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    "Total Digital! Lesen und erzählen mit digitalen Medien"

    27.04.18

    Infoveranstaltung der Landesfachstelle: Vereinfachte Abläufe und Best Practice Beispiele

    Brigitta Wühr
    Foto: Landesfachstelle, Palmer

    Kompetent, engagiert, lebendig und mit viel Erfahrungswissen führte die dbv-Projektleiterin Brigitta Wühr am 19. April 2018 in Nürnberg in das Bundesförderprogramm "Kultur macht stark", Förderphase 2 im Allgemeinden und in das dbv-Projekt "Total Digital! Lesen und erzählen mit digitalen Medien" im Speziellen ein.

    "Die Verwaltungsabläufe haben sich vereinfacht" - diese erfreuliche Information konnte sie weitergeben. Die Vorbereitung und Antragstellung werden in diesem zweiten Durchgang weniger aufwendig sein.

    Was ist neu, was ist anders bei Total Digital!?

    Mit dem Projekt "Total Digital. Lesen und erzählen mit digitalen Medien" knüpft der Deutsche Bibliotheksverband e.V. (dbv) an sein Vorgängerprojekt „Lesen macht stark: Lesen und digitale Medien" (2013 - 2017) an.

    Auch das neue Programm will Kinder und Jugendliche für das Lesen, Erzählen und Darstellen mit digitalen Medien begeistern. Mögliche Vorhaben sind u.a. Bilderbuchkinos, Fotogeschichten, Video- und Hörspielproduktionen, Social-Reading-Projekte, digitale Schnitzeljagden, Rallyes u.v.m. Auch "Lesen macht stark"-Konzepte können abgewandelt erneut beantragt werden.

    Brigitta Wührs zentrale Frage lautete: was ist neu, was ist anders bei "Kultur macht stark (KMS) 2".

    Neu sind zunächst die drei vorgegebenen Formate, die wünschenswerte Einbeziehung der Elternarbeit, Bibliothek als Muss-Partner, das verkürzte Antragsformular, neue Richtwerte bei der Kalkulation sowie die Erhöhung der Verwaltungspauschale (mindestens 300 Euro). Die Bündnisse bringen Eigenleistungen in das Projekt ein (beispielsweise Veranstaltungsorganisation und -ort) und erhalten die besagte Pauschale von 5% auf die anerkannten Projektmittel.

    Was bleibt sind die 100%-Förderung als Alleinstellungsmerkmal dieser Förderung (weitere Drittmittel sind nicht erforderlich), die Modalitäten für das lokale Bündnis, die Kernzielgruppe der Bildungsbenachteiligten, der empfohlene Einsatz von Ehrenamtlichen und das partizipative Vorgehen.

    Das Projekt darf nicht von anderen Stellen gefördert werden, es muss neuartig und zusätzlich sowie außerschulisch sein. Ähnliches gilt bei Kita-Projekten, deshalb ist es sinnvoll, statt einer regulären Kindergarteneinheit ggf. ein Schnupperangebot anzubieten.

    Für das Bündnis sollten sich also mindestens drei lokalen Partner aus unterschiedlichen Bereichen zusammenschließen. Das sind idealerweise eine Kultureinrichtung, ein sozialräumlicher Partner mit Zugang zur Zielgruppe und ein Partner aus dem Bereich Bildung und/oder Soziales.

    Best Practice Beispiele

    Bereits das Vorgängerprojekt war in Bayern erfolgreich: Insgesamt 14 kommunale Bibliotheken bekamen den Zuschlag für das "Bilderbuchkino digital", sechs für die "Fotostory 2.0", zwei für "Read social!" und eine für "Go life! Was will ich werden?". Konzepte für freie Projekte gab es vor allem von größeren kommunalen Bibliotheken, insgesamt sechs.
    Eva Donhauser von der Landesfachstelle, die die Veranstaltung moderierte, hat selber das Bilderbuchformat in der Marktbibliothek Nittendorf umgesetzt und viele Bibliotheken aus dem Einzugsgebiet der Regensburger Fachstelle beraten.

    Ausgangsgedanke bei der Organisation dieser Infoveranstaltung war, dass die Erfahrungen, die Bibliotheken bei der Durchführung von "Lesen macht stark" (LMS) gesammelt haben, beim neuen Durchgang "Total Digital!" für andere Kolleginnen und Kollegen nutzbar gemacht werden können.

    Zunächst stellte Sonja Fischer aus der Stadtbibliothek Straubing sehr anschaulich die zwei beliebten LMS-Maßnahmen "Pippilothek" und "Fotostory 2.0" vor, wobei sie für die Bilderbuchkino-Aktion mit Freiwilligenzentrum und Kindergarten, beim Fotoprojekt mit Tiergarten und Freiwilligenzentrum kooperierte.

    "Actionbound von Flüchtlingen für Flüchtlinge" hatte Stephan Ligl sein Projekt betitelt, das er als Leiter der Kreisbücherei in Pfaffenhofen a. d. Ilm im Medienzentrum gemeinsam mit Caritas und Kreisjugendring durchführte.
    16 jugendliche Flüchtlinge erstellten an vier Terminen an Laptops unter Anleitung einen Actionbound. Die erarbeitete interaktive Rallye bringt den Nutzern die Angebote der Kreisbücherei näher; nach einer weiteren Feedbackrunde gab es zum Abschluss noch eine Party.
     "Flüchtlinge als Zielgruppe sind zwar nicht ganz einfach, doch die Kooperation mit Caritas und dem Kreisjugendring war hervorragend und wird fortgesetzt. 100% Förderung war super!", so lautete das Fazit des Kreisbüchereileiters. 

