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    Preis der Leipziger Buchmesse 2014

    13.03.14

    Saša Stanišić, Helmut Lethen und Robin Detje sind die Sieger beim 10-jährigen Jubiläum

    die Gewinner 2014 (v.l.): Saša Stanišić (Belletristik), Robin Detje (Übersetzung) und Helmut Lethen (Sachbuch/Essayistik)
    © Leipziger Buchmesse

    Die Jury rund um Hubert Winkels ehrte folgende Autoren und Übersetzer in den Kategorien Belletristik, Sachbuch/Essayistik und Übersetzung.

    Kategorie Belletristik

    Saša Stanišić

    Vor dem Fest

    Luchterhand Literaturverlag

    Zur Begründung (Auszug)
    Saša Stanišić hat ein Dorf erfunden, das es ganz gewiss gibt. Nur vielleicht nicht so menschenfreundlich, so unverdrossen. Er macht die Räume eng und die Zeit, erzählt von einer einzigen Nacht, der Nacht vor dem Annenfest, in der sich unwahrscheinlich viel ereignet und manches entscheidet. Zugleich jedoch stößt er die Tür zur Vergangenheit auf … Stanišić hat ein Dorf aus Sprache erfunden, ein Kaleidoskop, einen Kosmos aus vielen Stimmen, Klangfarben, Jargons, die Welt in nuce, magisch zusammengehalten von einem kollektiven Erzähler, der dazugehört, einem, der verschmitzt ist und gewitzt und klug und ein bisschen weise.

    Der Autor
    Saša Stanišić, geboren 1978 im Osten Bosniens, kam als Jugendlicher nach Deutschland. Er studierte in Heidelberg und am deutschen Literaturinstitut Leipzig. Der Autor, Blogger und Kolumnist erhielt zahlreiche Preise und Stipendien, unter anderem den Kelag-Publikumspreis des Bachmann-Wettbewerbs. Sein Debütroman „Wie der Soldat das Grammofon repariert“ stand 2006 auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises.


    Kategorie Sachbuch/Essayistik

    Helmut Lethen

    Der Schatten des Fotografen

    Rowohlt Berlin

    Zur Begründung (Auszug):
    Seine Welt ist das Zeitalter der Fotografie. Denn Bilder – so sagt es der Literaturwissenschaftler Lethen mit dem Bildwissenschaftler Hans Belting –, Bilder sind Nomaden, die ihre Zelte in verschiedenen Medien aufschlagen. Was die so unterschiedlichen Bilder in diesem Buch zusammenhält, ist nicht nur die ebenso sinnliche wie analytische Weise, in der Lethen seine Bilder betrachtet. Es ist auch die bohrende Frage nach ihrer Wirklichkeit … In diesem Buch gibt es Bilder, die emphatisch zeigen, dass hinter ihnen genau nichts zu finden sei; Bilder, die als Schwindel erregende Ironie-Maschinen fungieren.

    Der Autor
    Helmut Lethen, geboren 1939, leitet seit 2007 das Internationale Forschungszentrum Kulturwissenschaften in Wien. Sein Buch „Verhaltenslehre der Kälte“ (1994) über die Intellektuellen in der Weimarer Republik gilt als Standardwerk. 2006 erschien seine Gottfried-Benn-Biographie „Der Sound der Väter“.


    Kategorie Übersetzung

    Aus dem amerikanischen Englisch von Robin Detje

    William T. Vollmann: Europe Central

    Suhrkamp Verlag

    Zur Begründung (Auszug):
    Der Roman „Europe Central“ ist ein Stimmwunder über Krieg und Diktatur im zwanzigsten Jahrhundert. Auf mehr als tausend Seiten versammelt er die Einzelschicksale von mindestens vierzig Figuren aus deutscher und sowjetischer Perspektive. Wir hören von historischen Künstlerfiguren wie Käthe Kollwitz und Anna Achmatowa ebenso wie von Generälen, die wie Wlassow und Paulus als Kriegsgefangene jeweils die Seiten wechselten.
    William T. Vollmann führt uns durch die versehrte Kriegslandschaft, die dieses Mitteleuropa einmal war, er geht mit uns ins belagerte Leningrad ebenso wie nach Stalingrad, Dresden, Moskau und Auschwitz. Das alles wird berichtet von einer Erzählerstimme, die immer wieder die Identität wechselt. Acht Jahre hat es gedauert, bis „Europe Central“ nach dem Erscheinen des amerikanischen Originals im Jahre 2005 nun endlich auch auf Deutsch vorliegt.

