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    Medientipps

    Cover Jorvik

    Wikinger-Schatz – neu entdeckt Feld, Stefan: Jórvík

    Als normannische Händler um das Jahr 900 nach Christus konkurrieren die Spielerinnen – die Spielanleitung verwendet ausschließlich die weibliche Form – in der vor Kurzem eroberten Stadt Jorvik, dem späteren York. Da an Odins Tafel (also auch bei Spielende) Geld nichts, aber Ehre alles ist, geht es darum, wer am Ende eines Jahres gespielter Zeit das größte Ansehen (gemessen in Siegpunkten) genießt.

    Ruhm und Ehre lassen sich vor allem durch die Belieferung der Handwerksbetriebe mit Waren sowie durch die finanzielle Unterstützung von Kriegern, die die florierende Ansiedlung gegen die immer wieder einfallenden Pikten verteidigen, erwerben. Weitere Möglichkeiten sind – unter vielen anderen – das Ausrichten von Festlichkeiten, die Ausstattung von Raubzügen oder die Bezahlung von Skalden, die bestimmte Aktionen in ihren Liedern verewigen.

    Um all dies wird gesteigert. In jeder Runde gibt es immer ein Angebot mehr, als Kaufleute im Spiel sind. Reihum entsendet jede Kauffrau oder jeder Kaufmann einen der zur Verfügung stehenden Handlungsgehilfen zu einer Auktion. Wer zuerst kommt, hat natürlich auch das Recht zuerst zuzuschlagen, aber die Angebote verteuern sich für jeden Mitbieter um eine Münze. Neben einer eigenen Strategie ist es taktisch immer wichtig, die Konkurrenz genau im Auge zu haben; was sie braucht, was sie zahlen kann und wie hoch sie für eine bestimmte Aktion bieten wird. Ideal zur Geltung kommt der Versteigerungsmechanismus mit drei bis vier Mitspielenden.

    Wer es noch etwas komplexer als das „Karl-Spiel” (Karl wird ein Freibauer genannt) mag, für den bietet sich die bereits mitgelieferte Erweiterung, das „Jarl-Spiel” (Jarl ist ein nordischer Fürstentitel) an. In ihm stehen eine Reservierungsoption, ein weiterer Gehilfe sowie deutlich mehr und teilweise auch destruktive Aktionen zur Verfügung. Die vom Verlag angegebene Spielzeit von bis zu 90 Minuten reicht dann aber nur noch in seltenen Fällen aus.

    2010 erschien das Spiel erstmals unter dem Namen „Speicherstadt”, 2012 kam die Erweiterung „Kaispeicher” dazu. Dass in der Neuauflage Wikinger die Hamburger Quartiersleute ersetzt haben, mag dem internationalen Marketing geschuldet sein, thematisch passen diese nun deutlich besser zu den zufälligen Warenlieferungen und dem beständigen Geldmangel.

    Spiele von Stefan Feld gelten als „Kennerspiele” – so steht es auch auf der attraktiv illustrierten Schachtel. Das eingängige Regelwerk, der hohe Grad an Interaktion und die unterschiedlichen Siegstrategien sprechen jedoch bereits – etwas Spielerfahrung vorausgesetzt – Spielerinnen und Spieler an, die nicht so häufig spielen. Die Altersangabe „geeignet ab zehn Jahren” trifft die Zielgruppe daher recht genau.

    Das Versteigerungsspiel „Jórvík” des Erfolgsautors Stefan Feld ist ein etwas verborgener Schatz, aber es lohnt sich, diesen neu zu entdecken.


    (Matthias Kluge)

     

    Jórvík
    / Stefan Feld. Ill. u. Grafiken: Marc Margielsky. Regeln u. Layout: Philippe Schmit. - Hamburg : Eggertspiele ; Friedberg : Pegasus Spiele (Vertrieb), 2016. - 1 Spiel (1 Spielpl., 5 Spielertaf. in 5 Farben, 22 Spielfig. „Wikinger” aus Holz in 5 Farben, 1 Marker „Mjöllnir” aus Holz, 5 Marker „Siegpunkt” aus Holz in 5 Farben, 104 Spielkt. in 5 Arten, 54 Warenst. aus Holz in 8 Farben, 30 Papp-Münzen, 1 Stoffbeutel mit Kordelzug, 2 Spielanltgn. dt. u. engl.). - in Karton 30 x 30 x 8 cm
    Für 2 bis 5 Personen ab 10 Jahren.
    Früher u. d. T.: Speicherstadt mit Erweiterung Kaispeicher
    EAN 4250231711244 : EUR 34,95 [freier Pr.]

     

     

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    Kluge, Matthias
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    Kluge, Matthias

    Wikinger-Schatz – neu entdeckt

    Feld, Stefan Jórvík
    © Bayerische Staatsbibliothek