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    Bibliothekspolitik

    02.08.18

    Wahlprüfsteine zur Landtagswahl in Bayern
    am 14. Oktober 2018

    Zur anstehenden Landtagswahl in Bayern am 14. Oktober 2018 wollte der Bayerische Bibliotheksverband e.V. (BBV) wissen, welche Positionen die Parteien in Bayern zu aktuellen Bibliotheksthemen vertreten. Der BBV hat folglich neun Wahlprüfsteine erstellt und diese an CSU, SPD, Grüne, Linke, FDP, AFD sowie FW verschickt.
    Geantwortet haben Grüne, FW, FDP, SPD, CSU.

    Zwei Wahlprüfsteine befassten sich mit den Anliegen von öffentlichen Bibliotheken, einer fokussierte die Schulbibliotheken, die restlichen waren auf die Bedarfe von wissenschaftlichen Bibliotheken zugeschnitten.

    Letztere sowie auch die Antworten der Parteien finden Sie in dieser Download-Datei (PDF).

    Sprechen Sie die Kandidatinnen und Kandidaten der Parteien auf die Wahlprüfsteine an, versuchen Sie so, Aufmerksamkeit und Unterstützung für die Bibliotheken zu erreichen, betreiben Sie gezielte Interessenvertretung!


    Wahlprüfstein 1

    Bibliotheken als Bildungseinrichtungen in einer digitalen Welt
    Fake News, automatisiert erzeugte Informationen und Social Bots sind nicht nur auf Twitter und Co längst kein Randphänomen mehr. Im Zuge eines freien Zugangs zum Wissen der zunehmend digitalen Welt kommt dem reflektierten und verantwortungsvollen Umgang mit Informationen – etwa bei der Unterscheidung von wahren und falschen Nachrichten – immer größere Bedeutung zu. Medien- und Informationskompetenz ist daher eine unverzichtbare Voraussetzung für den Erfolg in Ausbildung, Studium und Beruf sowie für eine verantwortungsvolle Teilhabe an Gesellschaft und Politik.

    Bibliotheken schaffen durch ihre vielfältigen Angebote Zugang und Orientierung auch in digitalen Wissenswelten. Sie stellen Inhalte bereit und vermitteln Informationskompetenz an alle Generationen und Bevölkerungsschichten. So können die digitale Spaltung verhindert und Qualifikationsanforderungen der gegenwärtigen und zukünftigen Arbeitswelt unterstützt werden.

    Bibliotheken präsentieren sich heute als moderne Lernorte, die dem Konzept des lebensbegleitenden Lernens verpflichtet sind. In den letzten Jahren wurden neue räumliche, mediale und bibliothekspädagogische Angebote entwickelt. In diesem Sinn gut ausgestattete Bibliotheken können noch besser zur Vermittlung von kultureller Bildung sowie von Medien- und Informationskompetenz beitragen.

    Der Bayerische Bibliotheksverband (BBV) fragt:
    Wie planen Sie, Bibliotheken als Bildungseinrichtungen in die bildungspolitischen Strategien des Freistaats einzubeziehen?


    Wahlprüfstein 2

    Förderung der öffentlichen Bibliotheken
    Die öffentlichen Bibliotheken in Bayern sind mit ihren knapp 1,5 Millionen aktiven Kunden und mehr als 25 Millionen Besuchern im Jahr die mit Abstand am meisten genutzten Kultur- und Bildungseinrichtungen im Freistaat. Täglich suchen mehr als 80 000 Bürger die kommunalen und kirchlichen Bibliotheken in Bayern auf. 25 Prozent der Besucher sind Kinder, deren Lesefreude und Lesekompetenz oft erst in der Bibliothek mit ihren altersgerechten und gezielt vermittelten Angeboten geweckt und gefördert werden. Zudem bieten die öffentlichen Bibliotheken Geflüchteten und Migranten oftmals einen ersten Zugang zur deutschen Sprache und Kultur und leisten damit einen wichtigen Beitrag zu deren gesellschaftlicher Integration. Mit ihren aktuellen Angeboten fördern sie als niedrigschwellige Einrichtungen daher in allen Bevölkerungsschichten kulturelle Teilhabe, politische Meinungsbildung und lebenslanges Lernen. In Kooperation mit Initiativen, Vereinen und anderen Bildungsträgern begeistern sie Menschen für Wissen in unterschiedlichen Formen. Als Kultur- und Bildungszentren übernehmen sie gerade in kleineren Kommunen wichtige Aufgaben und schaffen somit Identifikationsmöglichkeiten mit der Gemeinde und der Region.

