FAQ Bibliotheksstatistik und Corona-Pandemie

Bei der deutschen Bibliotheksstatistik 2020 gibt es aufgrund der Corona-Pandemie einige Besonderheiten. Die bisher dazu gestellten Fragen beantworten wir hier. Die Liste wird bei Bedarf ergänzt.
Kursiv gedruckt finden Sie den Text aus den Erläuterungen der DBS, darunter die Beantwortung der Frage.

Wie sind die Schließzeiten bei den Öffnungszeiten - Jahresöffnungsstunden (DBS 7) zu zählen?

Gesamtzahl der Öffnungsstunden aller Bibliothekseinrichtungen an allen Öffnungstagen im Berichtsjahr (besondere Schließzeiten sind herauszurechnen).
 

Für die Zeiten der Bibliotheksschließungen wegen der Corona-Pandemie gilt:
Die Bibliotheken waren zeitweise geschlossen, für diese Wochen werden also 0 Öffnungsstunden angesetzt.
Auch wenn es einen Abholservice gab, werden für diese (mit Personal besetzten!) Zeiten keine Öffnungsstunden addiert, denn die Bibliotheken durften ja nicht von Besuchern betreten werden!

 

Wie sind die Schließzeiten bei den Öffnungszeiten – Wochenöffnungsstunden mit Bibliothekspersonal der Hauptstelle (DBS 8) anzugeben?

Hier ist die Zahl der Öffnungsstunden allein der Hauptstelle / Zentralbibliothek pro Woche laut Regelöffnungszeiten einzutragen. Unter Regelöffnungszeit wird die normale Öffnungszeit der Bibliothek verstanden, unabhängig davon, ob es im Berichtsjahr auch Zeiten reduzierten Bibliotheksbetriebes gegeben hat. Bei Änderungen der Öffnungszeiten im Berichtsjahr bitte vom Stand 31.12. ausgehen.

Auch wenn zum Stand 31.12. alle Bibliotheken geschlossen sind, sind hier die regulären Wochen-Öffnungszeiten anzugeben.

 

Werden die Pauschalverlängerungen in der Zählung der Entleihungen (DBS 14, 14.1, 16, 19, 25, 29 und BY 25, 26, 27) mitgezählt?

Als Entleihungen zählen alle im Laufe des Berichtsjahres in der Bibliothek protokollierten Entleihungen an Benutzer. Fristverlängerungen auf Antrag des Benutzers zählen ebenfalls als Entleihungen. Der Benutzerantrag kann mündlich (ggf. unter Vorlage der Medien), schriftlich, telefonisch oder auch elektronisch, über das Internet, erfolgen. Verlängerungen, die vom Benutzer selbst im Bibliothekssystem durchgeführt werden, sind hier ebenfalls zu zählen. Bei Gesamtkontoverlängerungen werden die einzelnen Medien gezählt. Die Zahl der ggf. vom EDV-System veranlassten automatischen Verlängerungen darf nicht bei den Entleihungen enthalten sein.

Lt. HBZ dürfen Pauschalverlängerungen, die die Bibliotheken wegen der Corona-Schließzeiten veranlasst haben, nicht einberechnet werden.
Falls es technisch allerdings nicht möglich ist, diese von den regulären Verlängerungen auf Antrag des Benutzers zu trennen, werden in 2020 alle Verlängerungen (inkl. Pauschalverlängerungen) als Entleihungen gezählt. Bitte in diesem Fall dann in den Anmerkungen (DBS 199) vermerken, dass Pauschalverlängerungen mitgezählt worden sind.

 

Wie ist die Zahl der beschäftigten Personen zum 31.12. (DBS 67) auszufüllen, wenn einzelne Mitarbeiter derzeit versetzt sind?

Alle beim Bibliotheksträger fest Beschäftigten sind aufzuführen (ohne ehrenamtliches Personal).

