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    Mitgliederforum am 26. Oktober 2017 in Donauwörth

    10.11.17

    Informative Tagung unter dem Motto "Lernen – Wissen – Bildung"

    Donauwörth - Tor zum Lernen und Wissen

    OB Armin Neudert

    Staatssekretär und 1. Vors. des BBV Bernd Sibler
    Foto: Jens Renner

    Bernd Sibler u. Prof. Dr. Richard Stang, HdM Stuttgart (r.)
    Foto: Jens Renner

    Prof. Dr. Richard Stang

    Podiumsdiskussion: v.l. Josef Kraus, Bernd Sibler, Cornelia Wabra, Ralph Deifel, Doris Schneider
    Foto: Jens Renner

    Get-together

    Vertragsunterzeichnung: v.l. Evelyn Leippert-Kutzner (SB Donauwörth), Bernd Sibler, OB Armin Neudert, Paul Soldner (VHS-Vors.), Gudrun Reißer (Geschäftsf. VHS)

    Jens Renner (Geschäftsf. BBV) beim Vortrag "VHS und öffentliche Bibliothek"

    PC-Arbeitsplätze in der SB Donauwörth

    Alle zwei Jahre kommen Bibliothekarinnen und Bibliothekare aus bayerischen Bibliotheken zum Mitgliederforum zusammen, um sich gemeinsam über Trends auszutauschen.

    Für die Veranstaltung, die in den Räumen der VHS (Forum für Bildung und Energie) stattfand und vom Bayerischen Bibliotheksverband e.V. (BBV) in Kooperation mit der Stadt Donauwörth organisiert wurde, hatten sich rund 85 Teilnehmende aus Bibliotheken aller Sparten sowie dem Bildungsbereich eingefunden. Den roten Faden bildeten eine Podiumsdiskussion, Vorträge und Präsentationen. Flankierend ermöglichten Pausen ein Get-together sowie einen fachlichen Austausch im angenehmen Ambiente.
    Außerdem lieferte die gemeinsame Besichtigung der Stadtbibliothek, deren Besonderheit zahlreiche Lern- und Arbeitsplätze sowie das LernCafé ausmachen, praktische Anregungen.  

    Die VHS sei in Bayerisch-Schwaben führend und die Stadtbibliothek habe siebenmal das Gütesiegel "Bibliotheken - Partner der Schulen" bekommen, so stellte Oberbürgermeister Armin Neudert den Gästen die Bildungsaktivitäten seiner Stadt vor. Die Geschäftsführerin der VHS Gudrun Reißer verwies auf die gute Zusammenarbeit mit der Stadtbibliothek.
    Staatssekretär Bernd Sibler, MdL, 1. Vorsitzender des BBV, regte einerseits die Teilnehmer des Mitgliederforums an, aufzuzeigen, wie Smartphones und digitale Angebote in den Alltag einbezogen werden können. Er verwies andererseits auf die Ergebnisse der neuen Vorlesestudie von Stiftung Lesen (2017), dass Eltern oft zu spät mit dem Vorlesen beginnen.

    Den Impulsvortrag hielt Prof. Dr. Richard Stang, Hochschule der Medien Stuttgart. Als Herausforderungen nannte er u.a. Bildung für alle, Chancengleichheit / Inklusion sowie Konzepte der Lernbegleitung. Lernende müssten künftig in den Mittelpunkt rücken; er warnte auch vor der Vergrößerung der digitalen Spaltung.
    Bibliotheken sieht er als Orte des Lernens (Teaching Library, Lernatelier, Lernstudio).
    Zur Illustration zeigte er Fotos, beispielsweise aus der Stadtbibliothek Trier, und nahm Bezug auf neueste Entwicklungen wie Dokk 1 in Aarhus. In diesem Urban Mediaspace gebe es eine Integration von Information (Bibliothek), Bildung (Lernangebote) und Beratung (Bürgerservice).
    Künftige Perspektiven seien das Lebenslange Lernen sowie die Vernetzung. Wichtig seien eine Gesamtstrategie Bildung, Kultur und Wissenschaft sowie die Gestaltung von kommunalen und wissenschaftlichen Bildungslandschaften. Bibliotheken könnten dabei die Rolle der Steuerung übernehmen.

    Bei der anschließenden Podiumsdiskussion "Lernen – Wissen – Bildung: digital oder traditional?" tauschten sich Josef Kraus, langjähriger Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Cornelia Wabra, Leiterin des Amtes für Weiterbildung der Stadt Regensburg, Doris Schneider, Leiterin der Bibliothek der TH Ingolstadt, sowie Ralph Deifel, Leiter der BSB/Landesfachstelle, aus; Staatssekretär Bernd Sibler leitete die Diskussion und fragte z.B. nach der jeweiligen lokalen Situation, Bildungsgerechtigkeit und Vernetzung mit anderen pädagogischen Einrichtungen.

