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    Gedenktag

    Gustav Kiepenheuer

    1880 - 1949

    10. Juni 2005

    125. Geburtstag

    Verleger

    Gustav Kiepenheuer war einer der großen deutschen Verlegerpersönlichkeiten. Zu Schulzeiten ein Mitschüler zweier weiterer späteren Verleger-Legenden, Kurt Wolff und Ernst Rowohlt, gründete er 1909 den Verlag seines Namens in Weimar. Die ersten Bücher beschäftigten sich denn auch mit der Weimarer Klassik, ab 1917 erschien die Zeitschrift "Das Kunstblatt". 1919 zog der Verlag für die nächsten zehn Jahre nach Potsdam um. Als Autoren stießen u.a. André Gide, Bert Brecht, G.B. Shaw, Lion Feuchtwanger, Hans Henny Jahn, Arnold Zweig und Anna Seghers zum Verlag. Zweigs "Streit um den Sergeanten Grisha" (1927) war das erfolgreichste Buch in der frühen Verlagsgeschichte. Hermann Kesten wurde 1928 Verlagslektor und Hausautor. Nach dem erneuten Umzug nach Berlin 1929 konnten auch Gottfried Benn, Marieluise Fleißer und Joseph Roth gewonnen werden - mithin veröffentlichte ein Großteil der belletristischen Schriftsteller-Elite zwischen den Weltkriegen bei Kiepenheuer. Als die Nationalsozialisten 1933 die Macht übernahmen, wurden 75% der Verlagsproduktion in Deutschland verboten, Kesten und der Mitinhaber und Geschäftsführer Fritz Landshoff führten die Verlagsarbeit in den Amsterdamer Exilverlagen Allert de Lange und Querido fort. Das Berliner Stammhaus wurde 1944 auf Anordnung der Reichsschrifttumskammer vollständig geschlossen.
    Ein Jahr nach Kriegsende kam es in Weimar zur Neuetablierung des Verlags, Caspar Witsch wurde 1948 Mitgesellschafter und Geschäftsführer. 1949 starb Gustav Kiepenheuer nach langer Krankheit, seine Witwe Noa führte den Verlag zunächst fort. 1951 kam es nach Änderung der Mehrheitsverhältnisse zur Spaltung: im Westen entstand der "Kiepenheuer und Witsch"-Verlag, ansässig zunächst in Hagen, später in Köln. Im Osten ist der "Kiepenheuer Verlag" nach wechselvoll bewegter Geschichte zu DDR-Zeiten seit 1994 in die Berliner Aufbau-Verlagsgruppe eingegliedert.

    Verlag Kiepenheuer & Witsch

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