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    Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 2019

    19.06.19

    Der ausgezeichnete Fotograf Sebastião Salgado engagiert sich für soziale Gerechtigkeit und Naturschutz

    © Yann Arthus-Bertrand

    Bislang fiel die Auswahl meist auf Publizisten, die sich der Sprache bedienen, heuer ist der Stiftungsrat des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels in einer anderen Sparte fündig geworden: Träger des Friedenspreises ist der brasilianische Fotograf Sebastião Salgado, dessen Leben und Werk aus aktuellem Anlass vorbildlich ist.

    In der Begründung des Stiftungsrats heißt es:

    „Den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels verleiht der Börsenverein 2019 an … einen Bildkünstler, der mit seinen Fotografien soziale Gerechtigkeit und Frieden fordert und der weltweit geführten Debatte um Natur- und Klimaschutz Dringlichkeit verleiht. Mit seinem fotografischen Werk, das in zahlreichen Ausstellungen und Büchern veröffentlicht ist, nimmt er die durch Kriege oder Klimakatastrophen betroffenen Menschen genauso in den Fokus wie jene, die traditionell in ihrer natürlichen Umwelt verwurzelt sind. Dadurch gelingt es ihm, Menschen weltweit für das Schicksal von Arbeitern und Migranten und für die Lebensbedingungen indigener Völker zu sensibilisieren.
    Indem der Fotograf seine aufrüttelnden, konsequent in schwarz-weiß gehaltenen Bilder als ,Hommage an die Größe der Natur’ beschreibt … gibt er uns die Chance, die Erde als das zu begreifen, was sie ist: als einen Lebensraum, der uns nicht allein gehört und den es unbedingt zu bewahren gilt.”

    Sebastião Ribeiro Salgado wurde am 8. Februar 1944 in Brasilien geboren, wuchs auf einer großen Rinderfarm im Regenwaldgebiet auf und studierte später Wirtschaftswissenschaften. Während der brasilianischen Militärdiktatur engagierte er sich in der linken Oppositionsbewegung und musste deswegen 1969 nach Paris auswandern, wo er auch heute noch mit seiner Frau, der Architektin Lélia Wanick Salgado, lebt. Ab 1971 koordinierte Salgado Entwicklungshilfeprojekte in Afrika. Dort entdeckte er seine  bedingungslose Leidenschaft für die Fotografie und war ab 1973 nur noch als Bildkünstler tätig.

    Hauptmotive seiner schlicht einfarbig gehaltenen Fotoprojekte, die in begleitenden Fotobänden Niederschlag fanden, sind Armut, Flucht, Heimatlosigkeit und Krieg. Oft kooperierte er dafür mit Organisationen wie Ärzte / Reporter ohne Grenzen, UNICEF oder UNESCO. Mit den Büchern „Migration” und „The Children: Refugees and Migrants” (dt. „Kinder der Migration”), beide 2000 publiziert, rückte er das Schicksal von 30 Millionen Flüchtlingen weltweit in den Fokus und initiierte eine Spendenaktion für die Kinderhilfsorganisation UNICEF.

    Gemeinsam mit seiner Frau kehrte er nach Brasilien zurück, um die Fazenda seiner Eltern wieder aufzuforsten. Er wandelte die 680 Hektar in ein Naturschutzgebiet um und gründete 1998 das gemeinnützige „Instituto Terra”. 2,7 Millionen Bäume hat er seitdem gepflanzt und den Wald wieder in seinen weitgehend ursprünglichen Zustand mit einer großen Vielfalt an Pflanzen und Tieren gebracht.

    Nach einer künstlerischen Pause wandte sich Sebastião Salgado ab den 1990er Jahren verstärkt der Landschaftsfotografie zu. Mit „Genesis” (2013) gab er seine Eindrücke der unberührten Natur, den dort angesiedelten Tieren und isoliert lebenden Menschen aus ursprünglichen Kulturen wieder, um zu zeigen, wie fragil die Welt mittlerweile geworden ist.

    Der Fotograf wurde vielfach für seine Arbeiten ausgezeichnet, u.a.erhielt er die Ehrenmitgliedschaft der American Academy of Arts and Letters (2019), den Save the Children International Prize (2010) sowie die Jahrhundertmedaille der Royal Photographic Society of Great Britain (1994). 2016 wurde er als Mitglied in die Académie des Beaux-Arts des Institut de France aufgenommen, eine der wichtigsten kulturellen Ehrbekundungen Frankreichs.

    Die Verleihung findet zum Abschluss der Frankfurter Buchmesse am Sonntag, 20. Oktober 2019, in der Paulskirche in Frankfurt am Main statt und wird live im Fernsehen übertragen.
    Der Friedenspreis wird seit 1950 vergeben und ist mit 25 000 Euro dotiert.

    Weitere Informationen:
    Website zum Friedenspreis des Dt. Buchhandels


    Von: Nach einer PM d. Börsenvereins des Dt. Buchhandles e.V. vom 18.06.19 / tg

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