    Josef Kraus hält in Zeiten digitaler Medien die Lesekompetenz nach wie vor für die hauptsächliche Grundlage. Die Standbeine der Vermittlung seien Familie (Erzählen, Vorlesen), Schule (Deutschunterricht, fächerübergreifend) sowie Bibliotheken; diese müssten enger zusammenarbeiten.

    Cornelia Wabra, die zugleich auch 2. Vorsitzende des bbv ist, sieht einen großen Vorteil darin, dass sich in Regensburg VHS und Bibliothek unter einem Dach befinden. Es sei wichtig, als Ansprechpartner vor Ort - auch im Stadtteil  - zu sein.

    Bei der Entwicklung in der Bewegung "analog" / "digital", die ihre Einrichtungen täglich einhole, gebe es nur ein verbindendes "und". Die VHS habe die Aufgabe der didaktischen Vermittlung, die Bibliothek stelle den niedrigschwelligen Zugang zu Medien aller Art bereit und erkläre spielerisch: wie funktionieren digitale Angebote.

    Doris Schneider stellte fest, neben der Digitalisierung "sind Raum und Atmosphäre entscheidend". Sie forderte insbesondere im Bereich der Oberstufenbetreuung, dass flächendeckend didaktisch ausgebildetes Personal bereitgestellt werden müsse, falls eine Entwicklung politisch gewollt sei.

    Ralph Deifel führte aus: "Das öffentliche Bibliothekswesen ist vielgestaltig und reicht von der Dorfbücherei bis zur Großstadtbibliothek". Als Vision gefällt ihm die hybride Bibliothek mit einem breiten Medienangebot print, audio, digital und E-Medien, abgestimmt auf Zielgruppen und Träger.

    Bei der Mitgliederversammlung des Bayerischen Bibliotheksverbandes verwies Staatssekretär Sibler auf Aktivitäten der Lobbyarbeit, z.B. einen Parlamentarischen Abend im Landtag mit 20 Parlamentariern aller Couleur, das Gespräch mit kommunalen Spitzenverbänden (Vertretern von Gemeindetag, Städtetag, Landkreistag) sowie die erfolgreiche Verankerung der Stelle einer weiteren Schulbibliotheksberaterin an der Fachstelle Regensburg.

    Nachmittags übernahm Jens Renner (Geschäftsführer des BBV) den Vortrag der erkrankten Ursula Jaksch. Unter dem Motto VHS und öffentliche Bibliothek – was trennt, was verbindet uns? wurden die Aspekte "Kunden", das "Ziel Bildung", "Träger/Finanzen", "Herausforderungen" und "Vision" beleuchtet. Frau Jaksch würde sich wünschen, dass die Partner gemeinsam auf allen Ebenen gegenüber allen Interessensgruppen auftreten.

    Um 15:00 Uhr bildete die Unterzeichnung des Kooperationsvertrages von Stadtbibliothek und VHS Donauwörth einen Höhepunkt des Tages.

    Dr. Heike Lammers-Harlander befasste sich im Anschluss mit dem Thema Bibliothek und Schule aus Sicht einer öffentlichen Bibliothek. Das Donauwörther Modell, das Frau Leippert-Kutzner angestoßen hat, sei ein Experiment und könne gerne adaptiert werden. In dieses Konzept integriert sind die FOS/BOS und das Gymnasium, die Schulbüchereien werden als Zweigstellen der Stadtbibliothek geführt. An den Schulen sind so genannte Teacher Librarians tätig, also Kräfte, die eine pädagogisch-didaktische Schulung und Bibliothekserfahrung mitbringen.  
    Bei der Bildungslandschaft Donauwörth sind darüber hinaus VHS und Kitas, Vorschulen, Grundschulen, Realschulen und Mittagsbetreuung einbezogen.

    Aus Bamberg berichtete, in Vertretung von Dr. Fabian Franke, Monika Neundörfer, M.A. (Universitätsbibliothek) über die Zusammenarbeit von Bibliothek und Schule aus Sicht einer wissenschaftlichen Bibliothek.

    Jens Renner zog ein Resümee der Zusammenarbeit von Politik, Bibliothek, Schule, Volkshochschule und beschloss den Tag mit der Feststellung: "Es lebe die Kooperation, aber keine Einrichtung muss Aufgaben der anderen übernehmen."

    Ein Imagefilm gab zum Schluss einen animierenden Ausblick auf den geplanten Bayerischen Bibliothekstag in Weiden i. d. Opf. am 19. und 20. September 2018.

    Weitere Informationen:
    Website zum Mitgliederforum

     

     

     

     


    Von: Sabine Teigelkämper

    Weitere Meldungen zum Thema:
    Aus- und Fortbildung
    Bibliothekspolitik
    Kooperation mit der Schule

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