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    Bibliotheksporträts

    Stadtbibliothek Vohburg an der Donau
    Lesepool, Sternenhimmel und Studierzimmer: Neue Bibliothek im roten Haus

    Bibliothek und Schloss
    Foto: Klaus Müller
    Außenrückgabe
    Bibliothekssonne
    Lesepool
    Studierraum
    Kinderbereich
    Kinder-Leseinsel
    Lesecafé
    Multimediawand
    Theke
    Fassade
    Foto: Klaus Müller, restliche Fotos: Klaus Dahm

    Größere Bilder in der Bildergalerie!

    Vohburg an der Donau (Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm), einer Kleinstadt mit knapp 8.000 Einwohnern, ist der große Wurf gelungen: eine Bibliothek, in der Regale eine untergeordnete Rolle spielen, in der das fast schon abgenutzte Wort „Aufenthaltsqualität“ konsequent umgesetzt wurde und moderne Technik eine große Rolle spielt.

    Die Bibliothek war die letzten Jahre in den ehemaligen Räumen der Sparkasse untergebracht, mit geringen Öffnungszeiten und der Funktion einer reinen Ausleihstelle.  Im Zuge der Stadtplanung kam Bewegung in die städtischen Bibliotheksvorstellungen:  In die Baulücke zwischen der neu gebauten Außenstelle des Landratsamts und dem Kultur-Stadl fand die Bibliothek in zentraler Lage ihr neues Domizil. Von vornherein war geplant, dass auch das Tourismusbüro Teil der Bibliothek werden sollte, und dies sowohl in räumlicher als auch in personeller Hinsicht. In die noch verbleibenden Räume des Gebäudes mietete sich die neue Geschäftsstelle des Donaukuriers ein.

    Die Bibliothek erstreckt sich über drei  Etagen mit 420 m² (ohne Treppen und Nebenräume). Im Eingangsbereich befindet sich die große Theke, an der sowohl  touristische Anfragen beantwortet als auch Medien verbucht und zurückgenommen werden.  Räumliche und technische Voraussetzungen für eine  Selbstverbuchung sind vorgesehen, werden aber erst im nächsten Schritt verwirklicht. Auffallend ist die große Multimediawand, die flexibel genutzt werden  kann: für spezielle Bibliotheksangebote, für einen Imagefilm der Stadt Vohburg oder für Informationen über Veranstaltungen und vieles mehr. Im ersten Obergeschoss befindet sich auf einer Galerie mit Sichtkontakt zum Erdgeschoss das großzügig ausgestattete Lesecafé, das nach und nach mit einem Angebot an Zeitschriften ausgestattet werden wird.

    „Kino“ unterm Sternenhimmel
    Das zweite Obergeschoss vereint in sich zwei gegensätzliche Pole: Rechts von der Treppe wird man in die Mediathek hineingezogen. Das Herzstück der Mediathek ist der sogenannte „Projektionsraum mit  Sternenhimmel“, ein abgedunkelter, in sich geschlossener ovaler Raum. Er steht mitten in der Kinder-Leseinsel, ähnlich einer großen Litfaßsäule von Bücherregalen umzogen. An seiner Decke sind unzählige Sterne sowie das Sternbild des Großen Wagens projiziert. Der Raum ist mit gemütlichen Kissen,  Leinwand und Beamer für multimediale Veranstaltungen ausgestattet. Rund um diesen Projektionsraum befindet sich die Kinderbibliothek mit Lesepodest, das durch einen Vorhang flexibel genutzt werden kann.

    Auf der anderen Seite des Treppenhauses befindet sich der Studierraum mit Arbeitstischen und den Sachgruppen Biografie, Leben & Arbeiten, Natur & Technik, Weltweit, der  für Schulklassen, Gruppen oder Studenten vorgesehen ist.

    Lesepool und Leselounge
    Das dritte Obergeschoss besticht durch zwei außergewöhnliche Gestaltungselemente. Rechterhand befindet sich ein Raum mit einer runden Vertiefung, der „Leseinsel“ bzw. dem „Lesepool“. Dieser Bereich wurde speziell für die Jugendlichen konzipiert und soll als Gaming-Bereich dienen. Der gesamte Raum ist mit grasgrünem Teppichboden ausgelegt und schon jetzt einer der Lieblingsplätze in der Bibliothek.

    Linker Hand geht der Besucher in die Leselounge mit der Belletristik-Abteilung. Ein großer runder Leuchtkörper von zwei  Metern Durchmesser, der in 16.000 Farbnuancen erstrahlen  kann, bildet in der Dämmerung, bei trübem Wetter und auch abends das Highlight der Bibliothek. Der zweite Blickfang ist das große Fenster mit Blick über das Rathaus, den Stadtplatz und über Vohburg hinaus. Die Leselounge bietet zukünftig Platz für Lesungen und Veranstaltungen.

    Die Bibliothek ist noch nicht vollständig eingerichtet.  Wie bei einem Einzug in ein neues Haus muss sich das Innenleben noch organisch entwickeln. So umfasst der Bestand nach einer gründlichen Reorganisation derzeit knapp 5.000 ME, wird aber laufend ergänzt. Zum Schuljahresbeginn im Herbst 2014 sollen mit einem Schlag 1.000 neue Medien den Lesehunger stillen. Auch an der Ausgestaltung der konzeptionellen Bibliotheksarbeit feilt Alexandra Schmid, die neue Leiterin der Bibliothek noch.

    Das Beispiel Vohburg an der Donau macht deutlich, welch gelungenes Ergebnis entsteht, wenn sich Träger, Stadtrat und Bürger als zentrales Element des städtischen Lebens eine Bibliothek wünschen. Eine außergewöhnliche Architekturplanung und eine lebhafte Diskussion mit allen Beteiligten sowie deren Einbezug lassen für eine Stadt dieser Größenordnung eine außergewöhnliche Bibliothek entstehen. „Die neue Bibliothek ist ein Aushängeschild für unsere Herzogstadt, auf welches wir sehr stolz sind“, freut sich u. a. Martin Schmid, Erster Bürgermeister der Stadt Vohburg, über die neue Bibliothek.

    Ute Palmer-Horn

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