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    04.08.09

    Mitgliederforum 2009 – E-Books – Chance und Herausforderung für Bibliotheken


    Holger Behrens,
    Geschäftsführer
    der DiViBiB
    Foto: Christa
    Waltenberg

    Die Virtuelle Münchner
    Stadtbibliothek

    140 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus wissenschaftlichen und öffentlichen Bibliotheken Bayerns trafen sich am 13. Juli 2009 in der Münchner Stadtbibliothek Am Gasteig.
    Erstmals führten der Bayerische Bibliotheksverband (BBV), die Landesverbände des Berufsverbands Information Bibliothek  (BIB) und des Vereins Deutscher Bibliothekare (VDB) sowie der Bibliotheksverband Oberbayern (BVO) an einem gemeinsamen Datum und am selben Ort Mitgliederversammlungen und eine Weiterbildungsveranstaltung durch.

    In seiner Eröffnungsrede unterstrich  Prof. Dr. Walter Eykmann, Vorsitzender des Bayerischen Bibliotheksverbands, die Bedeutung der Bibliothek sowohl für die Gesellschaft als auch den Einzelnen und bezeichnete sie – in Abwandlung der Inschrift über dem Eingangsportal der Stiftsbibliothek St. Gallen - als „Gesundheitszentrum für die Seele“. Erfreut zeigte sich Prof. Eykmann über die Zusicherung des  bayerischen Wissenschaftsministers Dr. Wolfgang Heubisch, dass der Freistaat die Bibliotheken auch in Zukunft finanziell unterstützen wird.


    Mitgliederversammlungen

    Auf den Mitgliederversammlungen der Personalverbände wurden neben den satzungsgemäßen Regularien wie Bericht des Vorstands und Ausblick auf Fortbildungsveranstaltungen aktuelle Themen des Bibliothekswesens diskutiert. Beschäftigte sich der BIB schwerpunktmäßig mit Fragen der tarifrechtlichen Eingruppierung und der Sonntagsarbeit in Bibliotheken, stand beim VDB auch die neue IHK-Fortbildungsprüfung zum „Geprüften Fachwirt/Geprüfter Fachwirtin für Informationsdienste“ auf der Tagesordnung.


    Weiterbildung: „E-Books – Chance und Herausforderung für Bibliotheken“

    Der Mittagspause folgte eine Weiterbildung zu dem hochaktuellen Thema „E-Books – Chance und Herausforderung für Bibliotheken“. Als erster Referent beleuchtete Holger Behrens, Geschäftsführer der DiViBib GmbH, Wiesbaden in seinem Vortrag „Wie E-Books die Spielregeln verändern“ die tiefgreifenden Veränderungen im Medienkonsum und bei Medienformaten, die sich in Zukunft verstärkt auf die Bibliotheksnutzung auswirken würden.
    Derzeit gibt es im deutschsprachigen Raum bereits mehr als 120 Bibliotheken, die eine Onleihe (Ausleihe digitaler Medien über die Homepage der Bibliothek) anbieten. Mehr als 100.000 Bibliothekskunden haben diesen Service bereits genutzt.

    Das E-Book hat bereits den Buchmarkt aufgemischt, neue Lesegeräte und ein kontinuierlich wachsendes Angebot sorgen für Marktimpulse. Zunehmend werden viele Inhalte nur noch als E-Book oder in anderer digitaler Form verfügbar sein und somit die Grenzen zwischen Online und Offline fließend werden. Daraus entstünden neue Wettbewerbsituationen für Bibliotheken, die sich trotz eher unvorteilhafter rechtlicher Rahmenbedingen und Nachteile durch proprietäre Hardware-Systeme dem Trend zum E-Book nicht verschließen sollten, so Behrens. Ab Herbst 2009 unterstützt die Onleihe der Firma DiViBiB auch alle gängigen E-Book-Reader (außer dem Amazon-Kindle). Voraussichtlich ab Ende 2010 wird es auch eine iPhone-Applikation für die Onleihe geben. 

    Dass sich die Onleihe nicht nur für Großstadtbibliotheken lohnt, zeigte Eckhard Kummrow von der Außenstelle Regensburg der Landesfachstelle am Beispiel des Digitalen Virtuellen Bibliotheksverbunds Niederbayern/Oberpfalz, des ersten Regionalverbunds in Bayern. Die Bibliotheken in Deggendorf, Landshut, Straubing und Weiden bieten seit Oktober 2008 ihren Nutzern eine „virtuelle Zweigstelle“ an. Die Gründung des Verbunds wurde von der Landesfachstelle unterstützt, die Finanzierung des Grundbestands erfolgte aus Mitteln des Kulturfonds Bayern. Ausführlich erläuterte Kummrow das Kooperationsmodell, das vertraglich für jeden der Teilnehmer sowohl größtmögliche Eigenständigkeit als auch Flexibilität garantiere.  Besondere Vorteile im Vergleich zu einer Einzellösung lägen in einem deutlich größeren Medienangebot sowie der Kostenersparnis.

    In einem weiteren Praxisbericht stellte Barbara von Kriegelstein, stellvertretende bibliothekarische Direktorin der Münchner Stadtbibliothek, die in zwei Jahren gesammelten Erfahrungen mit der Virtuellen Bibliothek vor. Vielfältige Werbemaßnahmen von der Pressekonferenz bis zu Plakataktionen in U-Bahnhöfen hätten zum Erfolg ebenso beigetragen wie Inhalt und Qualität des Medienangebots. Der Bestand umfasst 9.400 Medien. Seit dem Start wurden ca. 60.000 Ausleihen verzeichnet. Die Ausleihen pro Monat haben sich von Juli 2007 bis Juni 2009 fast verdoppelt. Konstante Ausleihspitzen konstatierte man während der Schließungszeiten der Bibliothek, vor allem an Wochenenden und bei schlechtem Wetter. Bei einem Bestandsanteil von 27 Prozent erzielten die E-Books mit 41 Prozent den höchsten Ausleihanteil. Alles in allem könne die virtuelle Filiale als „unsere wirtschaftlichste Bibliothek“ bezeichnet werden, so Kriegelstein. In ihren Schlussthesen stellte sie heraus, dass angesichts veränderter Mediengewohnheiten und technischer Innovationen Bibliotheken vor allem durch Titel-, Medien- und Servicevielfalt punkten müssten.

    Eine Führung durch die Zentralbibliothek Am Gasteig rundete das informative Programm ab, wobei auch genügend Raum für ausführliche Diskussion und Erfahrungsaustausch blieb. 

     

    Programm zum Mitgliederforum 2009

    Vortrag von Eckhard Kummrow auf Slideshare (Flash Player 9 oder mehr erforderlich)


    Von: Franz Käßl

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