    Der Autor
    Robin Detje, geboren 1964 in Lübeck, ist Autor, Übersetzer und Regisseur. Er war Feuilletonredakteur der Zeit und der Berliner Zeitung, anschließend Autor bei der SZ. Seit 2006 arbeitet er kontinuierlich als Übersetzer, unter anderem von Will Self und Denis Johnson. Er lebt in Berlin.


    Die Nominierungen für den Preis der Leipziger Buchmesse

    Insgesamt 410 Titel wurden von 136 Verlagen für den Literaturpreis eingereicht. Im Februar nominierte die siebenköpfige Jury unter der Leitung von Journalist und Literaturkritiker Hubert Winkels jeweils fünf Autoren beziehungsweise Übersetzer in den Kategorien Belletristik, Sachbuch/Essayistik und Übersetzung.

    Kategorie Belletristik:
    Fabian Hischmann: „Am Ende schmeißen wir mit Gold“ (Berlin Verlag)
    Per Leo: „Flut und Boden: Roman einer Familie“ (Klett-Cotta)
    Martin Mosebach:
    „Das Blutbuchenfest“ (Carl Hanser Verlag)
    Katja Petrowskaja: „Vielleicht Esther“ (Suhrkamp Verlag)
    Saša Stanišić: „Vor dem Fest“ (Luchterhand Literaturverlag)

    Kategorie Sachbuch/Essayistik:
    Diedrich Diederichsen: „Über Pop-Musik“ (Kiepenheuer & Witsch)
    Jürgen Kaube: „Max Weber: Ein Leben zwischen den Epochen“ (Rowohlt Berlin)
    Helmut Lethen: „Der Schatten des Fotografen“ (Rowohlt Berlin)
    Barbara Vinken: „Angezogen: Das Geheimnis der Mode“ (Klett-Cotta)
    Roger Willemsen: „Das Hohe Haus: Ein Jahr im Parlament“ (S. Fischer)

    Kategorie Übersetzung:
    Paul Berf: „Spielen“, aus dem Norwegischen, von Karl Ove Knausgård (Luchterhand Literaturverlag)
    Robin Detje: „Europe Central“, aus dem amerikanischen Englisch, von William T. Vollmann (Suhrkamp Verlag)
    Ursula Gräfe: „Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki“, aus dem Japanischen, von Haruki Murakami (DuMont Buchverlag)
    Hinrich Schmidt-Henkel: „Jacques der Fatalist und sein Herr“ aus dem Französischen, von Denis Diderot (Matthes & Seitz Berlin)
    Ernest Wichner: „Buch des Flüsterns“, aus dem Rumänischen, von Varujan Vosganian (Paul Zsolnay Verlag)

    Zum Publikumspreis der Leipziger Buchmesse können Sie sich hier informieren.


    Preis der Leipziger Buchmesse

    Der Preis der Leipziger Buchmesse ehrt seit 2005 herausragende deutschsprachige Neuerscheinungen und Übersetzungen. Er ist mit insgesamt 45.000 Euro dotiert und wird zu gleichen Teilen in den Kategorien Belletristik, Sachbuch/Essayistik und Übersetzung verliehen. Der Freistaat Sachsen und die Stadt Leipzig unterstützen den Preis der Leipziger Buchmesse. Partner des Preises ist das Literarische Colloquium Berlin (LCB), Medienpartner sind die Magazine buchjournal und Cicero sowie Deutschlandradio Kultur. Die Preisverleihung fand am 13. März 2014, 16 Uhr in der Glashalle der Leipziger Messe statt.

    Weitere Informationen:
    www.preis-der-leipziger-buchmesse.de

    www.leipziger-messe.de

    ARD Themenseite

    Sieger des letzten Jahres (OeBiB.de)


    Von: Pressemeldung „Leipziger Buchmesse“ v. 13.3.14

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    Bestandsaufbau
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    Literatur- und Medienpreise

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