Leitbilder

Ein Leitbild sollte auf folgende Fragen eine kurze und prägnante Antwort geben:

  • Wer sind wir? (Kurzvorstellung)
  • Warum, Wozu? (Beschreibung des Auftrags)
  • Wie? (Prinzipien, Haltungen)
  • Für wen? (Zielgruppen, Schwerpunkte)

Einführendes

Leitbilder sind in der Privatwirtschaft weit verbreitet, werden seit geraumer Zeit aber auch im öffentlichen Dienst und in Bibliotheken als wichtiges Instrument des Managements genutzt.

Was ein Leitbild ist, wird im Allgemeinen folgendermaßen beschrieben:

„Das Unternehmensleitbild enthält die grundsätzlichsten, aber auch abstraktesten Vorstellungen über angestrebte Ziele und Verhaltensweisen der Unternehmung. Es ist ein ‚realistisches Idealbild’, ein Leitsystem, an dem sich alle unternehmerischen Tätigkeiten orientieren (oder auch orientieren sollen).”

Die Vorteile und Chancen

eines Leitbildes sind vielfältig: Gegenüber der Öffentlichkeit und dem Träger können mit einem Leitbild die Aufgaben und das Selbstverständnis und damit die Notwendigkeit und Bedeutung der Bibliothek einfach und kompakt kommuniziert werden. Gemeinsam mit den Mitarbeiter*innen können durch die Einigung auf einen gemeinsamen Handlungshintergrund Kräfte gebündelt, Schwerpunkte gebildet, Ziele definiert und ein stärkeres Wir-Gefühl entwickelt werden.

Die Erstellung eines Leitbildes kann Anlass sein, sich Gedanken über die eigenen Stärken und Schwächen, über mittel- und langfristige Ziele zu machen, und damit einen fruchtbaren Diskussionsprozess anzustoßen.

Wie erstellt man ein Leitbild?

Die Entwicklung eines Leitbildes entsteht normalerweise in Form eines Workshops in einem intensiven Diskussionsprozess. Dabei sollten möglichst alle Mitarbeiter*innen einbezogen werden. Wenn es die finanziellen Mittel erlauben, ist die Hilfe eines externen Moderators sinnvoll. Für die Entwicklung eines Leitbildes sollte je nach Mitarbeiter*innenzahl bis zu einem halben Jahr veranschlagt werden.

Wie setzt man das Leitbild wirksam ein?

Die Existenzberechtigung und Sinnhaftigkeit von Leitbildern ist in letzter Zeit manchmal in Frage gestellt worden, vor allem, weil viele die geringe Relevanz der „schönen Papiere” beklagen.

Deshalb ist es wichtig, das Hauptaugenmerk nicht auf das Papier zu richten, sondern vor allem den Prozess der Erstellung als Chance zu begreifen, sich grundsätzliche Gedanken über den Auftrag der eigenen Bibliothek und den besten Weg, diesen zu erfüllen, zu machen.
Es hat sich gezeigt, dass diese Überlegungen oft einen Motivationsschub bei allen Mitarbeiter*innen hervorrufen. Nach der Erstellung des Leitbildes sollten, davon ausgehend, möglichst konkretere Ziele formuliert werden, die kontrollierbar und überprüfbar - und damit messbar - sind.
So kann ein Leitbild ein gutes Instrument sein, die Bibliotheksarbeit effizienter und motivierender zu gestalten.

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