im Eingangsbereich wurde der ehemalige  Vorraum für den Nachttresor für die automatische Buchrückgabe mittels RFID genutzt. Je eine Station für die Buchausleihe und -rückgabe zur Selbstbedienung befindet sich in der Nähe der Theke, so dass das Team die Kunden bei Bedarf unterstützen kann. Zur  Information und Recherche stehen vier Tablet-PCs zur Verfügung. Außerdem verfügt die Bibliothek über zwei festinstallierte Decken-Beamer und Leinwände. Zum einen für Veranstaltungen im Kinderbereich. Zum anderen kann der Lounge-Bereich damit bedient werden – für Lesungen und weitere Aktionen. WLAN vervollständig die technische Ausstattung der Bibliothek.

    Der Bibliothek steht ein fensterloser Raum zur Verfügung, der als Magazin und Aufbewahrungsort für Dekorationsmaterial u.a.  verwendet werden kann. Die Bürosituation ist nicht ganz befriedigend. So wurde das Büro der Bibliotheksleitung mit dem Sozialraum kombiniert. Diese Lösung ist jedoch vertretbar, da dafür mehr Nutzfläche für die Leser und die Medien geschaffen worden ist.

    In seiner Begrüßungsrede zur Eröffnung der neuen Bibliothek im Juni sagte Karlsfelds Bürgermeister Stefan Kolbe: „Lieber klein und schnuckelig, statt nie.“  Dem ist zuzustimmen. Es zeigt aber auch, dass ohne den Einbezug  eines erfahrenen Architekten und eines kreativen und für die Belange der Bibliothek offenen  Bautechnikers nicht so ein gutes Ergebnis zustande gekommen wäre.

    Karlsfeld (Landkreis Dachau in Oberbayern, ca. 20.300 Einwohner) liegt an der Stadtgrenze zu München. Die Bibliothek hat momentan 19.000 Medieneinheiten, die Anzahl der Entleihungen lag 2013 bei knapp 128.000. Die Bibliothek nimmt am Onleihe-Verbund "netBIB24.de" teil, der im Juli 2013 an den Start ging. 

    Ute Palmer-Horn

     

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