Veranstaltungen & ÖA

Welche Veranstaltungen?

Viele ältere Menschen suchen nicht nur Sachinformationen, sondern auch Kontakte bzw. Gespräche und greifen ein vielseitiges Veranstaltungsangebot gerne auf. Aktionen, die sich für diese Zielgruppe eignen, sind z.B. Computerkurse, (Dia-)Vorträge, Filme (mit Vorführrecht), Lesungen und Workshops zu relevanten Themen wie Gesundheit, Recht, Psychologie, Pflege, Ernährung, Testament und Patientenverfügung, Demenz sowie Wohnen im Alter.

Senior*innen können zudem bei verschiedenen Veranstaltungen wie Flohmärkten und Bibliotheksfesten Unterstützung leisten.

Vorlesen und Erzählen

Auch generationsübergreifende Angebote wie Vorlesen in Kindergärten, Schulen, Horten und der Bibliothek oder die Vorführung eines Bilderbuchkinos sind denkbar.

Aktive Senior*innen sind gerne bereit, sich als Lesepat*innen zu engagieren und Kindern vorzulesen. Besonders förderlich für die zum Teil leseschwachen Kinder ist es, wenn die älteren Menschen früher als Erzieher*innen, Lehrer*innen, Ausbilder*innen o.ä. tätig waren. Hier kann wertvolles Potenzial genutzt werden, um Kinder in einer der wichtigsten Grundfertigkeiten zu unterstützen, die sie für ihr Leben brauchen: Lesen.

Außerdem können Senior*innen selbst sehr vom Vorlesen profitieren. Gerade ältere Menschen, die geübt im Vorlesen sind und etwas pädagogische Erfahrung haben, dürften leicht einen Draht zu ihren „Lebensabschnittsgefährten“ bekommen. Viele sind an Literatur und am Austausch darüber interessiert, aber auch jene, die sehbehindert sind oder deren kognitive Fähigkeiten nachlassen, profitieren davon.

Die Bandbreite der möglichen Aktivitäten ist groß: Lese- und Literaturkreis, Erzählcafé, Vorlesen, Biografiearbeit (Erinnerungskultur) uvm.

Organisatorisches

Für mobile und aktive Senior*innen eignet sich die Bibliothek als Veranstaltungsort, bei behinderten Menschen sollten Aktionen wie Vorlesen und Erzählen in Senioreneinrichtungen stattfinden.

Es wird geraten, die Veranstaltungen am Vormittag, Nachmittag oder frühen Abend abzuhalten. Eine angenehme Gestaltung des Raumes und persönliche Extras (Bewirtung, Begrüßung, Taxivorbestellung) kommen gut an. Positiv sind Veranstaltungsreihen (Beispiel: "Bibliothek für Fortgeschrittene" in Heilbronn); bei wiederkehrenden Veranstaltungen sollte das moderierende Personal möglichst nicht wechseln.

Öffentlichkeitsarbeit

Damit sich das Angebot für Senior*innen einer Bibliothek herumspricht und die Klientel erreicht wird, sind Öffentlichkeitsarbeit und Werbung sehr wichtig. Dazu ein paar Hinweise:

  • Klassische Werbemittel wie Flyer, Plakate; Bewerbung auf der eigenen Homepage, darüber hinaus auch die Bekanntgabe über Social Media (Weblog, Facebook, Twitter).
  • Gut für die Öffentlichkeitsarbeit sind z.B. positiv besetzte Wörter wie "vital", "jung geblieben", "im besten Alter" oder "aktiv älter".
  • Wegen der zunehmenden Augenschwäche sollten die Materialien lesefreundlich, übersichtlich, gut wahrnehmbar und vor allem in großer Schrift gestaltet sein. Klare, intensive Farbtöne und starke Kontraste sind empfehlenswert (z.B. schwarze Schrift auf weiß).
  • Zur Auslage sind das Rathaus, Banken sowie von der Zielgruppe besuchte Institutionen (Altenheim, Seniorentreff etc.) gut geeignet. Auch der Eintrag im lokalen Veranstaltungskalender sollte nicht vergessen werden.
  • Oft ist die direkte, persönliche Werbung am effektivsten. Darunter fallen spezielle Führungen in der Bibliothek oder Vor-Ort-Besuche und die Vorstellung der Angebote durch die Mitarbeiter*innen in anderen Einrichtungen.
  • Auch die Präsenz mit einem eigenen Stand bei lokalen Messen dient dazu, den Service der Bibliothek in einem medial beachteten Rahmen vorzustellen.
  • Schließlich sollte die Bibliothek mit lokalen Zeitungsredaktionen sowie Anzeige- und Gemeindeblättern und ggf. Hörfunk und Fernsehen zusammenarbeiten.

Quelle: Bibliothek 55+: wie fange ich's an?, S. 12ff.

 

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