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    "Bibliotheken - Partner der Schulen"

    26.10.18

    Gütesiegel 2018 bis 2020: Eine Auszeichnung für vorbildliche Bildungspartnerschaft


    Gütesiegel-Preisträger aus Unterfranken mit Jens Renner, Leiter der Hochschulbibliothek Ansbach (r.)

    v.l.: Dr. Klaus Ceynowa, Generaldirektor der Bayerischen Staatsbibliothek; Staatssekretärin Carolina Trautner; Sabine Uehlein, Geschäftsführerin Programme und Projekte der Stiftung Lesen; Oberstudiendirektor Gerhard Maier, Leiter der Grundsatzabteilung des ISB (Fotos BSB / H.-R. Schulz)

    Im Rahmen einer Festveranstaltung erhielten 67 Bibliotheken aus ganz Bayern das Gütesiegel "Bibliotheken - Partner der Schulen".

    Das seit 2006 vom bayerischen Kultusministerium und bayerischen Wissenschaftsministerium und in diesem Jahr zum achten Mal vergebene Gütesiegel "Bibliotheken - Partner der Schulen" zeichnet öffentliche und wissenschaftliche Bibliotheken in Bayern aus, die besonders intensiv und beispielhaft mit Schulen zusammenarbeiten. Aus den eingesandten Bewerbungen ermittelt eine Fachjury aus Vertretern der BSB/Landesfachstelle für das öffentliche Bibliothekswesen, des Staatsinstituts für Schulqualität und Bildungsforschung (ISB), des Sankt Michaelsbundes, des Berufsverbandes BIB und der wissenschaftlichen Bibliotheken die Preisträger. Gewürdigt wird das Engagement in den Bereichen Leseförderung und Vermittlung von Informationskompetenz. Zusätzlich werden bibliotheksfachliche Dienstleistungen für Schulbibliotheken in Betracht gezogen. Ziel der Auszeichnung ist es, Bibliotheken zu ermuntern, ihr Profil als "Bildungsdienstleister" zu verstärken und die Zusammenarbeit mit Schulen auszubauen.  

    Ca. 130 Gäste füllten am 24. Oktober 2018, dem Tag der Bibliotheken, den Fürstensaal der Bayerischen Staatsbibliothek, um an der feierlichen Preisverleihung teilzunehmen. Dr. Klaus Ceynowa, Generaldirektor der Bayerischen Staatsbibliothek, ging in seinem Grußwort auf Auswirkungen und Herausforderungen des digitalen Wandels ein und bezog sich auf einen SPIEGEL-Artikel über die "Generation Smartphone". Darin bescheinigt der Sozialforscher Prof. Dr. Klaus Hurrelmann 50 Prozent der Jugendlichen einen souveränen Umgang mit dem Smartphone, 40 Prozent aber seien unsicher und zehn Prozent gefährdet internetsüchtig. Für Bibliotheken ergibt sich daraus die Aufgabe, technikaffinen Jugendlichen adäquate Angebote zu machen, um die digitale Zukunft kreativ zu gestalten, so Dr. Ceynowa. 

    In Vertretung von Direktorin Dr. Karin E. Oechslein beleuchtete Oberstudiendirektor Gerhard Maier, Leiter der Grundsatzabteilung des ISB, in seinem Grußwort die elementare Bedeutung der Bibliothek als Bildungs- und Lebensraum und zitierte sinngemäß den römischen Staatsmann Cicero: "Wenn du einen Garten und noch dazu eine Bibliothek hast, wird es dir an nichts fehlen."

    Die Laudatio hielt Staatssekretärin Carolina Trautner in Vertretung von Kultusminister Bernd Sibler. Sie unterstrich, dass Bibliotheken und Schulen wertvolle Partner bei der Leseförderung sind. Lesekompetenz sei der entscheidende Schlüssel zu gesellschaftlicher Teilhabe, eröffne Erfolgschancen im Beruf und trage nicht zuletzt zur persönlichen Entwicklung bei. "Ich freue mich sehr, heuer 67 Bibliotheken von Aschaffenburg bis Prien mit dem Gütesiegel 'Bibliotheken - Partner der Schulen' auszeichnen zu können", betonte die Staatssekretärin. "Bibliotheken sind für unsere Schulen wichtige Experten, die bei der Förderung der Lesekompetenz und beim richtigen Umgang mit Informationsquellen den Unterricht bereichern. Für die gute Zusammenarbeit und das große Engagement ein herzliches Dankeschön!" 

    Mit sichtlichem Stolz und Freude konnten anschließend die Vertreterinnen und Vertreter aus 36 kommunal-öffentlichen, 10 wissenschaftlichen und 21 kirchlich-öffentlichen Bibliotheken, darunter nicht wenige bereits in den Vorjahren prämierte, die begehrte Auszeichnung mit dem gelbblauen Löwen aus den Händen von Staatssekretärin Trautner in Empfang nehmen. 

    Ein weiterer Höhepunkt war die Keynote von Sabine Uehlein, Geschäftsführerin Programme und Projekte der Stiftung Lesen, zum Thema "Beziehungsarbeit. Bibliotheken und ihr Umgang mit Jugendlichen". Die Referentin widersprach der These von einer "Krise des Lesens", sondern plädierte vielmehr für eine differenzierte Sicht auf ein durch digitale Medien bedingtes "verändertes Lesen". Erforderlich sei eine an den Bedürfnissen der Jugendlichen orientierte und pragmatische Herangehensweise, um dem sogenannten "Leseknick" im Pubertätsalter entgegenzuwirken. Jugendliche sollten die Bibliothek nicht nur als Bildungsort, sondern als Raum für selbstgesteuerte Freizeitgestaltung wahrnehmen. Als Beispiel nannte Frau Uehlein die von der Stiftung Lesen initiierten media.labs, in denen seit dem Sommer 2018 Jugendliche im Alter von 12 bis 18 Jahren mit unterschiedlichen digitalen Medien eigene Projekte gestalten und an spannenden Workshops teilnehmen können.

    Studienrätin Christina Neugebauer vom ISB moderierte die Veranstaltung anregend und dynamisch. Für eine gelungene musikalische Umrahmung sorgte die Jazz-Combo des Gymnasiums Weilheim unter Leitung von Arthur Lehmann. Zum Ausklang bot ein Get-together Gelegenheit zum gegenseitigen Kennenlernen und fachlichen Erfahrungsaustausch.

    Weitere Informationen:
    Gesamtliste der ausgezeichneten Bibliotheken 2018 - 2020
    Rubrik "Bibliotheken – Partner der Schulen" auf OeBiB.de


    Von: Franz Käßl

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    Schulbibliothek

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