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    Bibliotheksporträts

    Die neue Nürnberger Zentralbibliothek - Ein Jahrhundertbau

     

    Außenfassade
    Belletristik/Fremdsprachen
    Nonbooks
    Sessel
    Treppe
    Kinderfläche
    Kinderbibliothek
    "Junge Bibliothek"
    Information
    Treppenhaus
    Arbeitsplätze Wand
    Arbeitsplätze
    Außenfassade 2
    Eingangsbereich
    Rezeption
    Foyer
    Plakatwettbewerb
    Ausleihterminals
    Mediensortieranlage
    Lernzentrum
    Elisabeth Sträter

    Größere Bilder in der Bildergalerie!

    Am 24. Oktober 2012, dem Tag der Bibliotheken, wurde die neue Nürnberger Zentralbibliothek nach dreijähriger Bauzeit eröffnet. Ein seit 50 Jahren angestrebtes Bauprojekt fand damit seinen Abschluss. 

    Somit befinden sich erstmals in der langjährigen Geschichte der Stadtbibliothek Nürnberg die bislang an unterschiedlichen Standorten vorhandenen Bibliotheken unter einem Dach. Dazu gehören die bisherige Zentralbibliothek, die zweitgrößte Musikbibliothek Bayerns, die sich vorher im 3. Stockwerk eines Bürogebäudes befand, sowie die Bibliothek im Pellerhaus am Egidienplatz mit den wertvollen Altbeständen und Sondersammlungen.

    Zum neuen Gebäudekomplex der Zentralbibliothek zählen neben dem sanierten Luitpoldhaus weiterhin ein Bürogebäude (ehemaliges Konservatorium), drei unterirdische Magazine sowie das Katharinenkloster, in dem früher schon die Sachliteratur untergebracht war, und das nun durch einen eleganten Zwischenbau mit dem Luitpoldhaus verbunden ist.

    Die räumliche und organisatorische Zusammenlegung sowie das neue Gebäude bieten große Chancen, die Stellung und den Bekanntheitsgrad der Stadtbibliothek in der Stadt Nürnberg deutlich zu erhöhen. Die planerische Herausforderung bei der Sanierung und Erweiterung des Baus bestand für den Architekten Andreas Baum vor allem darin, eine Balance von Tradition und Moderne herzustellen. *

    Bibliotheksbereiche

    Der Kunde betritt die Stadtbibliothek durch eine gläserne Drehtür. Er steigt anschließend über eine großzügige Treppe hinab auf die sog. Ebene L0 (Erdgeschoss, „L“ steht für Luitpoldhaus), in der er alle Servicefunktionen findet:

    Die hellgrün gestaltete Rezeption; drei Rückgabeautomaten (davon ein 24-Stunden-Medienrückgabeautomat); vier Ausleihautomaten; zwei Kassenautomaten; zahlreiche Garderobenschränke.

    Separiert durch eine Glassystemtrennwand befindet sich die für den Kunden gut sichtbare, aber nicht zugängliche Mediensortieranlage mit elf Sortierkriterien.

    Außerdem liegt das Lernzentrum, „Lernwelt“ genannt, im Erdgeschoss der Bibliothek. Es stellt ein wichtiges Bindeglied zum räumlich unmittelbar benachbarten Bildungszentrum dar.

    Bereits von außen ist das Lernzentrum durch die gläserne Fassade des Zwischenbaus von Luitpoldhaus und Katharinenkloster gut erkennbar. Die Konzeption sieht ein vielseitiges Angebot für unterschiedliche Zielgruppen (Schüler, Lernende, Verbraucher, Studierende) vor, das vor allem der Vermittlung von Lern-, Informations- und Medienkompetenz dienen soll.

    Im ersten Obergeschoss der Bibliothek sind zum einen der Handschriftenlesesaal, zum anderen der Bereich „Belletristik, Fremdsprachen, Sprachen lernen“ untergebracht. Mit der Wiedereröffnung der Zentralbibliothek können diese inhaltlich eng zusammen gehörenden, zuvor teilweise separat aufgestellten, Bestandskomplexe an einer Stelle zusammengeführt werden. Hier gibt es auch eine Hörbar zur Nutzung sämtlicher in der Bibliothek vorhandenen CDs.

    Im klimatisierten Lesesaal stehen 6.000 Bände Präsenzbestand. Er bietet ca. 20 Arbeitsplätze mit Spezialbeleuchtung, um die Altbestände einsehen zu können. Der Lesesaal ist neben den Magazinen der einzige Raum im Haus, in den so gut wie kein Tageslicht fällt. Die umfangreichen Alt- und Sonderbestände sind für eine öffentliche Bibliothek, zumindest in Deutschland, eher ungewöhnlich.

    Im zweiten Obergeschoss befinden sich ein Magazin für besonders wertvolle Altbestände sowie die Musikbibliothek, die sich von ihren Räumlichkeiten her im Vergleich zu früher eindeutig verbessert hat. Zahlreiche bequeme Sitzmöbel tragen zur Wohlfühlatmosphäre bei.

