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    Bibliotheksmanagement

    Wissensmanagement

     

     

    Anja Flicker, Leiterin der Stadtbücherei Würzburg, ist Expertin zum Thema Wissensmanagement (WM). Bevor sie nach Würzburg kam, hat sie acht Jahre als Wissensmanagerin in zwei Wirtschaftsunternehmen gearbeitet.
    Im Oktober 2001 wurde sie Referentin für Wissensmanagement bei dem Finanzdienstleister LHI in München. Für Flickers Arbeit erhielt die Firma die Auszeichnung „Wissensmanager des Jahres“. 2005 konnte sie den Bereich "Wissenslogistik" der reinisch AG in Karlsruhe übernehmen.

    Auf den Punkt gebracht, geht es beim Wissensmanagement darum, eine Organisation – hier die Bibliothek – im Hinblick auf Wissen zu steuern. Es handelt sich dabei um ein vernetztes Thema, das möglichst alle Arbeitsbereiche tangiert. Der Ansatz kann sich auf Personen und Prozesse erstrecken. Es geht dabei auch um individuelle Prozesse der Wissensvermittlung: „Jemand weiß etwas“, „jemand braucht dieses Wissen“.

    Auf der Teamebene erstreckt sich der WM-Ansatz vor allem auf die Bereiche Kommunikation (regelmäßig und strukturiert oder gezielt und methodisch; Kommunikation geht tiefer und erreicht weniger Menschen), Dokumentation (Information; geht weniger tief und erreicht mehr Menschen) und Reflexion (z.B. Rückblick). Erstrebenswert ist ein kommunikativer Kreislauf von Geben und Nehmen.

    Die WM-Einführung in der Stadtbücherei Würzburg erfolgt in folgenden Aspekten:

    Wissensbilanz, Wiki (zentrale Informationsplattform für alle), Projektreview (z.B. Jugendbuchwoche: alle Beteiligten eingebunden halten; Erfolge wiederholen), community of practice (hier: gemeinsame Vorgehensweise der Zweigstellen), Tätigkeitsbeschreibungen und strukturierte Urlaubsübergabe sowie Experten-Profile (kompetenzgerechter Einsatz der Mitarbeitenden).

    Bei den Mitarbeitern entsteht Transparenz über vorhandenes Wissen und es kann auch Fortbildungsbedarf abgeleitet werden.

    Die eingesetzte Methode „Wissensbilanz-Made in Germany“ wurde in der Praxis zuerst von Tom Becker in der Zentralbibliothek im Stadthaus in N1 in Mannheim eingesetzt.

    Mittlerweile liegen auch praktische Erfahrungen aus der Stadtbücherei Würzburg vor.

    Es muss nicht zwangsläufig das komplette von Frau Flicker präsentierte System eingeführt werden, sondern empfehlenswert sind der Ansatz bei bestimmten Problempunkten und der Versuch, diese zu optimieren. Es ist also durchaus ein pragmatisches Vorgehen möglich und kleinere Bibliotheken können auch nur einzelne Elemente in den Arbeitsablauf integrieren. Wichtig allerdings ist, eingeführte Wissensmanagementbereiche kontinuierlich zu pflegen.

    Kontakt: Anja.Flicker@stadt.wuerzburg.de

    (Vortrag Anja Flicker / tg)

     

     

     

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