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    Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 2013

    24.06.13

    Ehrung für Swetlana Alexijewitsch

    © Margarita
    Kabakowa

    Der mit 25.000 EUR dotierte Friedenspreis des Deutschen Buchhandels wird 2013 der weißrussischen Schriftstellerin Swetlana Alexijewitsch (65) verliehen. In der Begründung der Jury hieß es: „Mit den Berichten über Tschernobyl, über den sowjetischen Afghanistan-Krieg und über die unerfüllten Hoffnungen auf ein freiheitliches Land nach dem Auseinanderbrechen des Sowjetimperiums lässt sie in der tragischen Chronik der Menschen einen Grundstrom existentieller Enttäuschungen spürbar werden."

    Alexijewitsch, Tochter eines Weißrussen und einer Ukrainerin, studierte in Minsk Journalistik, war einige Zeit Lehrerin und schrieb Essays, Kurzgeschichten und Reportagen für verschiedene Zeitungen und Zeitschriften. In „Der Krieg hat kein weibliches Gesicht" (1983) gab sie sowjetischen Soldatinnen im Zweiten Weltkrieg eine Stimme, „Zinkjungen" (1989) beschäftigte sich mit Veteranen und Müttern von Soldaten aus dem sowjetischen Afghanistan-Krieg. „Tschernobyl. Eine Chronik der Zukunft" porträtierte Opfer der ukrainischen Reaktorkatastrophe. Alle ihre Bücher entstehen aus einer großen Zahl individueller Interviews mit den betroffenen Menschen, sie gilt als Erfinderin eines neuen literarischen Genres: des „Romans der Stimmen".

    Mehrmals wurde das Telefon der Autorin von der weißrussischen Regierung unter Präsident Lukaschenko abgehört, Auftritte wurden verboten, ihre Bücher dürfen in der Heimat nicht erscheinen.

    Nach Aufenthalten in Paris, Stockholm und Berlin ist Swetlana Alexijewitsch 2011 trotz Erschwernissen unter dem diktatorischen Regime nach Minsk zurückgekehrt.

    Der Friedenspreis, seit 1950 vergeben und als wichtigster Kulturpreis der Bundesrepublik gehandelt, wird im Rahmen der Frankfurter Buchmesse am 13. Oktober 2013 in der Paulskirche verliehen. Letztjähriger Preisträger war der  chinesische Autor Liao Yiwu.

    Links:
    Bio-/Bibliografie zur Preisträgerin (Börsenverein d. Dt. Buchhandels)


    Von: Uli Gäßlein

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