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    9. Oberbayerischer Bibliothekstag in Mühldorf am Inn

    18.07.18

    "Gute Argumente sind nötig – und Menschen, die diese Argumente formulieren und weitergeben"


    Mühldorf - Blick in die Freizeitbücherei
    Foto: Regina Kaiser

    "Bibliotheken am Puls der Gesellschaft" - unter diesem Thema fand der neunte oberbayerische Bibliothekstag am 9. Juli 2018 in Mühldorf am Inn statt. Veranstalter sind wie jedes Jahr der Bibliotheksverband Oberbayern e.V. (BVO) und die Landesfachstelle für das öffentliche Bibliothekswesen. Nach dem Begrüßungsauftakt durch die Erste Bürgermeisterin der Stadt Mühldorf, Marianne Zollner, und Felix Schwaller, Erster Bürgermeister der Stadt Bad Aibling und Vorsitzender des BVO, eröffnete Tom Becker, Professor für Medienmanagement und Medienvermittlung der TH Köln, die Gesprächsrunde "Bibliotheken und Politik: Auf Augenhöhe agieren?".

    Gesprächsteilnehmer in der Runde waren Bernd Sibler, MdL, Staatsminister für Kultus und Unterricht sowie Vorsitzender des Bayerischen Bibliotheksverbandes e.V., und Felix Schwaller. Die Seite der Bibliotheken vertraten Sabine Guhl, Leiterin der Regionalbibliothek Weiden, und Katrin Fügener, Leiterin der Stadtbücherei Penzberg. Wie kann es gelingen, auf Augenhöhe zu agieren? Was wünschen sich Politiker von den Bibliotheksleitungen, wie kann Politik die Bibliotheken unterstützen? Einig war man sich, dass diese im kommunalen Getriebe inmitten anderer Einrichtungen und Institutionen auf sich aufmerksam machen müssen. Aber es sind auch Netzwerke notwendig und essentiell: "gemeinsam statt miteinander" – dies stabilisiert, macht stark und fördert die Aufmerksamkeit. Besonders die strategische Partnerschaft mit der Volkshochschule zu stärken, sind für beide Institutionen von Vorteil.

    Bernd Sibler wies auf die Ausweitung des digitalen Lernens in Schulen und der Werteinitiative im Zusammenhang mit Leseförderung hin. Die Arbeit in Bibliotheken muss deutlicher gemacht werden: "Es sind gute Argumente nötig. Und es braucht dazu Menschen, die Argumente formulieren und weitergeben." Zur Arbeit der Bibliotheken ergänzte er: "Bibliotheken sind lebenslange Begleiter in unserer heutigen Informationsgesellschaft. Sie sind für die Menschen vor Ort eine wertvolle Bereicherung und eine wichtige Säule der bayerischen Bildungslandschaften. Als Partner der Schulen leisten sie einen wertvollen Beitrag zur Leseförderung und bei der Vermittlung von Informations- und Medienkompetenz."

    Für Felix Schwaller sind Bibliotheken eindeutig Frequenzbringer in der Kommune. Wenn Bibliotheken schon keine gesetzlich verankerte Pflichtaufgabe sind, empfindet er sie als zumindest als "Sollaufgabe", als moralische Pflichtaufgabe.

    Sabine Guhl wünscht sich ein Bibliotheksgesetz. Ohne dieses seien Bibliotheken in Krisensituationen schnell auf der Streichliste.

    Katrin Fügener stellte sich und dem Publikum die Frage, wie viele Stadt-/ Gemeinderäte eigentlich als Leser in die Bibliothek kämen. Da dies nicht oft der Fall sei, versuche sie Begeisterung zu wecken – nicht nur bei den Kunden, sondern auch bei den Stadträten. In einer Sitzung ließ sie diese "Kahoot!" ausprobieren. "Kahoot!" ist eine spielebasierte Lernplattform, die von Schulen benutzt wird, um Schüler zu motivieren, den Unterrichtsstoff zu lernen. Die Räte waren angetan von der praxisnahen Demonstration und stimmten der Anschaffung von Tablets zu.

    Der Bibliothek eine Stimme geben, die Bibliotheksarbeit deutlich machen, sichtbar werden neben allen anderen lokalen Kultur- und Bildungsinitiativen, in der Kommune präsent sein – dies sind einige wesentliche Punkte, die das Podiumsgespräch auf einen Nenner bringt.

    Am Nachmittag begeisterten die Best-Practice-Beispiele aus den Bibliotheken das Publikum: Vormerkbox aus Weiden, Tablets für Kinder in der Bibliothek in Starnberg, Brezenrunde und mehr aus Pfaffenhofen an der Ilm, Medien-Rückgabekasten am Bahnhof in Mühldorf am Inn und die Veranstaltungsreihe "Lebende Bücher" aus Penzberg.

    Halo Locher, Geschäftsführer des Schweizer Bibliotheksverbandes BIS, stellte vor, was Bibliotheken zur Zukunft der Gesellschaft beitragen können. Hintergrund ist die Agenda 2030 der UNO. Die IFLA hat diese 17 Ziele für die Bibliotheksarbeit "übersetzt" und weltweit beginnen die Bibliotheken, sich in diesem Feld zu positionieren.

    Die gut besuchte Veranstaltung ließ auch noch Zeit und Raum, um sich bei Kaffeepausen und regionalem Mittagsbuffet auszutauschen. Die attraktive Bibliothek im Kornkasten konnte einzeln oder in Gruppen besichtigt werden. Eine Stadtführung rundete die Veranstaltung ab. 

    Pressemeldung des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus

    Flyer OBBT (PDF)


    Von: Ute Palmer

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