Sofern Mitarbeiter*innen zum Jahresende tatsächlich wegen der Pandemie in andere Einrichtungen oder Abteilungen versetzt sind, werden sie hier trotzdem mitgezählt.

 

Werden Kurzarbeit und Versetzungen bei der Personalkapazität (DBS 68, 69, 70, 72,74) berücksichtigt?

Erfasst wird der Zeitraum vom 01.01. bis zum 31.12. des Berichtsjahres. Der Wert wird berechnet aus der Gesamtzahl der Wochenarbeitsstunden aller Personen, die im Laufe des Berichtsjahres in der Bibliothek beschäftigt waren, dividiert durch die Regelarbeitszeit (gemäß Ihres Bundeslandes). Bei Ausfall oder Abwesenheit einer Person von mehr als sechs Wochen kann ihr VZÄ-Wert anteilig gemindert werden. Mit Hilfe des VZÄ-Rechners lassen sich alle benötigten Zahlen leicht ermitteln.

Mitarbeiter*innen, die zeitweise in Kurzarbeit waren, können für diese Zeiten im VZÄ-Rechner entsprechend mit reduzierten Arbeitszeiten angesetzt werden. Mitarbeiter*innen, die an andere Behörden (z.B. Gesundheitsamt) versetzt wurden, können hier ebenfalls entsprechend reduziert angesetzt werden.

 

Werden auch die von den Mitarbeiter*innen besuchten Webinare als Fortbildungsstunden (DBS 78) gezählt?

Unter Fortbildungsstunden, die normalerweise während der Dienstzeit anfallen, sind auch Fortbildungen an freien Tagen, Wochenenden und Feiertagen zu verstehen, soweit sie auf die Dienstzeiten angerechnet werden (auch E–Learning).

Ja, auch besuchte Webinare werden unter Fortbildungsstunden gezählt. Dazu kommen auch Videokonferenzen, die anstelle von Erfa-Treffen oder AGs stattgefunden haben, virtuelle Info-Tage und virtuelle Tagungen.

 

Wie ist die Zahl der Benutzerarbeitsplätze insgesamt (DBS 80) sowie Computerarbeitsplätze (DBS 81) und öffentliche Internetterminals (DBS 82) zum Stand 31.12. anzugeben?

Sitzplätze mit oder ohne Ausstattung, die für Benutzer zum Zweck des Lesens oder Arbeitens zur Verfügung stehen. Dies schließt Sitzplätze in Arbeitskabinen, in Gruppen- und Studienräumen sowie in den audiovisuellen und Kinderabteilungen der Bibliothek ein.

Auch wenn wegen der Corona-Pandemie zeitweise Benutzerarbeitsplätze gesperrt waren, werden hier alle Plätze, die im regulären Betrieb angeboten werden, gezählt.

 

Dürfen auch abgesagte oder virtuelle Veranstaltungen (DBS 94, 95, 96, 97, 98, 99, 99.1) gezählt werden?

Es werden nur die Veranstaltungen gezählt, die auch tatsächlich stattgefunden haben.

Durch die Pandemie und die Schließungszeiten wurden viele Veranstaltungen zwar geplant, dann aber abgesagt. Abgesagte Veranstaltungen dürfen daher nicht gezählt werden.
Die vielen neu entwickelten virtuellen Veranstaltungen (Virtuelle Lesungen, Vorlesestunden, Webinare, Podcasts usw.) werden der jeweiligen Gruppe (Bibliothekseinführungen, Kinder, Erwachsene) zugeordnet. Wenn die Zuordnung nicht eindeutig ist, sind sie bei Sonstige Veranstaltungen DBS 99 zu zählen.
Auch virtuelle Besucher (z.B. von virtuellen Vorlesestunden oder Webinaren) können unter DBS 99.1 gezählt werden. Falls die Angebote nicht gestreamt, sondern als YouTube-Videos bereitgestellt wurden, können die Aufrufe, die im Jahr 2020 erfolgt sind, gezählt werden.

 

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