    In der dritten Etage schließlich befinden sich die Kinderbibliothek und die davon räumlich separierte „Junge Bibliothek“. Die Kinderbibliothek ist kindgerecht mit ansprechender und funktionsgerechter, bunter, Möblierung gestaltet. Eine Bühne mit Vorhang und Beamer von der Decke bietet die Möglichkeit für Bilderbuchkinos, Lesungen oder Kindertheater. Die „Junge Bibliothek“ ist eine reine Freizeitbibliothek. Sowohl der Medienbestand als auch die stylische Möblierung mit zahlreichen bequemen Sitzelementen spiegeln dies wider. Zur Ausstattung gehören ein Getränkeautomat, eine Wii-Spielekonsole und eine Xbox-Spielekonsole ebenso wie kostenlose Internetplätze.

    Die oberste Etage des Luitpoldhauses wird u.a. von der Verwaltung und Direktion genutzt.

    Das Katharinenkloster beherbergt nach wie vor die Sachmedien und das beliebte ‚Zeitungs-Café Hermann Kesten‘.

    Bau und Baumaterialien

    Die Bibliotheksleitung war in die Planungen zur Innenausstattung des Architekturbüros „Baum-Kappler“ (www.baum-kappler.com) kontinuierlich eingebunden. Die vorherrschenden Baumaterialien sind Sichtbeton, Holz und Glas. Die Freihandbereiche sind mehr oder weniger einheitlich gestaltet. Die Wände und Decken sind weiß gestrichen, der Boden ist mit Industrielamellenparkett ausgelegt. Die Räume wirken so hell und gemütlich. Farbige Akzente werden zum einen durch die Medien gesetzt, zum anderen durch das Leit- und Orientierungssystem sowie die lose Möblierung. Das Leit- und Orientierungssystem sieht für jede Etage eine unterschiedliche Farbe vor, beispielsweise im Erdgeschoss hellgrün.
    Rückzugsmöglichkeiten und Gelegenheit zur Gruppenarbeit bieten verschiedene Arbeitsräume, die auf den einzelnen Etagen integriert und durch Glasflächen abgetrennt sind. Lediglich die Fußbodenheizung funktioniert noch nicht richtig und in einigen Bereichen fehlt die Beschriftung bzw. hängen provisorische Schilder.

    Bildungscampus

    Zum 1. Januar 2011 wurden Stadtbibliothek und Bildungszentrum (Volkshochschule) durch einen Stadtratsbeschluss organisatorisch im „Bildungscampus Nürnberg“ (BCN) zusammengefasst. Stadtbibliothek und Bildungszentrum (BZ) arbeiten zusammen, um das Lernen der Bürgerinnen und Bürger in allen Altersphasen und Lebenssituationen zu unterstützen. Die Stadtbibliothek als eine der beiden tragenden Säulen des Bildungscampus stellt ein differenziertes, auf das Kursangebot des BZ abgestimmtes Medienangebot für das selbst gesteuerte Lernen bereit.

    Die wichtigste Herausforderung in nächster Zeit besteht darin, das neue Organisationsmodell umzusetzen sowie Arbeitsstrukturen zu etablieren. Bedingt durch die Zusammenlegung der Häuser musste sich die Stadtbibliothek Nürnberg einem umfangreichen Organisationsentwicklungsprozess unterziehen, der bereits im März 2011 begann. Dabei ging es auch um das Zusammenführen des neuen Organisationsmodells für die Stadtbibliothek mit dem des BZ. Für die externe Begleitung wurde die anerkannte Bibliotheksexpertin Prof. Cornelia Vonhof gewonnen.

    Einen Überblick zur Nürnberger Bildungskooperation sowie zum Organisationsentwicklungsprozess gab Elisabeth Sträter beim Bayerischen Bibliothekstag 2012 in Bayreuth.

    Resumée

    Nach fast drei Monaten Betrieb kann konstatiert werden, dass die neue Stadtbibliothek Zentrum gut angenommen wird: Die Anmeldungen sind mit immer noch ca. 70 pro Öffnungstag enorm hoch. Hier spielt natürlich auch das neue Gebührenmodell, das statt einer Jahresgebühr nur eine Verlängerungsgebühr vorsieht, eine wichtige Rolle. Die neue Zentralbibliothek hat sich somit zum Ort der Begegnung, zu einem Treffpunkt für Jung und Alt mit hoher Aufenthaltsqualität entwickelt.

     

    Elisabeth Sträter, Direktorin der Stadtbibliothek Nürnberg

     

     

    Einen noch ausführlicheren Bericht zur neuen Stadtbibliothek Nürnberg finden Sie demnächst in der Zeitschrift Bibliotheksforum Bayern, Heft 2/2013.

    * Zitat:
    Baum, Andreas: Die sanierte und erweiterte Stadtbibliothek im Zentrum Nürnbergs. In: 641 Jahre Stadtbibliothek Nürnberg /hrsg. Christine Sauer. - Wiesbaden : Harrassowitz, 2013. - S. 259-272

     

     

     

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