    Michaela Gemkow, Leiterin der Bibliothek Kaufbeuren, wurde beim Bibliothekartag 2016 motiviert, selbst ein Projekt mit Apps zu starten. Gemeinsam mit lokalen Partnern, wie dem Bildungsbüro, dem Generationenhaus und zwei Schulen gründete sie ein Netzwerk und entwickelte die Projektidee: Kinder im Grundschulalter sollten Kinderbuchgeschichten kreativ umgestalten, indem sie diese in eine digitale Form bringen. "App-solut-lesen" nannte sie ihr Leseförderungsprojekt mit Apps (Laufzeit von Februar bis Mai 2017).
    Für die Infoveranstaltung in Nürnberg stellte Tanja Stoelzle vom Bildungsbüro Kaufbeuren die kreative und pädagogische Umsetzung vor, die jeweils in ein Hörbuch- und Filmprojekt mündete. Sie betonte insbesondere die Nachhaltigkeit, denn das lokale Netzwerk konnte ausgebaut und die Zusammenarbeit gefördert werden.

    Zur Abrundung folgte das Projekt "Schreibwerkstatt mit medialer Verarbeitung an einer Mittelschule", das Martina Tichov kurz für die Stadtbücherei Augsburg zusammenfasste.

    Leseclubs und media-labs der Stiftung Lesen

    Bei dem Förderprogramm "Kultur macht stark" gibt es eigentlich keine Konkurrenz, deswegen war Wolf Borchers von der Stiftung Lesen als weiterer Referent sehr willkommen. Um die Lesemotivation und die Medienkompetenz von Kindern und Jugendlichen in ganz Deutschland zu steigern, unterstützt die Stiftung Lesen voraussichtlich bis 2022 Bündnisse für Bildung in Bibliotheken und anderen Einrichtungen:

    • Leseclubs für 6- bis 12-jährige Kinder – an 465 Standorten 
    • media.labs für 12- bis 18-jährige Kinder und Jugendliche – an 100 Standorten

    Bei der Stiftung Lesen, die beim Förderprogramm als Initiative geführt wird, bewerben sich zwei lokale Bündnispartner gemeinsam (beim dbv müssen es drei sein). Es wird erwartet, dass das Projekt kontinuierlich über den gesamten Zeitraum durchgeführt wird, der Leseclub also z.B. wöchentlich angeboten wird. Um für einen Leseclub oder ein media.lab optimale Rahmenbedingungen zu schaffen, stellt die Stiftung Lesen auch Grund- bzw. Nachausstattungen zur Verfügung. Darunter fallen z. B. Bücher, Zeitschriftenabonnements, digitale Medien, Lernspiele und Bastelmaterialien, konkret auch ein Kamishibai, Tablet oder den einjährigen Zugang zu "tigerbooks" oder "Onilo". Bei Bedarf können zusätzlich einige Möbel (Regal, Sofa, Sitzsäcke) hinzukommen.
    Ergänzend sind auch Weiterbildungen und Webinare sowie Aufwandsentschädigungen für ehrenamtliche Betreuerinnen und Betreuer sowie Workshops für Kinder und Jugendliche in den media.labs möglich.

    Lassen auch Sie sich von den Ideen anstecken!

    Von vielen angeregten Teilnehmern war zu hören, dass sie bereits Projektideen verfolgten oder bei dieser Infoveranstaltung solche gewonnen haben. Die Begeisterung für die schönen Möglichkeiten, die Total Digital! bietet, lässt den Gedanken an den Verwaltungsaufwand weit zurücktreten.

    Lassen auch Sie sich von der Freude, Lesen und Digitales miteinander zu verbinden, anstecken und überlegen Sie sich ein Konzept, mit dem Sie sich bewerben. Vorteilhaft ist es, wenn Sie untereinander in Kontakt treten und sich austauschen.

    Gerne können Sie sich beraten lassen. Erstinformationen erhalten Sie bei der BSB/Landesfachstelle (Frau Teigelkämper, Frau Donhauser, Herr Hellinger. Für eine detaillierte Projektberatung nehmen Sie bitte Kontakt zum dbv auf.

    Kontakt:
    Brigitta Wühr, Projektleitung
    E-Mail: wuehr@bibliotheksverband.de
    Tel: +49 30-6449899-13

    Markus Dunkel, Projektadministration
    E-Mail: dunkel@bibliotheksverband.de
    Tel: +49 30-6449899-23

    Weitere Informationen:

    dbv-Website 
    "Leseclubs" und "media.labs"
    Website "Lesen macht stark" mit Good Practice

    Total Digital! (Vortrag von Brigitta Wühr)
    „Pippilothek" und Fotostory 2.0 (Vortrag von Sonja Fischer, SB Straubing)
    „App-solut-lesen" (Vortrag von Tanja Stoelzle, Bildungsbüro Kaufbeuren)
    Actionbound von Flüchtlingen für Flüchtlinge (Vortrag von Stephan Ligl, Kreisbücherei Pfaffenhofen a. d. Ilm)


    Von: Sabine Teigelkämper

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