    Bibliotheken stehen vor großen Herausforderungen. Die wichtigsten davon sind:

    • Der digitale Wandel,

    • die technische Ausstattung der Bibliotheken,

    • die räumlichen bzw. baulichen Bedingungen,

    • die demographischen Entwicklungen und der gesellschaftliche Wandel.

    Angesichts dieser vielfältigen und gesellschaftlich bedeutenden Aufgaben sind die öffentlichen Bibliotheken in Bayern seit vielen Jahren unterfinanziert: So wurden die Fördermittel des Freistaats für das öffentliche Bibliothekswesen seit dem Jahr 2000 von jährlich 4,0 Millionen Euro auf rund 1,8 Millionen Euro (2017) rigide gesenkt.

    Der Bayerische Bibliotheksverband (BBV) fragt:
    Wird sich Ihre Partei nachdrücklich für eine deutliche Steigerung der staatlichen Fördermittel für das öffentliche Bibliothekswesen – zumindest auf den Stand des Jahres 2000 – einsetzen, um so die Entwicklung der öffentlichen Bibliotheken in Stadt und Land nachhaltig zu fördern?


    Wahlprüfstein 3

    Förderung des Ausbaus der Schulbibliotheken und der Zusammenarbeit von Bibliotheken mit Schulen
    Schüler müssen lesen und das Gelesene einordnen und verstehen können. Nur so kann aus dem Überangebot an Information gezielt das Wissen gewonnen werden, das für den Einzelnen relevant ist. Um diese gesamtgesellschaftliche Aufgabe bewältigen zu können, sind kooperative Netzwerke notwendig, die systematisch ausgebaut werden müssen. Schulen, öffentliche Bibliotheken in kommunaler und kirchlicher Trägerschaft sowie wissenschaftliche Bibliotheken erfüllen gemeinsame Bildungsaufgaben. Hierzu gehören im Rahmen einer zeitgemäßen Medien- und Persönlichkeitsbildung:

    • Die Vermittlung von Lesemotivation und Lesekompetenz,

    • die Befähigung zur effizienten Informationsrecherche und zum kritischen Umgang mit medial vermittelten Informationen,

    • die systematische Hinführung zum wissenschaftlichen Arbeiten in der Oberstufe des Gymnasiums und denjenigen beruflichen Schulen, die eine Studienberechtigung verleihen.

    Zentralen Stellenwert haben in diesem Zusammenhang gut ausgestattete, gut verwaltete und gut in Unterricht und Schulleben integrierte Schulbibliotheken. Allerdings verfügen derzeit nur wenige der bayerischen Schulen über Schulbibliotheken, die diese fachlichen Anforderungen annähernd erfüllen. Wichtig wäre zudem, dass in der Lehreraus- und -fortbildung auf allen Ebenen und für alle Schularten Lehrgänge zur Leseförderung und Bibliotheksarbeit als Aufgabe aller Fächer und der gesamten Schule angeboten werden. Es ist wünschenswert, dies bayernweit auszubauen und zu unterstützen.

    Der Bayerische Bibliotheksverband (BBV) fragt:
    Welche Möglichkeiten sieht Ihre Partei, die Situation der schulischen Bibliotheksversorgung zu verbessern? Setzen Sie sich für eine bessere personelle und finanzielle Ausstattung von Schulbibliotheken ein?

    Weitere Informationen:

    Alle Wahlprüfsteine und die Antworten der Parteien


    Von: Ralph Deifel

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