Non-Book-Medien

Sogenannte Nichtbuchmaterialien (nach dem engl. Begriff: Non-Books), sind Medien, die kein Buch darstellen. Dazu gehören CDs, DVDs, Konsolenspiele, konventionelle Spiele und Online-Medien. Ein attraktives und differenziertes Medienangebot ist Grundvoraussetzung für einen guten Umsatz des Bibliotheksbestandes. Nach Konrad Umlauf (em. Prof. an der Humboldt-Universität Berlin) ist für Non-Books bei einer Leihfrist von 4 Wochen ein Umsatz von ca. 8 bis 10 Entleihungen im Jahr empfehlenswert. Bei einer Leihfrist von 1 Woche erhöht sich der empfohlene Wert auf 30 bis 40 Entleihungen im Jahr.

(Quelle: Umlauf, Konrad: Bestandskonzepte. In: Handbuch Bestandsmanagement in Öffentlichen Bibliotheken. Umlauf, Konrad; Schade, Frauke (Hrsg.) unter Mitarb. von Tom Becker. Berlin: De Gruyter Saur, 2012. - S. 245-266)

Informationsquellen für Neuerscheinungen

(Ausgenommen sind kommerzielle Anbieter)

 

Musik-CDs

Für die Kinderbibliothek sind CDs mit Kinderliedern unbedingt empfehlenswert. Da sich das aktuelle Nutzungsverhalten von Erwachsenen und Jugendlichen jedoch in letzter Zeit stark verändert hat, bilden Streamingdienste wie Freegal, Spotify & Co (Musikhören auf Abfrage per Flatrate) sowie Angebote in der Onleihe die attraktiveren Angebote für diese Zielgruppe. Es empfiehlt sich, auf die Anschaffung von Musik-CDs für diese Nutzergruppe zu verzichten.

 

Konsolenspiele

Die Zielgruppe der Kinder und Jugendlichen nutzt in Ihrer Freizeit Konsolen und somit gehören diese zu deren Alltagswelt. Zur Unterstützung für die Gewinnung von Kindern und Jugendlichen als Bibliothekskunden werden aktuelle Konsolenspiele in den Bestand aufgenommen. Eine rasche Aktualisierung ist ein wichtiger Teil der Bestandsarbeit. Bei der Anschaffung für einen Grundbestand sollte auf die Angabe der Altersangabe „USK ab 0“ geachtet werden.

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Gesellschaftsspiele

Spielen ist weit mehr als nur Stressbewältigung oder gar blanker Zeitvertreib, es ist in erster Linie leichtes Erlernen von immer wichtiger werdenden Kompetenzen wie Methodik oder sozialem Verhalten.

Auch wenn die Handhabung von Gesellschaftsspielen in öffentlichen Bibliotheken aufwändig ist – es lohnt sich! Spiele bringen Menschen in die Bibliothek, die Interaktion – über Länder- und Altersgrenzen hinweg – zu schätzen wissen. Ein sorgfältig zusammengestelltes Angebot gibt Gelegenheit, bestimmte Spiele ausgiebig zu testen oder für einen bestimmten Anlass auszuleihen. Aktuelle und beliebte Titel erzielen durchaus über 10 Ausleihen im Jahr.

Für Aus- und Aufbau der Mediengruppe Spiele empfehlen wir, auf die Kompetenz entsprechender Fachanbieter zurückzugreifen, die den Spielemarkt systematisch auswerten und die für Bibliotheken relevanten und geeigneten Spiele aus der Fülle der Neuerscheinungen entdecken und in regelmäßigen Novitätenlisten aufbereiten. Weitere Informationen erhalten Sie dazu bei der Landesfachstelle.

Hilfreich zur Orientierung auf dem Spielemarkt sind die Spieledatenbank luding mit Verweisen zu Online-Rezensionen sowie die Auszeichnungen Spiel des JahresÖsterreichischer Spielepreis und Swiss Gamers Award, die alljährlich besonders empfehlenswerte neue Spiele in unterschiedlichen Kategorien bewerten. Diese Spielepreise richten sich nach der Qualität eines Spiels, die Bibliothekstauglichkeit muss noch zusätzlich bewertet werden.

Das klassische Brett-, Gesellschafts- und Kartenspiel ist für alle Altersgruppen interessant und somit für Bibliotheken von Bedeutung. Aufgrund der Digitalisierung erweitert sich das Angebotsspektrum von Spielen um Konsolen und Apps. Mit dem Angebot dieser Bestandsgruppe können sich auch zahlreiche Veranstaltungsformate ergeben.

 

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