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    Foodmonopoly

    Wie wird sie aussehen, die Nahrungsmittelproduktion der Zukunft? Meyer von Bremen, Ann-Helen: Foodmonopoly

    Noch nie zuvor waren Lebensmittel in so großer Fülle und zu solchen Billigpreisen verfügbar wie heute. Und noch nie landete so viel Nahrung auf dem Müll. Auf der anderen Seite leidet aber weltweit jeder siebte Mensch unter Hunger. Angesichts eines erwarteten Bevölkerungszuwachses von zwei bis drei Milliarden Menschen in den nächsten 40 Jahren stellt sich die Frage: Wie wird sie aussehen, die Nahrungsmittelproduktion der Zukunft?

    Sind eine Intensivierung der Landwirtschaft und die damit einhergehende Nutzung von Gentechnik, der Einsatz von Pestiziden und Kunstdünger sowie Massentierhaltung die einzigen Lösungen? Oder lassen sich neun Milliarden Menschen auch mit ökologischer Landwirtschaft ausgewogen und gesund ernähren?
    Auf der Suche nach Antworten nehmen uns die Journalistin Ann-Helen Meyer von Bremen und Gunnar Rundgren, ehemaliger Präsident der Internationalen Vereinigung der ökologischen Landbewegungen IFOAM, mit auf eine globale Rundreise. Die erste Station führt zur Rohstoffterminbörse in Chicago. Neun Prozent des weltweiten Handels mit Mais und fünfzig Prozent des Weizenhandels werden dort abgewickelt. "Was hier betrieben wird, ist nichts anderes, als mit dem Essen zu spielen, so die Autoren. Weiter geht es durch die USA, das Land mit Farmen von gigantischen Ausmaßen und ausgeprägter Monokultur. Auf den Flächen wächst genmanipuliertes Saatgut, das eine Resistenz gegen das allgegenwärtige Pestizid "Roundup" aufweist. So kann der Giftstoff direkt in die wachsenden Pflanzen gespritzt werden, ohne dass diese eingehen.  Aber auch in den USA gibt es ökologische Querdenker. Sie kommen in Form kurzer Reportagen ebenso zu Wort wie brasilianische Rinderzüchter, deren riesige Herden weiden, wo einst Regenwald stand, und Kleinbauern aus Sambia, die über ihre Erfolge und Misserfolge berichten.

    Anhand dieser Geschichten wird der Weg unserer Nahrung von Anbau und Ernte über Handel und Transport bis hin zum Verbrauch deutlich. Das Buch steckt voller aufschlussreicher Vergleiche und interessanter Fakten. So erfährt man beispielsweise, dass indische Kühe, die vier Liter Milch am Tag geben, ihrem Halter eine gute Zukunft bieten. In Deutschland jedoch kann ein Betrieb mit 50 Milchkühen, die jeweils 40 Liter am Tag produzieren, kaum überleben. Im letzten Kapitel "Ein Blick in den Kühlschrank der Zukunft" stellen die Autoren ihre Vision von biologischer Vielfalt und alternativer Landwirtschaft dar. Dabei plädieren sie für eine intelligente Kombination aus Ackerbau und Viehzucht und überzeugen mit wissenschaftlich fundierten Konzepten – frei von Ideologien und Schuldzuweisungen. Denn ihrer Meinung nach sind die Landwirte nicht Verursacher, sondern Opfer eines gefährlichen Spiels von Lobbyisten und Politikern namens "Foodmonopoly". Und sie beantworten die eingangs gestellte Frage, ob auch ökologischer Landbau der Aufgabe der Welternährung gewachsen wäre, mit einem klaren "Ja". Vorausgesetzt, es findet kein Wettbewerb mehr um Lebensmittel am Weltmarkt statt.

    (Vera Wehrle, Stadtbibliothek Bayreuth)

     

    Dieser Buchtipp erschien zuerst als "Medientipp des Monats" auf der Website der Stadtbibliothek Bayreuth.

     

    Foodmonopoly
     : das riskante Spiel mit billigem Essen / Ann-Helen Meyer von Bremen & Gunnar Rundgren. [Mit einem Vorw. von Prinz Felix zu Löwenstein]. Aus dem Schwed. von Nina Hoyer. – Dt. Erstausg. – München : Oekom-Verl., 2014. - 239 S. : Ill., graph. Darst. ; 21 cm
    Einheitssacht.: Jorden vi äter <dt.>
    ISBN 978-3-86581-664-1   fest geb. : EUR 19,95

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    Sachliteratur
    Wehrle, Vera

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    Wie wird sie aussehen, die Nahrungsmittelproduktion der Zukunft?

    Meyer von Bremen, Ann-Helen Foodmonopoly
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