• Start
  • >Service
  • >Meldungen
  • Partner


    Bayerische Staatsbibliothek
    Bibliothekarische Fortbildung in Bayern
    Bibliotheksportal Fachstellen-Server
    Mailingliste der ÖBs in Bayern
    Leseforum Bayern
    Stadtkultur Netzwerk bayerischer Städte e.V.

    Meldungen

    Lese- und Literaturförderung

    06.09.17

    Zwischen Sommerferien-Leseclub, Kriminacht und Geschichten über Geschichten – was macht eigentlich eine Literaturpädagogin?

    Die Literaturpädagogin Elisabeth Kolb in Schwabach

    Hardy-Hamster-Vorlese- und Club5-Stunden nebst Nachbeschäftigung mit der Geschichte in Form kleiner Basteleinheiten
    Fotos: Stadtbibliothek Schwabach

    In Bibliotheken jeglicher Größenordnung nimmt die Kinder- und Jugendbibliotheksarbeit einen wichtigen Schwerpunkt ein. Die Mitarbeitenden dort haben sich häufig in ihrem Studium bereits für diese Aufgabe spezialisiert. Neben der passenden Medienauswahl gehört dazu ein kreatives und attraktives Vermittlungsangebot, das Kinder und Jugendliche an die Bibliothek heranführt und bei ihnen Lust am Lesen weckt. Manche Bibliotheken haben Spiralcurricula entwickelt oder denken sich packende, digital-analoge Aktionen aus, die alle Sinne ansprechen.

    Häufig aber fehlen im Alltagsgeschäft die Zeit und die Ideen für eine systematische, zielgruppengerechte und kreative Lese- und Literaturförderung. Bisweilen leisten ein Förderverein, ehrenamtliche Lesepaten, (pensionierte) Pädagoginnen und Pädagogen etc. wertvolle Hilfe.

    Anfang Juli hat Schwabach etwas geschaffen, was andere Städte sich für ihre Bibliotheken nur wünschen können: eine Stelle für eine Literaturpädagogin in der Stadtbibliothek, die eigens ins Leben gerufen wurde, um Kindern und Jugendlichen den Ort der Bücher zielgruppengerecht nahezubringen und deren Informationskompetenz zu stärken.

    Wichtig war es der Bibliotheksleiterin Annette Edler M.A., ein Signal zu setzen und zu betonen, dass Bibliotheks- und Literaturpädagogik besser aufgestellt werden kann, wenn jemand ausschließlich für diese Arbeit zuständig ist. Die Vermittlung von Bibliothek gelinge nur, wenn jemand wirklich Interesse am Lesen / an Information, welcher Art auch immer, habe und sich dafür begeistere.

    Elisabeth Kolb, die für die neue Funktion ausgewählt wurde, sagt: „Die Vermittlungsarbeit ist einfach sehr wichtig. Das konnte ich in den vier Jahren als Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit bei einem Verlag immer wieder feststellen. Worüber nicht gesprochen wird, das wird auch nicht wahrgenommen – wir dagegen wollen natürlich, dass die Angebote unserer fantastischen Stadtbibliothek breitenwirksam bekannt sind."

    Die gebürtige Oberfränkin hat in München und Göteborg (Schweden) Literaturwissenschaften studiert und nebenbei Erfahrungen im Journalismus und Verlagswesen gesammelt – so konnte sie sich dem Thema Kinderliteratur und Kulturvermittlung in vielen Facetten widmen.

    Die Literaturpädagogin wird die bisherigen Aktionen fortführen und bekannt machen, natürlich auch neue Kontakte knüpfen: zu Schulen und Kindergärten sowie zu den jungen Lesern selbst. Dabei möchte sie sich auf die Kommunikationswege der Zielgruppe einstellen: nachdem viele Jugendliche ihre Informationen aus sozialen Medien beziehen, ist geplant, in Zukunft vermehrt auf diesen Kanälen zu kommunizieren.

    „Wir möchten die Freude an Geschichten fördern, niedrigschwellige Angebote machen – und zeigen, dass die Bibliothek auch im 21. Jahrhundert ein Knotenpunkt der Informationskultur ist. Wir bündeln vom Buch bis zur Wii oder Streamingdiensten alle verfügbaren Medien und bieten mit unseren kostenlosen Angeboten ein Plus an Kultur für alle", erläutert Frau Kolb in einer Pressemitteilung der Stadtbibliothek Schwabach.

    Eine Stelle für eine/n Literatur- oder Bibliothekspädagogen/in in den Stellenplan aufzunehmen, weist in die Zukunft. Wichtig ist es, auch in der bibliothekarischen Aus- und Fortbildung für diesen Schwerpunkt zu sensibilisieren und entsprechende Angebote zu ermöglichen.

    An der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur in Leipzig, wo 2010 das Masterprogramm Bibliotheks- und Informationswissenschaft startete, wird erstmals an deutschen Hochschulen auch die Möglichkeit zur fachlichen Profilierung in der Bibliothekspädagogik angeboten. Die Nachfrage nach diesem Studiengang und insbesondere der Profillinie „Bibliothekspädagogik" sei lt. Prof. Dr. Kerstin Keller-Loibl deutschlandweit sehr hoch.

    Soweit die Kenntnisse nicht bereits im Studium oder durch Praxiserfahrung erworben wurden, gibt es Fortbildungsangebote.
    Der Bundesverband Leseförderung e.V. fungiert als Dachverband und bietet eine Weiterbildung an. Er kooperiert mit Partnern, z.B. der Akademie der kulturellen Bildung in Remscheid. Diese bietet ein Programm an, das mit dem Zertifikat „Literaturpädagogik" abschließt und vom Bundesverband Leseförderung anerkannt ist.

    Es bleibt abzuwarten, ob noch mehr Städte dem Beispiel von Schwabach folgen und Stellen für Literatur- und Bibliothekspädagoginnen/en schaffen und qualifiziertes Personal dafür einsetzen.

    Bibliothekarinnen und Bibliothekare sind aufgerufen, sich gezielt für diesen zukunftsweisenden Bereich weiterzuentwickeln.

    Weitere Informationen:

    Bibliothekspädagogik der Stadtbibliothek Schwabach
     "Wir brauchen mehr pädagogische Inhalte" (Interview mit Kerstin Keller-Loibl, Professorin an der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig; Goethe-Institut)
    www.bundesverband-lesefoerderung.de/lese-und-literaturpaedagogik
    Weiterbildung "Lese- und Literaturpädagogik (Akademie der kulturellen Bildung in Remscheid)


    Von: Pressemitteilung der Stadtbibliothek Schwabach ; Sabine Teigelkämper

    Weitere Meldungen zum Thema:
    Aktionen
    Bibliothek und Kindergarten
    Kooperation mit der Schule
    Lese- und Literaturförderung
    Öffentlichkeitsarbeit

    zurück zur Übersicht

    Weitere Meldungen


    Keine Artikel in dieser Ansicht.

    © Bayerische Staatsbibliothek