• Start
  • >Service
  • >Meldungen
  • Partner


    Bayerische Staatsbibliothek
    Bibliothekarische Fortbildung in Bayern
    Bibliotheksportal Fachstellen-Server
    Leseforum Bayern
    Stadtkultur Netzwerk bayerischer Städte e.V.

    Meldungen

    Interkulturelle Bibliotheksarbeit

    29.11.16

    „Lesestart für Flüchtlingskinder“ - gelungene Vernetzung über die Fachtage


    Fachtag Lesestart für Flüchtlingskinder

    Initiative "Bücher sagen willkommen!" im Rahmen des Fachtags Neu-Ulm

    Workshop mehrsprachiges Vorlesen (Prof. Dr. Sandra Niebuhr-Siebert) beim Fachtag in Neu-Ulm

    Medienbox für Flüchtlinge

    „Lesestart für Flüchtlingskinder“ ist ein bundesweites dreijähriges Programm, das Flüchtlingskinder und deren Eltern in Erstaufnahmeeinrichtungen (EAEs) mit Sprache, Lesen und Vorlesen vertraut machen möchte. Es wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) finanziert und von der Stiftung Lesen durchgeführt (Projektleitung: Melitta Göres). 

    Am 16. Dezember 2015 überreichte die Bundesministerin für Bildung und Forschung, Johanna Wanka, die ersten Materialien. Öffentliche Bibliotheken können die Lesestart-Sets zwar nicht beziehen, aber sie können für EAEs und die dortigen Familien flankierende Maßnahmen wie Vorleseaktionen anbieten.

    Das Konzept

    Flüchtlingskinder im Vorschulalter erhalten in den EAEs im Rahmen des Programms ein speziell konzipiertes Lesestart-Set mit einem kindgerechten Buch und Informationsmaterial für die Eltern. Darüber hinaus werden alle EAEs mit Lese- und Medienboxen für Kinder bis zu 12 Jahren ausgestattet.
    In einem weiteren Schritt wird die Zusammenarbeit von EAEs mit Vorlesepatinnen und Vorlesepaten und anderen Freiwilligen in der Region gefördert. Diese ehrenamtlichen Kräfte werden durch ein umfassendes Seminar-Angebot bei der Vorbereitung auf ihre Vorlesetätigkeit für Flüchtlingskinder unterstützt. Regionale Fachtage bieten zusätzlich die Möglichkeit für einen interdisziplinären Erfahrungsaustausch und liefern Hintergrundinformationen.

    Ein weiterer Baustein der Unterstützung ist der alle drei Monate erscheinende Newsletter, der Materialien, Erfahrungsberichte von ehrenamtlichen Vorlesepatinnen und Vorlesepaten sowie Leseempfehlungen für Kinder mit Fluchthintergrund enthält.

    Erfahrungen im ersten Projektjahr 2016

    Im Jahr 2016 konnte die Stiftung Lesen über 180 EAEs mit Lesestart-Sets und Lese- und Medienboxen ausstatten, rund in der Hälfte der Einrichtungen fanden auch bereits Fortbildungen für haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zum Thema „Vorlesen und Erzählen für Flüchtlingskinder“ statt.

    Ganz einfach ist die Kooperation mit diesen ersten Anlaufstellen für Flüchtlinge nicht. Denn ca. die Hälfte der von Stiftung Lesen kontaktierten Einrichtungen ist mittlerweile wieder geschlossen, andere hingegen wurden neu eröffnet.

    Außerdem kann für Flüchtlinge relativ rasch ein Umzug in eine andere Unterkunft anstehen, sprich die Fluktuation der Bewohner ist hoch und eine Anmeldung als Bibliotheksnutzer schwierig.
    Dennoch ist die Initialfunktion, die dieser Erstkontakt mit Lesen und Sprache durch das Lesestart-Set bei den Flüchtlingen bewirken kann, sehr hoch einzuschätzen.

    Regionale Fachtage für EAEs und Netzwerkpartner

    Um Erstaufnahmeeinrichtungen, regionale Flüchtlingsinitiativen, kulturelle Akteure und natürlich Bibliotheken stärker miteinander zu vernetzen und deren Wissen zu erweitern, organisierte die Stiftung Lesen im November 2016 regionale Fachtage für Erstaufnahmeeinrichtungen und Netzwerkpartner in Hamburg, Mannheim, Neu-Ulm, Köln und Leipzig. Das Material zu diesen Veranstaltungen wurde auf der Website zum Programm veröffentlicht (siehe Link unten).

    In Neu-Ulm beispielsweise nahmen viele Vertreterinnen und Vertreter von Bibliotheken aus Süddeutschland teil und berichteten von ihrem Engagement.

    Die Rolle der Bibliotheken

    Als erfahrene Bildungspartner können öffentliche Bibliotheken sich im Rahmen des Programms mit Erstaufnahmeeinrichtungen in ihrer Nähe vernetzen und zusätzliche Angebote zum Thema Vorlesen und Erzählen für geflüchtete Kinder und deren Eltern anbieten.

    Bibliotheken können darüber hinaus wichtige Ansprechpartner für die Flüchtlinge sein, wenn diese in Kommunen eine feste Adresse bekommen. Dann kann ein stabiler Kontakt aufgebaut werden, um geflohene Menschen als Nutzer zu integrieren und deren Sprachförderung zu unterstützen.

    Vorlese- und Erzählbox für Aktionen mit geflüchteten Kindern

    Außerdem besteht für Bibliotheken die Möglichkeit, kostenlose Medienkisten über die Stiftung Lesen zu beziehen. Dies funktioniert über die Spendenaktion „Vorlese- und Erzählbox der Stiftung Lesen“ im Wert von 700 € inkl. MwSt. und Versandkosten! Im Idealfall finanzieren Sponsoren die Mindestabnahmemenge von 10 Boxen (7 000 €) zum Beispiel für eine bestimmte Region.

    Kontakt: sigrid.strecker@stiftunglesen.de

    Das Prozedere: man meldet sich bei der Stiftung Lesen und füllt eine Art Bewerbungsbogen aus. Darin wird u.a. abgefragt, wie viele Flüchtlinge bzw. Flüchtlingskinder von der Einrichtung betreut werden und wie man die Box verwenden möchte. Dann wird die Bibliothek auf eine Warteliste gesetzt. Sobald sich Sponsoren bei der Stiftung Lesen melden, wird die Liste der Reihe nach abgearbeitet. Allerdings ist nicht gewährleistet, dass sich genügend Sponsoren finden und die Bibliotheken tatsächlich berücksichtigt werden. Am besten ist es, wenn die Bibliothek selbst nach Sponsoren sucht.
    In Bayern ist es der Stadtbibliothek Straubing gelungen, erfolgreich eine solche Medienkiste zu beziehen.

    Kontakt:  Regina.herbst@straubing.de

    Weitere Informationen:
    www.lesestart-fuer-fluechtlingskinder.de
    Regionale Fachtage mit Materialien 
    Projekte der Stiftung Lesen für geflüchtete Familien
    Angebote für Asylbewerber und Flüchtlinge auf OeBiB.de


    Von: Stiftung Lesen; Sabine Teigelkämper

    Weitere Meldungen zum Thema:
    Interkulturelle Bibliotheksarbeit

    zurück zur Übersicht

    Weitere Meldungen


    Keine News in dieser Ansicht.

    © Bayerische Staatsbibliothek